- PROPAGANDAFRONT - http://www.propagandafront.de -

USD 5.000 Gold: Nichts für Zartbesaitete

Die Staatsschuldenkrise sorgt dafür, dass das Kapital aus den Schulden in Richtung Gold und Aktien geht. Gold dürfte in den kommenden Jahren auf mindestens USD 5.000 pro Unze steigen. Angesichts der extremen Volatilität des Goldmarkts dürften jedoch nur die wenigsten Anleger über die entsprechenden psychischen Voraussetzungen verfügen, um von diesen Zugewinnen profitieren zu können

Martin A. Armstrong, Martinarmstrong.org, 24.02.2012

Die Frage, die sich zurzeit stellt, ist, ob die sich aufgrund der Staatsschuldenkrise verändernden Kapitalströme in den USA neue Bullenmärkte zur Folge haben.

Dem Goldpreis ist es endlich gelungen, über sein Dezemberhoch zu klettern, und auch der Dow Jones konnte sich verbessern, was darauf hindeutet, dass bei den Kapitalströmen in der Tat Veränderungen stattfinden.

Der Goldpreis muss immer noch sein Novemberhoch von USD 1.807,30 pro Unze durchbrechen. Und während das Widerstandsniveau beim Goldpreis nach wie vor bei USD 1.872,00 pro Unze liegt, hat sich im Hinblick auf die Staatsschuldenkrise überhaupt nichts geändert, was nahelegt, dass der richtige Staatsschulden-Crash – also die Phase, wo es auch die USA erwischt – frühestens im vierten Quartal 2015 zum Tragen kommen dürfte.

Das absolute Goldpreishoch scheint nach wie vor bei mindestens USD 5.000 pro Unze zu liegen, aber nicht vor 2017. Die kurzfristigen Zyklen zeigen einen gemischten, wechselhaften Trend, der sich alle zwei Monate umkehrt und zunächst bis in September dieses Jahres hineinreicht – dem Zeitpunkt, wo wir für dieses Jahr eine entscheidende Trendwende erwarten.

Das schlimmste Kursmuster wäre, wenn der Goldpreis das Hoch des vergangenen Jahres überflügelt, das Niveau nicht halten kann, zusammenbricht, konsolidiert, und es dann zu einer Rally kommt, die sich bis 2017 erstreckt. Die Volatilität ist extrem hoch und nimmt Jahr für Jahr weiter zu. Fakt ist jedenfalls, dass es an den meisten Märkten alles andere als ruhig zugehen wird.

Bei Gold brauchen wir heute einen Wochenschlusskurs, der über dem Dezemberhoch von USD 1.769,40 pro Unze liegt. Nächste Woche liegt die maßgebliche Marke bei USD 1.779 pro Unze, damit dieser Preis zu einer Widerstands- und Stützungslinie werden kann.

Für Februar war ohnehin eine Trendwende fällig, was uns auch den Aufwärtsschwung beim Goldpreis bescherte, aber in März steht wieder eine Richtungsumkehr an. Diese direkt aufeinanderfolgenden Richtungswechsel sind ein Warnhinweis, dass mit Volatilität, Verwirrung und wechselhaften Märkten zu rechnen ist.

Und auch der Dow Jones Industrial Average hat sich jüngst immer weiter in die Höhe geschraubt, da die niedrigen Zinssätze das echte Kapital dazu nötigen, immer stärker in Richtung höher rentierender Aktien zu gehen. Würde der Dow Jones Ende Februar über der Marke von 12.929 Punkten aus dem Handel gehen, würde dies auf weitere Anstiege im März hindeuten.

Die maßgeblichen bullischen Marken, die man beim Dow Jones im Auge behalten sollte, liegen bei 12.842 Punkten und bei 13.340 Punkten. Das sind die entscheidenden Marken im Hinblick auf Ausbrüche nach oben. Nur eine Schlussnotierung unter der Marke von 11.820 Punkten würde darauf hindeuten, dass weitere Stützungslinien getestet werden.

Europa sieht sich außerstande, irgendwelche Probleme zu lösen, und die US-Präsidentschaftswahlen haben jedwede Hoffnung auf Reformen zunichte gemacht. Niemand würde zum jetzigen Zeitpunkt nur im Entferntesten daran denken, irgendetwas von Bedeutung in die Wege zu leiten, was nichts anderes heißt, als dass die zurzeit aktiven globalen Trends auf Autopilot geschaltet wurden.

Es gibt keinerlei Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch. Die aktuelle Staatsschuldenkrise köchelt bereits seit 1955 vor sich hin. Gewöhnlich beginnt der Zusammenbruch in den peripheren Wirtschaften und arbeitet sich dann bis zur Kernökonomie vor. Das ist das übliche Muster, da das Kapital der Kernökonomie zuvor in die peripheren Wirtschaftsräume gelockt wurde.

Die Staatsschuldenkrise während der Großen Depression viel deshalb so massiv aus, weil die Banken die Schulden in kleinen Einheiten an die allgemeine Öffentlichkeit verkauft hatten. Die ausländischen Schulden wurden an der New Yorker Börse gehandelt und brachen in sich zusammen.

Es geht immer nur um die Kapitalumschichtung zwischen verschiedenen Sektoren. Der aktuelle Anstieg des Dow Jones gegenüber anderen weltweiten Indizes deutet darauf hin, dass wir es hier mit den Anfängen einer Kapitalumschichtung zu tun haben, wie sie bereits 1927 beobachtet werden konnte.

Wie aus der vorstehenden Grafik hervorgeht, überstiegen die Aktieninvestments die Anleiheinvestments erst 1929, also erst in den letzten Zügen des Bullenmarkts. Das Investmentkapital bekommt jetzt langsam mit, dass hier etwas faul ist, was wiederum dafür sorgt, dass die Gelder in alle handfesten Investments fließen, wozu Gold und Aktien gehören.