Finanzkrise: Warum die nächste Crash-Welle noch viel verheerender ausfallen wird

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 06.10.2014

Tiere sind nicht dumm. Selbst ein Vogel reagiert darauf, wenn man ihn füttert. Er vertraut einem und kommt näher. Auf dem (unten stehenden) Foto füttere ich gerade einen Vogel, der bereit ist, zu mir zu fliegen, weil ich ihm Essen schenke. Menschen sind da auch nicht anders. Genauso wie mir der Vogel traut, trauen die Menschen dem Staat. Aber was passiert, wenn das kostenlose Essen ausgeht?

Viele Menschen haben mich gefragt, wer auf dem Tief einer Rezession oder Depression eigentlich die Käufer sind, die dann dafür sorgen, dass die Wirtschaft eine Trendumkehr einleitet. In den Finanzmärkten sind diese Käufer die Halter von Shorts, die sich gezwungen sehen, ihre Positionen glatt zu stellen.

Unsere Untersuchungen zur Wirtschaft haben enthüllt, dass es zwei Gruppen gibt, die der Westen ins Visier genommen hat – doch dieses Mal dürften diese beiden Gruppen ausfallen. Und das ist auch der Grund dafür, warum der nächste Rückgang schlimmer ausfallen wird.

Die beiden Gruppen sind:

Diese beiden Gruppen sind von wirtschaftlichen Rückgängen oftmals nicht betroffen gewesen. Doch dieses Mal sind beide Gruppen ins Fadenkreuz geraten, und zwar aufgrund der gehirnamputierten Idee, ihr Einkommen auf null abzusenken, um den Banken zu helfen, und aufgrund der Hatz auf die Reichen, die besteuert werden sollen, um die ohnehin unrettbaren staatlichen Haushaltsdefizite zu stützen.

Füttert man Vögel jeden Tag, vergessen sie irgendwann, wie man selbst nach Nahrung sucht. Menschen sind da auch nicht anders. Im Westen sind die Menschen mittlerweile abhängig vom Staat und wissen gar nicht mehr, wie man ohne ihn überlebt.

MA-FeedingBird

Die Menschen in den Ländern, die einst hinter dem Eisernen Vorhang lagen, können sich besser alleine durschlagen und glauben auch nicht an den Staat. Und das ist es, was die Leute, die immer behauptet haben, die Unruhen in der Ukraine seien ein CIA-Plot gewesen, nicht begreifen. Man bekommt mit einer Verschwörung nicht so viele Menschen auf die Straße – die Staaten würden sich wünschen, so viel Macht zu besitzen.

Selbst die Einstellung der Chinesen, die Gold gekauft haben, unterscheidet sich nicht von der der Ukrainer. Man muss seine eigenen Sachen besitzen, weil man dem Staat nicht trauen kann. Die Chinesen hören nicht auf Hyperinflationisten oder diejenigen, die behaupten, Papier-Kontrakte seien der Grund dafür, warum das gelbe Metall bisher noch nicht gestiegen ist. Papierkontrakte gibt es auch bei Palladium.

Es ist eine völlig andere Einstellung als im Westen, wo die Menschen dem Staat im Allgemeinen vertrauen, während die Menschen in den ehemaligen kommunistischen Staaten exakt die gegenteilige Auffassung haben.

Uns steht eine sehr harte Zeit bevor, weil wir im Westen dem Staat – der vor unser aller Augen scheitert – viel zu stark vertrauen. Die Staaten werden die Menschen attackieren. Sie werden kratzen und beißen, bevor sie auch nur den kleinsten Teil ihrer Macht aufgeben. Sie sehen sich nie als das Problem – das Problem ist immer das Volk. Wir können das Ganze überleben, aber dafür müssen wir wenigsten begreifen, was sich hier gerade abspielt.

Westliche Staaten bereiten sich auf ihren Untergang vor

Zum Teil des Zyklus gehört, dass der Rechtsstaat attackiert wird, während sich die Regierungen gerade auf ihren eigenen Tod vorbereiten. Um noch ein wenig länger zu überleben, fangen sie nun damit an, Andersdenkende zu bekämpfen. Wir haben das beispielsweise bei den Käufen von Wasserwerfern durch die spanische Regierung gesehen, was bei den Spaniern entsetzliche Erinnerungen an ihre Revolution wach werden ließ.

Jetzt hat die britische Regierung bekanntgegeben, dass sie demokratiefeindliche Personen von sozialen Netzwerken ausschließen will. Das folgt direkt auf das Unabhängigkeitsreferendum in Schottland. Sie nennen die Leute, die dagegen sind, dass ihre Stimme nicht gezählt wird, antidemokratisch, weil sie sich weigern, die gefälschte Wahl in Schottland zu akzeptieren.

Genauso wie „Terroristen“ als Ausrede dafür herhalten mussten, dass alle Informationen zu Geldtransfers eingesammelt werden, und Amerikaner um ihre gesamte Verfassung gebracht worden sind, nur weil jeder ein Terrorist sein könnte – der als jemand definiert wird, der gegen die Regierung ist –, sehen wir jetzt die Ausweitung dieser Ideen, um die Demokratie zu verteidigen, die wir in Wahrheit ja noch nicht einmal haben.

Die britische Regierung gab nun bekannt, dass sie „schwarze Listen“ erstellen wird, die Namen von Extremisten enthält, die gegen die vermeintlichen Demokratien sind, die heute existieren. Ich hatte bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass das Einzige, was wir heute haben, Republiken mit Berufspolitikern sind, die die Menschen „vertreten“. Eine Demokratie ist hingegen ein System, wo die Menschen tatsächlich abstimmen und sich selbst vertreten können.

Darüber hinaus sollen alle öffentlichen Kundgebungen und Demonstrationen mit diesen als demokratiefeindlich eingestuften Personen verboten werden. Das ist ganz klar ein Verstoß gegen die Demonstrationsfreiheit und veranschaulicht das ganze Problem mit dem Staats.

Die Unruhen in Italien haben bei der Europäischen Zentralbank für einen Schock gesorgt. Sie haben jetzt begriffen, dass es ein tiefgreifendes Problem gibt, und sie sind weder in der Lage, die wirtschaftliche Implosion aufzuhalten, noch würde ihnen je in den Sinn kommen, dass sie falsch liegen.

Wie konnte Ronald Reagan so populär werden? Als seine Ideen an Glanz verloren hatten, tauschte er sein Kabinett aus. Er war nie eine „lahme Ente“ wie Obama. Obama ist im Herzen Marxist, und genau das ist es, was diese Typen tun: Sie halten bis zum letzten Atemzug an ihren Theorien fest und beharren darauf, dass sie Recht haben.

Der Kampf der britischen Regierung gegen die Redefreiheit folgt nur wenige Tage auf die Proteste in Italien gegen die EZB. Sie wissen ganz genau, was sich aktuell abspielt. Es ist sehr traurig, das mitzuverfolgen. Selbst Margaret Thatcher hatte begriffen, dass das der letzte Strohhalm ist, an den sich eine gescheiterte Regierung klammert.

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