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„Krieg ohne Grenzen“: Obamas „Langer Krieg“

Michel Chossudovsky, Global Research, 15.05.2010

Das Konzept des „langen Krieges“ beschreibt eine seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs festgelegte Militärdoktrin. Das wichtigste Ziel dabei ist die weltweite Vorherrschaft zur Stützung eines imperialen Projekts, das zuerst in den späten 40er Jahren zu Beginn des Kalten Krieges von der Truman-Regierung formuliert wurde.

Das „Projekt 2000 für ein neues amerikanisches Jahrhundert“ (PNAC), ein Planungspapier, bei dem es sich um das Rückgrat der Agenda der Neokonservativen handelt, beruft sich auf das „Führen von Krieg ohne Grenzen“. Die erklärten PNAC-Ziele waren es in verschiedenen Ländern zu „kämpfen und mehrere, gleichzeitig geführte großflächige Kriege deutlich zu gewinnen“ sowie sogenannte militärische „Polizei“-Aufgaben, „die mit der Schaffung eines Sicherheitsumfelds in wichtigen Regionen in Zusammenhang stehen“, durchzuführen. Diese globalen polizeilichen Aufgaben beinhalten die weltweite Durchführung polizeilicher Aufgaben durch das Militär und Interventionismus.

Die diabolische Natur dieses Militärprojekts wurde von der Obama-Regierung von Beginn an übernommen und eingeführt. Mit einem neuen Team militärischer Berater und Auslandspolitikberater ist Obama bei der Förderung militärischer Eskalation wesentlich effektiver gewesen als sein Vorgänger im Weißen Haus.

Unter der Präsidentschaft von Obama ist dieses globale Militärprojekt zunehmend beherrschend geworden. Die militärische Ausweitung wie auch die weltweite Stationierung von US-Militär könnte zum integralen Bestandteil der Militärdoktrin des „langen Krieges“ von Amerika gehören, dem sich die aktuelle Regierung so nachdrücklich verschrieb. Die Natur des langen Krieges wurde jüngst erst wieder durch den Vizevorsitzenden des Vereinigten Generalstabs der USA, Marinegeneral James Cartwright, untermauert:

„[Für die nächsten] 5 bis 10 Jahre…wird sich das Militär wahrscheinlich weiter in denselben Konflikten engagieren, in denen es seit 2001 kämpft…Keiner den ich kenne, glaubt, dass wir [aus dieser Art von Konflikten in nächster Zeit] raus sein werden. Es gibt nichts da draußen, was darauf hinweisen würde, dass wir in absehbarer Zeit nicht in diese Konflikte verwickelt wären.“

wird Cartwright in einem Artikel der Marine Corps Times v. 14.05.2010 von John T. Bennett zitiert.

Mit seiner Rede vor dem in Washington ansässigen Center for Strategic and International Studies (CSIS) bestätigte Cartwright auch die weltweite Natur von Amerikas Militärabenteuer, indem er unmissverständlich einräumte, dass das US-Militär sich an „verschiedenen Orten in verschiedenem Maße“ beteiligen wird.

Cartwrights Aussagen stehen im Einklang mit der generellen Militärdoktrin der Kriegsführung unter dem Banner der USA und NATO. Die Ausweitung des Krieges im Nahen Osten und Zentralasien ist Teil eines sorgsam geplanten Szenarios. Die Zeitung The Army Times berichtet:

„Er [Cartwright] wies auf keine bestimmten Länder hin, wohin US-Streitkräfte in den nächsten Jahrzehnten, über die Regionen von Irak und Afghanistan-Pakistan hinaus, verlegt werden könnten.“

Die Schaffung der militärischen Massenproduktion

Cartwright forderte auch eine substantielle Erhöhung der Produktion fortschrittlicher Waffensysteme. Die Betonung legte er dabei auf eine Erhöhung der Produktionsmenge und forderte die Schaffung einer militärischen Fertigungsproduktion, die im Gegensatz zur Beauftragung „teurer“ Waffensysteme steht: „Mehr als Qualität brauchen wir Quantität“ sagte Cartwright im Hinblick auf die Massenfertigung von Militärgütern.

Cartwright sprach sich auch für einen drastischen Anstieg der Zahl der US-Truppen aus.

Cartwrights Rede beim CSIS ist Teil des Militärischen Strategieforums (MSF), einer alle vier Jahre stattfindenden Verteidigungsbesprechung (QDR), welche durch Rolls Royce finanziert wird. Rolls Royce hat gemeinsam mit General Electrics den verbesserten F136 Düsenantrieb für Mehrzweckkampfflugzeuge entwickelt. Hören Sie sich hierzu die Rede Cartwrights beim CSIS vom 13.05.2010 an.

Die „humanitäre“ Aufgabe: Wenn Krieg zum Frieden wird

Das Ziel der Obama-Regierung ist es dem „langen Krieg“ und dem „weltweiten Krieg gegen den Terror“, Bezeichnungen die der öffentlichen Meinung umgehend nach den Anschlägen von 9/11 präsentiert wurden, ein humanitäres Gesicht zu verleihen.

März letzten Jahres merkte dass US-Verteidigungsministeriums an, dass „diese Regierung es vorzieht den Begriff des ´langen Krieges` oder des ´weltweiten Krieges gegen den Terror` zu vermeiden. Bitte verwenden Sie Überseenotfalloperation.“ wurde die Behörde von Scott Wilson und Al Kamen am 25.03.2009 in der Washington Post zitiert.

Der Anstieg der Truppenanzahl bei den Stationierungen gehört zu diesem Szenario des langen Krieges, das keineswegs auf den Nahen Osten und Zentralasien beschränkt ist. Während dies USA und NATO Russland, China und den Iran direkt bedrohen, verschweigt die Obama-Regierung die bloße Existenz eines Krieges. Was der Öffentlichkeit Meinung zunehmend präsentiert wird, ist ein weltweiter Antiterrorkreuzzug gegen Al-Qaeda.

Durch eine Veränderung von Worten und Etiketten verändert man nicht die Natur von Amerikas Militäraufbau. Wir haben es hier mit einem hartnäckigen Krieg zu tun, der in einem sehr realen Sinn die Zukunft der Menschheit bedroht.