Der Superstar unter den Rohstoffen: Warum Silber alle anderen Vermögenswerte in den Schatten stellen wird

Silber wird zum absoluten Superstar unter den Rohstoffen aufsteigen. Und das Beste: Der Durchschnittsbürger kann an dieser Entwicklung teilhaben

Israel Freidman, Butler Research, 18.10.2012

Vor vielen Jahren, als der Silberpreis noch zwischen USD 4 und USD 5 pro Unze notierte, schrieben Ted Butler und ich zahlreiche Artikel, in denen wir voraussagten, dass Silber langfristig gesehen ein großartiges Investment wäre. Heute, wo die Preise rund sieben bis acht Mal höher sind, können wir sagen, dass wir richtig lagen.

Und noch wichtiger: Der Grund, warum wir im Hinblick auf Silber so bullisch waren, ist die Angebots- und Nachfragesituation des Metalls gewesen und nicht die Inflation oder der Wert des US-Dollars. Und dieser Auffassung bin ich auch heute noch.

Das Einzige, was sich verändert hat, ist der Preis, aber an der Realität der Angebots- und Nachfragesituation hat sich rein gar nichts geändert. Die Silbernachfrage befindet sich immer noch auf dem Weg, das Angebot des Metalls zu überflügeln – und wenn das bei irgendeinem Rohstoff passiert, können Sie mit höheren Preisen rechnen.

Zunächst müssen wir uns aber erst einmal mit dem gegenwärtigen und künftigen Zustand der Welt auseinandersetzen. Die Weltbevölkerung hat gerade erst die Marke von 7 Milliarden Menschen erreicht – vor zwölf Jahren lag sie noch bei 6 Milliarden Menschen. Jedes Jahr kommen weltweit 75 Millionen Menschen hinzu.

Neben dieser größeren Zahl an Verbrauchern haben wir auch den Trend, dass sich der Lebensstandard in Ländern wie Indien und China immer stärker verbessert. Und auch die Lebenserwartung erhöht sich, und das bedeutet, dass eine zunehmende Zahl an Menschen länger lebt und länger konsumiert als je zuvor.

Zur selben Zeit wird es immer schwieriger und teurer die Rohstoffe zu produzieren, die nötig sind, um allen Menschen einen besseren Lebensstandard zu bieten. Werden wir über genügend Rohstoffe verfügen, um den Marsch in Richtung höherer Lebensstandards fortzusetzen? Ich sage ja, aber zu welchem Preis? Die notwendigen Rohstoffe werden jedenfalls nicht mehr billig zu haben sein. Daher scheint es in der Tat klug, die Rohstoffe, die dazu verdammt sind, massive Preisanstiege zu verzeichnen, zur Seite zu legen.

Der beste Rohstoff, den man meines Erachtens halten kann, ist Silber. Dieser Meinung war ich bereits vor 30 Jahren und bin ich auch heute noch. Silber ist einer der ganz wenigen Rohstoffe, den der Durchschnittsbürger tatsächlich auch physisch halten kann.

Speziell die US-Mint produziert mit dem US Silver Eagle die schönste und beliebteste Silbermünze der Welt. Diese Münze ist so beliebt, dass ich nach wie vor der Auffassung bin, dass die US-Mint eines Tages nicht mehr in der Lage sein wird, mit der Nachfrage mitzuhalten, weshalb es bei den Aufpreisen zu einer Explosion kommen dürfte, wenn die US-Mint die Produktion dieser Münzen einstellen muss.

Die Welt scheint sich in eine Richtung aufgemacht zu haben, wo praktisch alle Trends auf eine höhere Silbernachfrage deuten. Also für mich sieht es ganz danach aus, als würde künftig alles elektrisch betrieben werden, und Silber ist nun einmal der beste elektrische Leiter. Und wenn man jetzt noch das unglaubliche Wachstum der Solarbranche hinzunimmt, ist es schwer sich vorzustellen, dass Silber nicht zu einem Superstar unter den Rohstoffen aufsteigen wird.

Und gerade weil es für den Durchschnittsbürger so einfach und im Vergleich zu Gold so billig ist, Silber zu halten, werden die Investoren künftig die größte Silbernachfragequelle sein. Diese Investoren werden langfristig mit den Silbernutzern in Wettstreit treten, die Silber als Rohstoff brauchen. Und das ist eine potenzielle Kaufkombination, die es so zurzeit bei keinem anderen Rohstoff gibt. Das ist es, was Silber so außergewöhnlich macht.

Angesichts der Tatsache, dass es ganz so aussieht, als würde Silber langfristig noch ein massiver Preisanstieg bevorstehen, ist es natürlich ganz normal, dass man versucht zu raten, wann es soweit sein wird und wie stark der Preisanstieg dann ausfallen wird. Ich kannte das Timing weder vor 30 noch vor 10 Jahren und ich kenne es auch heute nicht, weshalb es für mich das Einfachste ist, das Timing einfach auszublenden. Sie sollten aber besser nicht glauben, dass der hohe Silberpreis genau dann kommen wird, wenn Sie es wollen. So funktionieren die Dinge für gewöhnlich nicht.

Das Beste ist, Silber mit seinen Ersparnissen zu kaufen und einfach zu halten. Man sollte Silber nicht auf Kredit kaufen. Wer Silber auf Kredit kauft, setzt sich unnötig unter Verkaufsdruck. Es ist viel einfacher, sich um ein Investment keine Sorgen zu machen, wenn es nicht fremdfinanziert ist. Und das ist gerade deshalb wichtig, weil klar ist, dass es noch ein paar große Shorter da draußen gibt, die nichts anderes tun, als zu versuchen, den Preis nach unten zu hämmern. Sie sollten versuchen, sich auf diese scharfen Abverkäufe einzustellen und die Zeiten, wo die Preise niedrig sind, zu nutzen, um ihre Positionen weiter aufzustocken.

Wie stark kann der Silberpreis steigen? Basierend auf der Bedeutung von Silber als Rohstoff bin ich immer noch der Auffassung, dass der Silberpreis den Goldpreis überflügeln wird, da Gold kein Industriemetall ist. Darüber hinaus bin ich nach wie vor der Meinung, dass die weltweiten physischen Silberbestände bedeutend geringer sind als die Goldbestände, und selbst meine Enkelkinder wissen bereits, dass die Sache, die seltener ist, auch wertvoller sein müsste.

Und obschon Ted Butler nicht ganz so bullisch ist, möchte ich ihn daran erinnern, dass, sollten die Shorter, über die er immer spricht, gezwungen sein, während einer Angebotsverknappung zu kaufen, dies zu unvorstellbaren Preisanstiegen führen könnte. Ferner möchte ich ihn daran erinnern, dass es keine großen staatlichen Silberreserven mehr gibt (so wie dies bei Gold der Fall ist), weshalb auch keine Regierung zu Hilfe eilen kann, wenn für die Shorter der Augenblick der Wahrheit herannaht und es nicht genug Silber gibt, um dieser Entwicklung zu entkommen.

Die Welt hat noch nie eine echte Silberknappheit gesehen, und es ist unglaublich schwer, einen genauen Preis für etwas anzugeben, das so noch nie stattgefunden hat. Was ich jedoch aufgrund meiner Erfahrung sagen kann, ist, dass die allerverrücktesten Preise stets bei einer Angebotsverknappung auftreten.

Ich bin von Anfang an, bereits vor 35 Jahren, davon ausgegangen, dass es zu einer Silberknappheit kommen wird. Das war ja auch der Hauptgrund, warum ich mich überhaupt für Silber zu interessieren begann. Ich glaube, dass die bisherigen Preisanstiege bei Silber, bei denen sich das Metall um das Sieben- bis Achtfache verteuert hat, darauf zurückzuführen sind, dass der Markt bereits ahnt, dass sich eine große Silberknappheit abzeichnet, die Zeichen einer massiven Angebotsverknappung aber noch nicht für jedermann ersichtlich sind.

Man sollte sich mit der Preisfrage erst dann auseinandersetzen, wenn die große Silberknappheit da ist und für alle in Form von weitflächigen Lieferverzögerungen und Lieferausfällen erkennbar wird. Ein Preis kann sich bei den aktuellen Rahmenbedingungen, mit denen wir alle bestens vertraut sind, verrückt und unglaublich hoch anhören – doch wenn eine wirkliche Knappheit auftritt, wo man vor der Wahl steht, Silber zu kaufen oder die Fabrikarbeiter wieder nach Hause zu schicken, erscheint einem dieser Preis dann vielleicht ganz und gar nicht hoch.

Sie und ich würden während einer Angebotsverknappung zu solch hohen Preisen vielleicht nicht mehr kaufen, aber der Industrieanwender hat kaum eine andere Wahl, da er Silber als Rohstoff benötigt. Mein Ziel ist es, das Silber zu verkaufen, wenn die Silberknappheit ihren Höhepunkt erreicht hat. Das ist auch der Grund, warum ich die Inflation oder den Dollar nicht im Auge behalte, sondern mich stattdessen auf die Silberknappheit konzentriere.

Die ganze Zeit über hat es mir immer sehr viel Spaß gemacht, über Silber zu schreiben und darüber, dass es so stark im Preis gestiegen ist und so vielen Anlegern ordentliche Gewinne beschert hat. Und ich denke, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird. Das ist der erste Artikel, den ich seit dem Tod meiner geliebten Ehefrau geschrieben habe, und ich widme ihn ihr.

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