Der Euro ist tot! Lang lebe der Dollar!

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 03.04.2013

Bei uns laufen zurzeit die Telefone heiß und wir kommen kaum in den Schlaf. Was immer Politiker tun können, um die Welt zu vermurksen – glauben Sie mir –, tun sie mit größter Sorgfalt, und sie erreichen ihr Ziel dabei sogar noch vor Fristsetzung!

Die Logik der Europäischen Zentralbank, Frankreichs und Deutschlands lässt doch stark zu wünschen übrig. Die Strategie, Jagd auf Reiche zu machen, die Weigerung der Franzosen, Reformen durchzuführen, das Beharren der Deutschen auf Austerität und die EZB, die sich für die Beschlagnahmung der Gelder auf den Bankkonten ausspricht, haben dafür gesorgt, dass in Südeuropa jetzt Bank-Runs beginnen. All das vereint sich zu einem Bild, das, würde es das Drehbuch eines Spielfilms sein, keiner glauben würde.

Auf so einen Unsinn kommt man überhaupt nicht. Ich finde es unglaublich, dass Leute mit null Qualifikation bezüglich des Managements der Wirtschaft genau die Leute sind, die diese schockierenden, gehirnamputierten Entscheidungen treffen, die gegen jede Vernunft sind. Und dann zitieren sie Akademiker ohne irgendwelche Erfahrung herbei, die all dem Irrsinn noch zustimmen sollen. Warum holen sie sich nicht wenigstens die Leute, die an den Trading-Tischen der Banken sitzen und zwingen sie dazu, zu reden … Ein Analyst der Deutschen Bank ist an die Öffentlichkeit gegangen und hat gesagt, dass jetzt nur noch Jesus den Euro retten könnte.

Und die französische Lösung für die Rekordarbeitslosigkeit: Die Schaffung von noch mehr staatlichen Niedriglohnjobs ohne irgendwelche Ausgabenkürzungen. Die werden es nie begreifen. Wenn man Steuern erhöht und Jagd auf Reichen macht – ja wer soll da noch übrig bleiben, um Arbeitsplätze zu stellen? Die französische Lösung: Die Regierung natürlich!

Verdammt nochmal, Frankreich rauscht hier gerade mit 160 km/h gegen die Wand. Ja und warum soll man nicht einfach auf 240 km/h beschleunigen und beten, dass man sie durchbrechen kann? Natürlich weiß niemand, was hinter der Wand liegt – vielleicht eine Küstenklippe. Die Politiker juckt das gar nicht. Ihnen geht es immer nur um das Hier und Jetzt – das Morgen interessiert sie nicht.

Hollande steht völlig neben der Spur. Jetzt plant er eine Mega-Steuer für die Mittelschicht, die nicht in der Lage ist, aus Frankreich zu flüchten. Die Vermögenssteuer für Einkommen von über EUR 1 Million pro Jahr war ein Komplettreinfall und sorgte dafür, dass die Reichen in Massen flüchteten oder ihr Vermögen jetzt einfach horten.

Jetzt will Hollande Unternehmen mit Jahresumsätzen von über EUR 1 Million pro Jahr mit einer 75%igen Steuer belegen. Er ist einfach nur verrückt. Was kommt als nächstes? Wird er sich als Weihnachtsmann verkleiden und die Häuser der Mittelschicht ausrauben, um es dann all jenen zu geben, die für ihn stimmen?

Obwohl der EU-Gipfel noch nicht einmal begonnen hat, hatten sich in Brüssel bereits 15.000 Menschen versammelt, um ihrer Stimme Gewicht zu verleihen. Die Regierungsvertreter sind schlicht und ergreifend unfähig, zu begreifen, welches Chaos sie mit ihrem Unfug weltweit angerichtet haben. Der Marxismus ist gescheitert! Haben die Regierungsvertreter den Untergang des Kommunismus in Russland und China überhaupt mitbekommen? Wissen sie eigentlich, dass die Berliner Mauer nicht mehr steht? Hollande scheint gegen jedwede Logik zu handeln und ist immer noch extrem marxistisch, während er einfach ausblendet, dass diese Theorien gescheitert sind.

Die älteste Bank, die bis zum heutigen Tage überlebt hat – Banca Monte dei Paschi di Siena, gegründet 1472 – ist jetzt dank Zypern mit Bank-Runs konfrontiert. Aber die Geschichte ist komplizierter. Die Bank hat Unmengen an Einlagen verloren, weil sie mit Derivaten gehandelt hat. Na, kommt Ihnen das bekannt vor?

Die entscheidende Rolle spielte der damalige italienische Zentralbankchef und einstige Goldman Sachs Banker Mario Draghi, der heute Präsident der EZB ist! Ja genau – die Tentakel von Goldman Sachs reichen bis ins Herz von Europa und der EZB. Auf so einen Dreck würden man im Leben nicht kommen – und trotzdem ist laut den Medien alles in bester Ordnung. Warum? Weil sie sich im Besitz gigantischer Konzerne befinden, die ebenfalls von den Bankern abhängig sind?

Die US-Botschaft warnt US-Bürger davor, nach Griechenland zu reisen, da es dort zunehmend mehr Gewalt gegen Ausländer gibt. Die griechischen Politiker versuchen, die Sorgen herunterzuspielen und schwören darauf, dass Griechenland sicher sei. Die Anti-Deutschland-Fraktion erlebt jetzt tatsächlich einen richtigen Aufstieg.

Nach dem, was die EZB Zypern angetan hat, könnte es gut sein, dass es in Griechenland in 2014 zu einer Revolution kommt. Niemand scheint sich darüber Gedanken zu machen, dass, schließt man die Banken, um Kapitalabflüsse zu vermeiden und die Banken zu schützen, man dadurch im Grunde auch verhindert, dass den Banken neue Einlagen zufließen. Also, wie genau soll die Wirtschaft da noch mal funktionieren? Hat sich irgendwer diese offenkundige Frage gestellt?

Sollten wir beim Euro einen Tagesschlusskurs über der Marke von USD 1,2866 sehen, wird er sich ein klein wenig erholen und die bärische monatliche Umkehrmarke von USD 1,2975 testen, die [im März] getroffen wurde. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Rally länger als bis Ende nächste Woche anhalten wird.

Selbst Gold fällt, weil der Dollar der einzige Ort ist, wo das Big Money hingehen kann. Ich habe versucht, zu erklären, dass das offene Interesse bei Gold-Futures in New York derzeit bei gerade einmal USD 75 Milliarden liegt. Das ist nichts im Vergleich zu den USD 17 Billionen an ausstehenden Staatsschulden.

Das weltweite Kapital ist jetzt in Angst und Schrecken versetzt worden. Ich habe die ganze Zeit davor gewarnt, dass die USA die letzten sein würden, die stürzen. Und das hat rein gar nichts mit meiner persönlichen Meinung zu tun, sondern basiert ausschließlich auf mühevollen Nachforschungen und dem historischen Ablauf der Ereignisse.

Es ist jetzt an der Zeit aufzuwachen und zu begreifen, was sich in der Weltwirtschaft derzeit wirklich abspielt, und mit dem primitiven Unsinn aufzuhören, zu versuchen, alles aus einer inländischen Perspektive heraus zu analysieren. Es ist total verrückt da draußen – und Sie gehen besser in Deckung!

Unterdessen hat sich der ehemalige Goldman-Trader Matthew M. Taylor wegen Überweisungsbetrugs für schuldig bekannt. Er erklärte vor einem New Yorker Gericht, dass das Management von Goldman keine Ahnung von seinem USD 8,5 Milliarden Trade hatte. Sollte das stimmen, ja wie können Firmen wie Goldman und JPMorgan überhaupt ohne irgendwelche Kontrollen funktionieren? Gibt es viel zu viele bösartige Schurken-Trader da draußen, die New York City ohne Weiteres auslöschen können?

Vielleicht ist wirklich nur Jesus in der Lage, dieses Schlamassel wieder in Ordnung bringen. Washington, die Regulierungsbehörden und die Gerichte sind dazu jedenfalls nicht in der Lage. Sie begreifen einfach nicht, dass sie hier gerade die Grundsteine der gesamten Weltwirtschaft herausreißen. Mit so etwas spielt man nicht – das ist weit schlimmer, als mit der Schere herumzurennen oder mit Streichhölzern zu spielen, aber offenkundig sind sie von ihren Müttern als Kinder nie davon abgehalten und diszipliniert wurden.

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