EU-Parlamentarier: Euro unter Druck, Europa stehen schwere Banken-Zusammenbrüche bevor

King World News, 18.04.2012

Angesichts der weiter eskalierenden Befürchtungen bezüglich der Stabilität der Eurozone hat King World News heute mit dem früheren LBMA-Rohstoffbroker und aktuellen Europa-Parlamentarier Nigel Farage gesprochen, um seine Meinung zur aktuellen Situation einzuholen. Farage machte auch ein paar sehr interessante Anmerkungen zu den gegenwärtigen Bemühungen der italienischen Bürger, große Mengen Gold in die Schweiz zu verbringen. Im Hinblick auf Europa sagte Farage:

„Also was all die europäischen Vertreter und die IWF-Niederlassung in Washington anbelangt, so waren sie sich ja alle einig, dass der Euro aktuell keinerlei Bedrohungen ausgesetzt ist. Und plötzlich erklärt ein hohes Tier vom IWF: ´Es gibt hier ein Problem, und die Eurozone könnte auseinanderbrechen. Es könnte schneller passieren, als ihr euch vorstellen könnt.`

Also für mich ist das so, als würde der Damm gerade Risse bekommen. Sie haben ja immer argumentiert, dass der Euro unvermeidlich sei und für immer da sein würde – und nun kommt ein Vertreter des IWF und wirft das alles über den Haufen.

[Das Auseinanderbrechen der Eurozone könnte ungeordnet von statten gehen], da es bisher keinerlei Notfallpläne gibt. Das ist es, was mich so wütend macht. Ich habe zu Barroso und diesem kleinen van Rompuy Typen ja gesagt: ´Los kommt, lasst uns einen Plan B ausarbeiten. Wir sollten uns vorbereiten, falls etwas schief läuft.` Und das ist ja der Punkt, auf den der IWF-Vertreter hingewiesen hat, dass überhaupt kein Notfallplan da ist.

Deshalb ist es auch wahrscheinlich, dass die Märkte an irgendeinem Punkt einfach übernehmen und die ganze Veranstaltung versenken werden, und das wird zu Chaos führen. Das ganze Zentralbankwesen, das Bankensystem des Internationalen Währungsfonds – was ich sagen will, ist, dass es immer mehr so aussieht, als würde es sich hierbei um das größte Schneeballsystem handeln, das die Welt je zu Gesicht bekommen hat.

Es wird einige schwerwiegende Banken-Zusammenbrüche geben mit schwerwiegenden Auswirkungen für einzelne Länder. Ich befürchte, dass wir bereits an einem Punkt angelangt sind, wo wir das nicht mehr aufhalten können. Wir fangen gerade an, eine Phase zu erreichen, wo, ganz egal wie viel Falschgeld wir auch schaffen, das Problem für die Leute, die es zu lösen versuchen, einfach immer größer wird. Wir befinden uns jetzt ganz nah an diesem Punkt.

Wenn ich über die Gefahren und Risiken spreche, dass die ganze Sache in einer Art Rebellion, in einer Art schrecklichem gesellschaftlichen Kataklysmus enden könnte, dann machen sie [die europäischen Politiker] sich mittlerweile sogar tatsächlich Sorgen darüber. Sie sprechen mit mir dann zwar im Privaten darüber, aber öffentlich wagt sich keiner auch nur ein Wort zu sagen.

Ich glaube, dass der Niedergang in der Eurozone die letzten zwei oder drei Wochen in der Tat sehr schwerwiegend gewesen ist. Es sind die italienischen und spanischen Anleihe-Spreads. Es ist die Tatsache, dass die Jugendarbeitslosigkeit in einigen dieser Mittelmeerländer aktuell bei über 50% liegt. Es sind die Aufstände und das Chaos auf den Straßen.

Und es ist gerade erst einen Monat her, als ich das letzte Mal mit Ihnen sprach, wo uns Herman van Rompuy erklärte, dass wir die Kurve gekriegt hätten, alles in bester Ordnung sei und es mit der Eurozone keine Probleme mehr gäbe. Die stehen jetzt natürlich wie ein Haufen Witzfiguren da.“

Bezüglich der Entwicklung in Italien, wo die Italiener zurzeit immer mehr Gold in die Schweiz verbringen, sagte Farage:

„Die enormen Bewegungen von physischem Gold von italienischen Banken zu schweizerischen Banken, die im letzten Monat stattfanden, sind sehr interessant. Das Vertrauen der Leute, die Gold als Schutz gekauft und es in italienischen Tresoren gelagert haben, in die italienischen Banken ist also bereits so schlecht, dass sie ihr physisches Gold in die Schweiz bringen. Ich bin von Gold immer noch überzeugt. Man sollte es bei Kursrücksetzern kaufen.“

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