Gold: Wo geht die Reise hin?

Frank Holmes, U.S. Global Investors, 13.08.2012

Einer der faszinierendsten Aspekte bei Sportereignissen wie den olympischen Spielen sind die historischen Statistiken, die die enormen sportlichen Fortschritte der Athleten über die Jahre hinweg dokumentieren. Und im Geiste dieses Sommers hat BTN Research dann auch die Fortschritte von Gold vom Beginn der Olympischen Spiele in Peking bis zum Beginn der Olympischen Spiele in London ermittelt.

Am Tag der Eröffnungsfeier in China, dem 08.08.2008, lag Gold bei USD 857,80 pro Unze. Bis zum Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele in London war das gelbe Metall auf USD 1.617,90 pro Unze geklettert. Das ist ein bemerkenswerter Zuwachs von 89% innerhalb von vier Jahren.

Die Athleten werden oft gefragt, ob sie ihre herausragenden Leistungen weiter verbessern können; ich werde gefragt, ob Gold weiterhin im Preis steigen kann. Ich erinnere Investoren gerne daran, dass Gold nicht geradlinig in die Höhe schießt.

Wenn wir uns die durchschnittlichen Monatszuwächse der vergangenen zehn Jahre anschauen, sehen wir, dass kurzzeitige Rückschläge im Jahresverlauf völlig normal sind. Von März bis Juni geht das gelbe Metall historisch gesehen im Preis zurück, wobei die Schwankungen bei den Goldproduzenten sogar zu noch größer ausfielen.

Während Gold also seine monatlichen Aufs und Abs hat, befinden wir uns gegenwärtig, wie aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht, bereits in der besten Goldphase des Jahres. Basierend auf zehn Jahren an Daten hat sich Gold im August im Schnitt um 2% und im September im Schnitt um 4% verteuert.

Historisch gesehen fiel die Performance der Goldminenaktien, ermittelt durch den NYSE Arca Gold BUGS Index (HUI), während dieser beiden Monate sogar noch besser aus. Während der letzten zehn Jahre sind die Goldproduzenten im August im Schnitt um 8% und im September im Schnitt um 3% gestiegen.

Seit Anfang August sind Gold und Goldminenaktien ihrem historischen Muster gefolgt, was man bereits ansatzweise beim Goldpreis und in bedeutenderem Umfang bei den Goldproduzenten sehen konnte.

Während der Goldpreis lediglich um 0,4% zulegen konnte, stieg der HUI seit dem 01.08.2012 um über 5%. Dieser Anstieg bei den Goldaktien hilft, die Kluft zwischen den Goldproduzenten und dem zu Grunde liegenden Metall zu verringern – ein Thema, über das ich bereits vergangene Woche geschrieben habe. Ich erklärte, dass die Ungleichheiten drauf hindeuten würden, dass die billigsten Ressourcen nicht im Boden, sondern an den Aktienmärkten zu finden sind.

Unterdessen gab Endeavor Mining bekannt, dass es die kanadische Avion Gold Corporation kaufen würde, um die Goldabbaugebiete in Westafrika zu konsolidieren. Dieser Kauf sorgte innerhalb eines Handelstages für einen Aufschlag von 56,4%, was veranschaulicht, wie massiv unterbewertet die Goldminenproduzenten tatsächlich sind.

„Die zu Boden gehämmerten Goldaktien sind ein unglaubliches Schnäppchen“, so Adam Hamilton von Zeal Intelligence. Seine Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Goldminenaktien zurzeit „superbillig“ sind, und zwar nicht nur im Vergleich zum Goldpreis, sondern auch wenn man bloß ihre Kurs-Umsatz-Verhältnisse betrachtet.

Als er die Kurs-Umsatz-Verhältnisse der im HUI gelisteten Aktien nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtete, stellte er fest, dass die Goldaktien während des gesamten aktuellen Bullenmarkts noch nie so billig gewesen sind wie heute. Und die Goldfirmen sind auch billiger als der allgemeine Aktienmarkt, da „den Investor ein Dollar an Goldaktienprofit USD 12 kostet, während derselbe Dollar in den allgemeinen Aktienmärkten USD 18 kostet“, so Hamilton, der weiter ausführt:

„Genauso wie beim Rest der Märkte hat auch die Stimmung bei den Goldminenaktien ihre Aufs und Abs. Manchmal lieben Investoren diese Papiere und bieten sie, während die Gier regiert, in schwindelerregende Höhen, und dann beginnt das große Stimmungspendel wieder in Richtung des Gegenteils, der Angst, zurückzuschwingen. Und vergangenen Monat sind die Goldaktien auf lächerliche, unhaltbar niedrige Niveaus gekracht. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass weder exzessive Gier noch exzessive Angst über längere Zeiträume hinweg anhalten kann.“

Für Anleger, die in Goldminen investieren, gibt es jedoch auch einen Wermutstropfen. Wie meine Leser wissen, behalte ich stets den US-Präsidentschaftszyklus im Blick, um zu ermitteln, wo die Aktien hingehen könnten. Von 1984 bis 2008 war die Performance des Philadelphia Stock Exchange Gold and Silver Index (XAU) in den Jahren, wo Präsidentschaftswahlen stattfanden, immer schwach. Die gute Nachricht ist, dass sich der XAU im darauffolgenden Jahr historisch gesehen wieder erholt hat.

Also, wo wird die Reise für Gold und Goldminenaktien nun hingehen? Der Markt könnte wohlmöglich erst einmal abwarten, um zu sehen, welche geldpolitischen Maßnahmen von der US-Notenbank Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank eingeleitet werden. Credit Suisse geht davon aus, dass dies wahrscheinlich „entscheidend dafür ist, welchen Weg der US-Dollar und Aktien und somit auch Gold einschlagen werden.“

Sollte es in Europa bei den strukturellen und finanzpolitischen Reformen zu Fortschritten kommen und die US-Notenbank weitere geldpolitischen Lockerungen einleiten, hätten diese Maßnahmen das „Potenzial, für Aktien außerordentlich bullisch zu sein“ und „den Gold-Enthusiasmus der Investoren erneut anzufachen, was dazu führen könnte, dass das Metall bis auf und über die Marke von USD 1.700 gehandelt wird“, so Credit Suisse.

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