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Euro-Crash: Banken und Konzerne planen für Worst-Case

Finance Addict, 12.12.2011

Auf dem EU-Gipfel vergangene Woche gab es eigentlich nur zwei Fragen, die von Bedeutung waren:

1. Würden die EU-Führer auf dem Gipfel irgendwelche eigenen Maßnahmen präsentieren, die hilfreich dabei sind, die aktuelle Krise zu stoppen?
2. Sollte dem nicht so sein, würden die Maßnahmen der EU-Führer der EZB dann wenigstens so viel Zuversicht vermitteln, dass diese sich in die Lage versetzt sieht, für alle in Schwierigkeiten befindlichen Länder als Kreditgeber der letzen Instanz einzuspringen, speziell im Hinblick auf das wankende Italien? Mit anderen Worten: Könnte sich die konservative EZB selbst grünes Licht geben, Euros zu drucken, um vom drittgrößten Anleiheemittenten der Welt Staatsschulden aufzukaufen?

Die Antwort auf die erste Frage kann ganz eindeutig mit Nein beantwortet werden. Es wurden einige neue Vereinbarungen getroffen, mit denen die Länder gezwungen werden sollen, einen ausgeglichen Haushalt vorzuweisen – aber es gibt auch einige sehr gewiefte Hintertürchen, die den Ländern immer noch offen stehen, um genau diese Regelungen zu umgehen, ohne fürchten zu müssen, dafür abgestraft zu werden.

Was die Konjunkturbelebung anbelangt, wurde so gut wie nichts beschlossen – obschon es sich dabei in Wirklichkeit um die einzige Hoffnung der in Schwierigkeiten befindlichen Länder handelt, der Schuldenfalle zu entkommen. Fakt ist, dass die Austeritäts- und Haushaltsmaßnahmen dem Wirtschaftswachstum entgegenstehen. Liebes Europa, wenn man sich in einer Grube wiederfindet, sollte man zunächst einmal damit aufhören, sich noch tiefer einzugraben.

Die zweite Frage muss bedauerlicherweise mit einer anderen Frage beantwortet werden: „Wer zum Kuckuck soll das wissen!“

Vergangene Woche – als der EZB-Präsident Mario Draghi einige Erklärungen abgab, die so interpretiert wurden, als würde letztlich alles auf ein Quidproquo hinauslaufen – waren noch alle voller Hoffnung: Die EU-Führer einigen sich auf einen fiskalischen Pakt, während die EZB im Gegenzug auf Anleihen-Shopping geht.

Am Donnerstag erklärte Draghi dann jedoch, dass er über diese Interpretationen „etwas überrascht“ gewesen sei. Als die Marktteilnehmer das hörten, schlugen sie allesamt die Hände vorm Gesicht zusammen.

Nun ja … dann ist es jetzt wohl an der Zeit, sich mit Plan B, dem „Was-wäre- wenn-Plan“ auseinanderzusetzen. Businessweek meldete am 12.12.2011:

„Die Notfallpläne für den Zusammenbruch des [Euros] beinhalten die Reduzierung von Investments, die Transferierung von Geldern nach Deutschland, die Verlagerung von Firmenzentralen aus dem Süden nach Nordeuropa und sogar die Einstellung des Geschäftsbetriebs, so Interviews mit mehr als 20 Geschäftsführern.“

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung von Firmen, die bereits einräumten, Notfallpläne für einen Euro-Zusammenbruch zu haben. Und für jede hier aufgeführte Firma dürfte es wer weiß wie viele andere Unternehmen geben, die dasselbe tun, aber nicht gewillt sind, mit einem derart heiklen Thema an die Öffentlichkeit zu gehen.

Aber es sind nicht nur Firmen, die sich auf das Schlimmste vorbereiten. Das Wall Street Journal sorgte jüngst für einigen Wirbel, als es anmerkte, dass die irische Zentralbank zurzeit nach Kapazitäten für Druckermaschinen Ausschau halten würde – nur für den Fall, dass sie doch wieder irische Pfunde drucken muss.

Achten Sie mal darauf, wie RTÉ, die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft Irlands, über die eilige, der eigentlichen Fragestellung komplett ausweichenden Leugnung der irischen Zentralbank berichtet: „Die Zentralbank von Irland sagte, dass sie keine irischen Pfunde druckt und zurzeit nur Euros druckt.“

Also ich wage mir nicht, ein Urteil darüber abzugeben, was als nächstes passieren wird, aber es sieht ganz danach aus, als würden sich gerade jede Menge Leute auf das Schlimmste vorbereiten.