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Sprott: Rechnen Sie mit einem entsetzlichen Systemschock

King World News, 06.02.2014

Nachdem sich die weltweiten Aktienmärkte von ihrem turbulenten Jahresbeginn heute wieder ein klein wenig erholt haben, warnte uns der Milliardär Eric Sprott heute, dass sich die weltweiten Anleger auf einen entsetzlichen Schock des Weltfinanzsystems einstellen sollten. Der kanadische Milliardär kritisierte auch die Zentralbanken wegen ihrer gescheiterten geldpolitischen Maßnahmen. Im Folgenden finden Sie, was der Vorsitzende von Sprott Asset Management in diesem bemerkenswerten Interview zu sagen hatte:

Eric King: „Was ist die größte Gefahr, die vor uns liegt? Was bereitet Ihnen Sorgen?“

Sprott: „Die große Gefahr für die Finanzwelt ist, dass realisiert wird, dass mit all diesen Maßnahmen der Zentralbanken überhaupt nichts erreicht worden ist.

Ja selbst wenn ich auf die USA blicke und darauf, wie wir aus dem Jahr 2008 herauskamen – wir haben nun 20 Millionen Menschen mehr, die auf staatliche Lebensmittelmarken angewiesen sind. Es gibt hier keine echten Wachstumssignale. Ich glaube ganz einfach, dass die Menschen herausfinden werden, dass wir hier nur unsere Zeit und unser Geld verschwendet haben, in der Annahme, dass irgendetwas Positives stattfindet, wo in Wahrheit sehr, sehr negative Dinge passiert sind.

Die Bilanz der US-Notenbank ist explodiert. Wir haben beim Bankensystem keinerlei Restrukturierungen durchgeführt. In Europa sehen wir, dass die Banken unter bestimmten Umständen USD 1 Billion an Kapital auftreiben müssten. Und ich kann mir vorstellen, was mit den Preisen der Bankaktien passieren würde, wenn die Banken an den Markt gehen, um dort USD 1 Billion aufzutreiben – sie würden einfach in sich zusammenbrechen, denn ich glaube nicht, dass es USD 1 Billion gibt, die in europäische Bankenaktien will.

All die Probleme, die wir 2008 hatten, sind also immer noch da, nur dass sie heute noch größer sind. Also das ist die große Sorge – dass wir alle herausfinden, dass es bloß ein großes Schneeballsystem war, und die Märkte einbrechen. Es ist dieselbe Entscheidung, die ich bereits im Jahr 2000 vor dem NASDAQ-Crash traf, als ich mir dachte: ´Junge, das sieht so aus, als würde der NASDAQ crashen. Was mache ich jetzt?` Die offenkundige Antwort war natürlich, dass man harte Vermögenswerte besitzen muss – Dinge wie Gold und Silber.“

Eric King: „Was glauben Sie, wie nah sind wir an dem Punkt, wo die Zentralplaner mit ihrer Gelddruckerei gegen die Wand fahren werden? Letztlich kommt man doch an einen Punkt, wo all das Gelddrucken auf die Wirtschaft überhaupt keinen Einfluss mehr hat. Sind wir da schon nah dran?“

Sprott: „Gegen die Wand fährt man dann, wenn man es zulässt, dass sich die Probleme im Bankensystem manifestieren – also wo irgendeine Bank letztlich zu der Erkenntnis gelangt: ´Hey, wir haben überhaupt kein Kapital mehr und wir können auch nicht einfach so weitermachen und so tun, als seien wir solvent, wo wir insolvent sind.` Und ich glaube, dass für jeden offenkundig werden wird, dass die Dinge nicht funktionieren, während wir diese fortwährende Verschlechterung bei den Wirtschaftsdaten miterleben.

Wenn die Aktien zu fallen beginnen, wird das natürlich alle Papiervermögenswerte beeinträchtigen, und das Bankensystem besitzt ja nichts außer Papiervermögenswerte. Meine größte Sorge im Finanzbereich war immer, dass die Banken am Ende Problemkredite halten. In Spanien sind bis zu 25% aller Kredite Problemkredite. Es ist klar, dass die Banken ohne die Stützungsmaßnahmen der Zentralbanken keine Chance haben, zu überleben – und diese Zentralbanken sind jetzt langsam am Ende ihrer Kräfte. Da gibt es nicht mehr allzu viel, was sie noch tun können.

Sie werden im Finanzsystem also etwas (Schockierendes) erleben – vielleicht ist es der Aktienmarkt, vielleicht geht irgendeine Bank zu Boden. Die Bewertungen stehen in keinerlei Beziehung zu den aktuellen Fundamentaldaten, es wird also irgendwo krachen.“