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Subprime-Kredite: Nichts hat sich geändert

Gerhard Spannbauer, Krisenvorsorge.com, 03.02.2011

Diese Krise ist das Hauptsymptom eines falsch konstruierten Finanzsystems, das seinen finalen Kollaps schon in sich trägt. Dennoch kann man einige Gruppen von Menschen oder Institutionen benennen, die durch ihr Handeln die Krise noch verschärft haben. Beispielsweise die Geldpolitik der Fed in den späten 80er Jahren unter Alan Greenspan: Hier ist eine Hauptursache für den Ausbruch der Krise zu sehen.

Denn die ungeheuren Geldmittel und die massigen billigen Kredite sorgten dafür, dass die Kreditaufnahme zu spekulativen Zwecken belohnt wurde und wird, Sparen hingegen bestraft. Das daraus entstehende Wachstum ist unsolide finanziert und wird dadurch immer riskanter. Die lockere Geld- und Kreditpolitik der Notenbanken war und ist ein grundlegendes Problem, das massiv die Krise heraufbeschworen hat und sie weiterhin antreibt.

Auf dieser Grundlage entstand mit dem billigen Geld und den einfach zu bekommenden Krediten immer mehr und immer zügellosere Spekulation. Vor allem die Kreditbündelungen und Verbriefungen sind hier als „Massenvernichtungswaffen“ aufgekommen, mit dem Hintergedanken, durch diese Bündelung die Papiere aus der eigenen Bilanz zu bekommen und durch den Verkauf Geld zu verdienen. Über lange Zeit war diese „organisierte Verantwortungslosigkeit“, wie es Max Otte nennt, das gefeierte Modell in der Finanzbranche.

Auch die Börsen, an denen diese Papiere gehandelt wurden, tragen zum Ausbruch der Krise bei, denn ihr Hunger nach immer neuen verbrieften Produkten war unstillbar. Die Wall Street verlangte nach immer weiteren dieser Produkte, und die Hypothekenbanken lieferten dies. Zwischen 2002 und 2006 machten diese zweifelhaften Produkte ungefähr die Hälfte der Gewinne der Wall Street aus.

Die dafür nötigen Kredite wurden in höchster Kreativität beschafft. Alle möglichen Kredite wurden ausgegeben, häufig ohne genaue Prüfung der Bonität der Schuldner. Das war auch so gewollt, schließlich sollten auch ärmere Menschen am Geldfluss teilhaben können – mit der Folge, dass Hypothekendarlehen einfach und unkompliziert an Leute vergeben wurden, die niemals einen Kredit hätten bekommen dürfen.

An diesem System hat sich bis heute nicht viel geändert, auch wenn dies nicht in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist. Weiter werden Subprime-Kredite vergeben, dafür sorgen Politiker und Banken. Zwangsversteigerungen werden gestoppt, um die Probleme zu vertuschen – keiner soll merken, wie schlecht es dem Markt überhaupt geht. Doch die Maßnahmen zur Stützung laufen bald aus, dann werden die vertuschten Probleme massiv aufbrechen und für neuerliche Erschütterungen auf dem amerikanischen Immobilienmarkt sorgen – der ja das Potenzial hat, wie schon geschehen, die gesamte Weltwirtschaft an den Abgrund zu bringen. Es droht die Gefahr einer Neuauflage dieses Desasters.