Auf dem Weg zum Mond: 10 Zitate über die Auswirkungen, die QE3 auf Gold und Silber haben wird

Michael Snyder, The American Dream, 19.09.2012

Sie wollen wissen, welche Auswirkungen QE3 auf den Goldpreis und auf den Silberpreis haben wird? Nun ja, Sie können sich ja gerne die unten aufgeführten Zitate der Finanzexperten durchlesen, aber man muss wirklich kein Genie sein, um herauszufinden, was aller Vorausschau nach geschehen wird.

Im Rahmen von QE3 wird die US-Notenbank jeden Monat USD 40 Milliarden aus dem Nichts schaffen und ins Finanzsystem injizieren. Es wird also mehr Dollars geben, die derselben Menge an Waren und Dienstleistungen hinterherjagen werden, und das bedeutet, dass uns Inflationssteigerungen bevorstehen.

In einem inflationären Umfeld neigen die Investoren dazu, sich an harte Vermögenswerte wie Gold und Silber zu halten. Und es ist wichtig, sich hier auch noch einmal ins Bewusstsein zu rufen, dass ein Großteil des durch QE1 und QE2 geschaffenen Geldes die Preise verschiedener Finanzvermögenswerte steigen ließ. Hierzu gehören natürlich auch Rohstoffe wie Gold und Silber.

Dasselbe wird wahrscheinlich mit QE3 passieren. Darüber hinaus gehen die Investoren nun davon aus, dass die US-Notenbank die Gelddruckmaßnahmen auf absehbare Zeit aufrecht erhalten wird und es zu einem fortwährenden Rückgang des US-Dollars kommt – und genau diese Erwartung dürfte Gold und Silber noch mehr Aufwärtspotenzial bescheren.

Doch wenn es um Investments geht, ist nichts „sicher“, und da das weltweite Finanzsystem in den kommenden Jahren zusammenbrechen wird, werden wir an den Finanzmärkten wahrscheinlich auch eine wilde Berg- und Talfahrt sehen. Es bestehen also in der Tat gewisse Chancen, was Gold und Silber anbelangt, aber jeder, der gewillt ist, in diese beiden Edelmetalle zu investieren, sollte sich auf einen außerordentlich wilden Ritt einstellen.

In einem früheren Artikel habe ich zehn Zitate von Experten zusammengetragen, die erklären, was QE3 bei der US-Wirtschaft anrichten wird. In diesem Artikel finden Sie zehn Zitate von Finanzexperten, die erklären, welche Auswirkungen QE3 auf die Preisentwicklung von Gold und Silber haben wird. Hoffentlich ist bei diesen Zitaten, von denen einige auch von renommierten und langgedienten Finanzanalysten stammen, auch das ein oder andere Interessante für Sie dabei:

1. Citibank-Analyst Tom Fitzpatrick:

„Wenn Gold nach oben hin ausbricht und über die Marke von USD 1.790 pro Unze steigt, werden die Menschen das Gefühl bekommen, dass der Zug bereits abgefahren ist, und stattdessen in Silber gehen. Silber dürfte Gold ausstechen. Die Leute sollten nicht vergessen, dass wir gerade erst bei der Mitte des historischen Gold/Silber-Verhältnisses der vergangenen 45 Jahre angelangt sind. Es ist also durchaus vorstellbar, dass das Gold/Silber-Verhältnis noch weiter absinken könnte.

Wenn wir bei Gold einen Preissprung über die Marke von USD 3.400 pro Unze sehen, dann ist es durchaus denkbar, dass Silber in den Bereich von USD 100 pro Unze vorstößt. Investoren dürfen nicht vergessen, dass sich der Goldpreis Ende der 70er Jahre innerhalb von gerade einmal fünf oder sechs Wochen verdoppelt hatte. Wenn wir in drei bis fünf Jahren feststellen sollten, dass die grundlegende Politik der Industrieländer immer noch darin besteht, Geld zu drucken, dann ist bezüglich der Preisniveaus, auf die Gold und Silber klettern können, buchstäblich alles möglich.“

2. Bill Murphy von GATA:

„Ich weiß nur: Wenn man Silber gegenwärtig in nennenswerten Mengen kaufen will, ist der physische Markt der schwierigste, den es je gegeben hat. Und das stammt von meinen besten Quellen.“

3. Francisco Blanch, Investmentstratege bei Bank of America Merill Lynch, geht davon aus, dass sich Gold jetzt in Richtung USD 2.400 pro Unze aufgemacht hat:

„Angesichts der neuen, unbefristeten Natur von QE3 dürfte der Aufwärtsdruck bei Gold weiter anhalten, bis die Beschäftigung so stark ist, dass eine erneute Änderung der Geldpolitik notwendig wird.“

4. Hussein Allidina, Rohstoff-Analyst bei Morgan Stanley:

„Wir sind nach wie vor überzeugt davon, dass der Ausblick bei den Zinssätzen, die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Risikoaversion aufgrund der Eurozonen-Schuldenkrise und die starken fundamentalen Aspekte des physischen [Gold-]Markts ein Investment in Gold rechtfertigen.“

5. Peter Schiff, Geschäftsführer von Euro Pacific Capital:

„Beim Dollar besteht die Gefahr eines massiven Zusammenbruchs … kaufen Sie Gold und Silber.“

 6. Der Rohstoffinvestor Jim Rogers:

„Aber ich verkaufe überhaupt kein Gold. Wenn es im Preis fällt, hoffe ich, dass ich clever genug bin, noch mehr davon zu kaufen. Wenn es massiv steigt, hoffe ich, dass ich clever genug bin, jede Menge davon zu kaufen.“

7. Daniel Brebner und Xiao Fu, Analysten bei der Deutschen Bank:

„Wir würden sogar noch weiter gehen und behaupten, dass Gold im Gegensatz zu dem ´schlechten` Geld – das viele der heutigen Fiatwährungen darstellen – als ´gutes` Geld bezeichnet werden könnte. Bei der Beschreibung von Gold verweisen wir auf das Greshamsche Gesetz: Wenn eine Regierung eine Art von Geld überbewertet und eine andere Art von Geld unterbewertet, dann verlässt das unterbewertete (gute) Geld das Land oder zirkuliert schlicht nicht mehr und wird gehortet, während das überbewertete (schlechte) Geld massiv in Umlauf gelangt.“

8. Nick Barisheff, Geschäftsführer der Bullion Management Group:

„Die Botschaft ist, dass die Ära der hohen Renditen bei Finanzvermögenswerten wie Aktien und Anleihen – so wie es von Bill Gross von Pimco ja auch gesagt wurde – vorbei ist und Gold nun der primäre Vermögenswert ist, dem man sich zum Zwecke des Vermögenserhalts zuwendet. QE3 wird diesen Trend nur noch beschleunigen.“

9. Der „Anleihe-König“ Bill Gross von Pimco:

„Gold kann nicht reproduziert werden. Man könnte es sicherlich in steigender Rate aus dem Boden holen, aber die Goldmenge ist begrenzt.

Und es hat in den vergangenen 20 bis 30 Jahren bis heute einen unbegrenzten Betrag an Papiergeld gegeben. In dieser Phase der Zentralbank-Expansion – ob es nun QE1 oder QE2 ist, ob es nun die LTROs der EZB sind oder dieses potenzielle neue Programm – drucken die Zentralbanken im Grunde nach belieben Geld.

Gold ist ein begrenzter Rohstoff, der über eine beträchtliche Wertdichte verfügt, die Papiergeld nicht hat … Wenn eine Zentralbank damit beginnt, Schecks auszustellen und in Billionenhöhe Geld zu drucken, ist es das Beste, wenn man etwas Handfestes wie Gold besitzt, das nicht reproduziert werden kann.“

10. Der Investor Marc Faber:

„Ich glaube, dass der Trend beim Goldpreis weiterhin stabil bleiben wird, doch der Trend für den Dollar und andere Währungen zeigt nach unten. Mit anderen Worten: In Dollars wird der Goldpreis zu Anstiegen neigen. Wie stark wird Gold steigen? Da müssen Sie schon Herrn Bernanke bei der Fed anrufen – und dort gibt es noch ganz andere Leute, gegen die Bernanke wie ein geldpolitischer Hardliner anmutet. Sie werden also mit Sicherheit weiterhin Geld drucken.“

In den vergangenen Wochen – auch schon vor der Ankündigung von QE3 – kam es beim Goldpreis und beim Silberpreis zu erheblichen Anstiegen. Von diesen Preisbewegungen haben eine Menge sehr vermögender Leute auf aller Welt profitiert.

In einem früheren Artikel hatte ich ja bereits auf einen Bericht der britischen Zeitung Telegraph verwiesen, wo über die enormen Geldbeträge gesprochen wurde, die die Milliardäre George Soros und John Paulsen im Verlauf dieses Jahres in Gold investiert haben:

„Vergangene Woche wurde unter Verweis auf einen SEC-Bericht gemeldet, dass George Soros und John Paulson ihre Investments beim SPDR Gold Trust, dem weltgrößten börslich gehandelten physischen Goldfonds, aufgestockt haben.

Soros hat seine Anteile am börsennotierten Rohstofffonds von 319.550 auf 884.400 erhöht und Paulson hat 4,53 Millionen Anteile gekauft, womit er jetzt insgesamt 21.3 Millionen Anteile hält. Beim aktuellen Preis für einen Anteilsschein, der bei rund USD 156 liegt, belaufen sich die neuen Investments auf USD 88 Millionen bei Soros und über USD 700 Millionen bei Paulson. Das sind signifikante Positionen.“

Und die weltweiten Zentralbanken horten ebenfalls Gold und bauen ihre Bestände weiter aus.

Laut dem World Gold Council haben die Zentralbanken ihre Goldreserven im zweiten Quartal dieses Jahres um weitere 175,5 Tonnen aufgestockt – ein Rekord, denn soviel Gold hatten die Zentralbanken noch nie innerhalb eines einzigen Quartals hinzugekauft.

Könnte es sein, dass einige Leute bereits vorher wussten, dass QE3 kommt?

Ja, das ist eine sehr interessante Frage.

Wie dem auch sei – gegenwärtig wird jedenfalls überall auf dem Planeten jede Menge Edelmetall gehortet, und es steht außer Frage, dass es zurzeit eine Vielzahl an Finanzinsidern gibt, die im Hinblick auf Silber und Gold außerordentlich bullisch sind.

Aber in der Finanzwelt ist nichts sicher, und deswegen gibt es auch keine Garantie für das, was letztlich passieren wird. Käme es in den kommenden Monaten beispielsweise zu einem Aktienmarkt-Crash, würden der Goldpreis und der Silberpreis wahrscheinlich dramatisch fallen.

Schauen Sie sich nur diesen 5-Jahres-Chart für Silber an. Während der letzten Finanzkrise ging der Silberpreis wie ein nasser Sack zu Boden – zwischen Ende 2008 und Anfang 2009 brach der Silberpreis um über 50% ein.

Also, stellen Sie sich darauf ein, dass, wenn der nächste Aktienmarkt-Crash kommt – und das wird mit Sicherheit irgendwann der Fall sein –, auch Gold und Silber einen Schlag abbekommen könnten.

Doch wie werden die Finanzbehörden auf einen solchen Crash reagieren? Richtig, sie werden natürlich noch größere Geldmengen drucken. Und das wird für Gold und Silber abermals außerordentlich gut sein.

Lassen Sie sich von den Aufs und Abs an den Edelmetallmärkten also nicht allzu sehr verschrecken. Gold und Silber machen mit Sicherheit eine wilde Achterbahnfahrt durch, aber langfristig gesehen bin ich extrem bullisch, was diese beiden Edelmetalle anbelangt. Ich gehe davon aus, dass beide letztlich in die Stratosphäre jagen werden.

Weitere Artikel zu diesem Thema