Bullen und Bären stöhnen, aber die Fed hält sich zurück

TheInternational Forecaster, 13.02.2010

Die Beziehung zwischen Goldman Sachs und Griechenland, große Belastungen für US-Banken in finanziell gequälten europäischen Ländern, China wirft US-Vermögenswerte ab, Bullen und Bären Umfrage

US-Banken haben in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien Belastungen in Höhe von USD 176 Milliarden, wobei sich dieses Risiko auf die 10 größten US-Banken konzentriert, teilte Barclays Capital am Dienstag mit.

Das sieht nach noch mehr Sozialismus aus und die Schulden sind bereits auf dem Weg. Ein Gesetz zur Schaffung von Arbeitsplätzen könnte diese Woche im Senat verabschiedet werden, was eine geplante 20%ige Reduzierung von Zahlungen an Ärzte unter dem Medicare-Gesundheitsversicherungsprogramm nach hinten verschieben würde…

Der Gesetzesentwurf erstreckt sich auch auf die bald auslaufenden Arbeitslosenzahlungen, Bezuschussungen des Gesundheitswesens für die Arbeitslosen und Autobahnfinanzierungprogramme.

Leitende chinesische Militärvertreter schlugen vor, dass ihr Land die Verteidigungsausgaben erhöht um sich auf Truppenverlegungen der chinesischen Armee einzustellen und möglicherweise einige der US-Anleihen zu verkaufen um Washington für die jüngste Runde ihrer Waffenverkäufe an Taiwan abzustrafen.

Hier ist eine viel beunruhigender Geschichte aus der Zeitung „The Asia Times“: China wirft US-Vermögenswerte und dollarnominierte Unternehmenswerte auf den Markt. Hierzu zählen forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities) und Unternehmensanleihen, die weder beim chinesischen Finanzministerium, SAFE (State Administration of Foreign Exchange), noch bei den großen chinesischen Handelsbanken erwünscht sind. Die chinesische Regierung hat ihre Anlageverwalter beauftragt sich von risikoreicheren Wertpapieren zu befreien und nur noch US-Staatsanleihen und US-Behördenanleihen zu halten, die implizit oder explizit durch die Regierung garantiert werden. Dies wurde den amerikanischen Wertpapierhändlern bereits mitgeteilt, berichten Marktteilnehmer, die über diese Ereignisse direkt Bescheid wissen.

Es ist nicht klar, ob es sich hierbei einfach um eine Risikoaversion Chinas handelt, die sich durch den anwachsenden Spread von Unternehmens- und Hypothekenanleihen in den letzten zwei Wochen begründet oder ob dieser Entscheidung auch eine politische Dimension zu Grunde liegt.

Eine weitere bedeutende Geschichte, die ebenfalls ignoriert worden ist: Die Zeitschrift Der Spiegel veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel „Wie Goldman Sachs den Griechen dabei half ihre wirklichen Schulden zu verschleiern“. Goldman Sachs half der griechischen Regierung das wirkliche Ausmaß ihres Defizits zu mithilfe des Derivatehandels, der auf legale Art die EU-Defizitregeln umging, zu verschleiern. Irgendwann werden diese sogenannten Währungsswaps fällig werden und das jetzt bereits aufgeblähte Defizit von Griechenland wird noch weiter anschwellen.

„Im Besondern um das Jahr 2000 boten verschiedene Investmentbanken komplexe Finanzprodukte an, mit dessen Hilfe es Regierungen möglich war einen Teil ihrer Verbindlichkeiten in die Zukunft zu verlagern.“ erinnerte sich ein Insider, der hinzufügte, dass die Mittelmeerländern solche Produkte aufkauften.

Zu Beginn des Jahres 2002 vereinbarten Griechenlands Schuldenmanager ein riesiges Geschäft mit den gerissenen Bankern der US-Investmentbank Goldman Sachs. Das Geschäft beinhaltete so genannte Währungsswaps (Cross-Currency Swaps) bei denen die Regierung die Schulden in Dollar und Yen herausgab und diese dann für eine bestimmte Zeit in Euroschulden eintauschte, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt in die ursprünglichen Währungen wieder zurückzutauschen.

Irgendwann muss Griechenland für diese Swap-Transaktionen bezahlen und das wird Auswirkungen auf ihr Defizit haben. Die Fälligkeit der Anleihen liegt zwischen 10 und 15 Jahren. Goldman Sachs berechnete eine heftige Kommission für das Geschäft und verkaufte die Swaps 2005 an eine griechische Bank.

Die Aussichten für Besitzer kleiner US-Unternehmen blieben auch zu Beginn des neuen Jahres trostlos, geht aus einer am Dienstag von der National Federation of Indpendent Business veröffentlichten Umfrage hervor.

„Besitzer kleiner Unternehmen starten genauso in das Jahr 2010, wie 2009 für sie endete – deprimiert.“ so die Gruppe, die ebenfalls anmerkte, dass der Small Business Optimism Index im Januar immer noch unter der 90er Marke lag, der Trennlinie zwischen positiven und negativen Aussichten.

Aber die Gruppe sagte auch, dass sieben der zehn Indexindikatoren angestiegen seien, was darauf schließen ließe, dass die Bedingungen sich bald verbessern könnten. Bessere Aussichten bei Arbeitsplätzen, den Beständen und Kapitalausgaben halfen dabei den Index seit Dezember um 1,3 Punkte ansteigen zu lassen.

Im Januar mussten kleine Unternehmen ihre Preise senken, während sie mit der Inflation zu kämpfen hatten und die Profite ebenfalls schwach blieben, so eine Umfrage unter den 2.114 Mitgliedern der Gruppe.

Die Morgan Stanley Monthly Buy-side Survey zeigte, dass die Manager bei den Aktien deutlich von einem Bullenmarkt ausgehen.

Spekulieren Sie bei den folgenden Werten auf steigende oder fallende Preise?

S&P 500 – 79% steigend, 21% fallend

Emerging Markets – 78% steigend, 22 fallend

Rohöl – 63% steigend, 37% fallend

Dollar – 60% steigend, 40% fallend

Gold – 50% steigend, 50% fallend

Die Kunden von Capital One sehen einem Anstieg der Raten entgegen – der Kreditkartenanbieter hebt wegen dem „wirtschaftlichen Umfeld“ die Zinssätze für Rückstände an.

Die Zinsraten, welche für ausstehende Zahlungen berechnet werden springen von 8,01% auf 15,31%.

Wir wissen nicht, ob es sich um Arroganz oder Dummheit handelt, aber die Banken betteln hier förmlich um eine Behandlung mit Mistgabeln und Fackeln.

Der Vorsitzende der Federal Reserve, Ben Bernanke, gab zu verstehen, dass die FED bezüglich der Fiskalpolitik keine radikalen Maßnahmen einleiten wird: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedarf die US-Wirtschaft weiterhin der Unterstützung einer stark entgegenkommenden Geldpolitik.“ sagte Bernanke in einer Erklärung vor dem Committee on Financial Services im US-Repräsentantenhaus, als er sich auf die Auswegstrategie der FED für die von ihr während der Rezession eingeführten Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft bezog. Trotzdem fügte Bernanke hinzu, dass „die Federal Reserve irgendwann die Finanzbedingungen verschärfen muss, indem die kurzfristigen Zinsen erhöht und die Menge der außenstehenden Bankengelder reduziert werden.“

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