Gold: Geht es jetzt endlich wieder aufwärts?

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 12.02.2015

Frage: „Würden Sie die aktuelle Rally bei Gold als falschen Kursausbruch bezeichnen? Was bräuchte es, damit Sie bei Gold einen bullischen Ausblick haben? Werden Sie bei Gold jemals bullisch sein?“

Antwort: Wenn sich alle Märkte entsprechend ausrichten, sodass ein neuer Trend im Gang ist, werde ich das mit Sicherheit auch deutlich kommunizieren. Gold hat sich bisher auf ganz typische Art und Weise verhalten. Als es über unserer bärischen Jahresumkehrmarke von USD 1.044 pro Unze aus dem Handel ging, sagte ich, dass Gold nicht so schwach ist, wie es den Anschein hat. Und dann traf es eine bullische Umkehrmarke, keine bärische. Es kam ein Umkehrpunkt und Gold bewegte sich höher. Also, was ist daran jetzt eine große Sache?

Der Dow Jones ging zum Jahresende niedriger aus dem Handel, was eine Warnung war, dass es zu einer Korrektur kommen könnte, während sich beim Euro abzeichnete, dass er noch einmal eine Rally zu dem Niveau von USD 1,13 bis USD 1,16 hinlegen könnte. Alles hatte sich für eine Reaktion ausgerichtet – aber nicht für eine langfristige Trendwende. Dafür wären beim Euro politische Reformen in Europa notwendig, das wäre das Mindeste. Im Folgenden sehen Sie die technische Chartanalyse des Goldpreises für den heutigen Tag. Darauf ist ein extremer Widerstand bei USD 1.315 pro Unze zu erkennen und Stützungen, die bei USD 1.216 und 1.207 verlaufen. Und das sind nicht irgendwelche sinnlosen Meinungen.

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Ihr Problem ist, dass Sie die Welt durch die Goldbrille sehen und alles andere ausblenden. Würden Sie sich tatsächlich mal objektiv mit den Marktbewegungen auseinandersetzen und diese untersuchen, würden Sie erkennen, dass nachhaltige Trends immer koordiniert sind. Wir haben eine Reaktion beim Euro, und ich hatte davor gewarnt, dass es dazu kommen würde, sollte der Euro die bärische Jahresumkehrmarke von USD 1,16 treffen. Ich sagte, dass der Euro daraufhin wieder in diesen Preisbereich steigen würde, um diese Marke erneut zu testen, bevor er abermals fällt.

Die aus Brüssel kommenden Fundamentaldaten sind unverändert. Die EU wird sich nie reformieren, weil sie Angst haben, dass ihre Agenda falsch sein könnte. Daher versuchen sie, die Wirtschaft und die Märkte mit Gewalt so zurechtzubiegen, dass sie sich an der Macht halten können. Sie versuchen aktuell, mit Großbritannien einen Deal zu erzielen, um ein Referendum zu verhindern. Das Einzige, was sie können, ist, jeden demokratischen Prozess zu verhindern, weil sie ganz genau wissen, dass die Menschen gegen sie stimmen würden.

Die EU ist eine arrogante Diktatur, und sie rechtfertigen sich damit, dass sie besser wissen würden, was für die Menschen gut ist als die Menschen selbst. Ja und was glauben Sie, wie lange dieser Trend im Namen der freien Märkte noch anhalten kann – Dollar runter, Gold hoch, Dow Jones runter –, ohne dass da mal jemand einen Realitäts-Check macht? Wenn Sie nicht in der Lage sind, zu erkennen, was diese Typen da gerade treiben, dann haben Sie es auch nicht anders verdient, als alles zu verlieren.

Natürlich haben die Goldbugs den Goldpreisanstieg gleich eine Rally genannt und behauptet, die Menschen würden plötzlich das Vertrauen in die Zentralbanken verlieren. Sie müssen jeder Marktbewegung irgendeine Erklärung geben. Doch Ausreden mit ernster Miene herauszuposaunen beweist nur, dass es sich bei diesen Leuten keineswegs um Profis handelt. Entweder glauben sie den Müll, der ihnen gesteckt wird, tatsächlich selbst oder sie sind so voreingenommen gegenüber den Zentralbanken, dass sie wirklich blind sind. Jeder wirkliche Profi weiß, dass die Zentralbanken keinen Einfluss auf die Wirtschaft haben. Selbst Larry Summers – der geistige Vater des Negativzinses – hat ja eingeräumt, dass sie überhaupt nicht in der Lage sind, die Wirtschaft zu prognostizieren und bisher seit dem Zweiten Weltkrieg kein einziges Mal richtiglagen.

Und da glauben die Menschen allen Ernstes, dass die US-Notenbank in der Lage sei, die Wirtschaft zu kontrollieren? Wer ist hier der Idiot? Diejenigen, die bei der Fed den Hut aufhaben, oder die Idioten, die glauben, sie hätten tatsächlich Einfluss auf irgendwas? Und warum soll man davon ausgehen, dass die Menschen plötzlich das Vertrauen in Zentralbanken verloren haben? Naja, es müssen ohnehin Vollidioten sein, wenn sie glauben, was ihnen irgendein TV-Experte erzählt. Ein Narr wird ganz schnell von seinem Geld befreit. Das ist es, wozu er nutze ist.

Diejenigen, die das begreifen, machen Geld, indem sie es von denen nehmen, die bereit sind, es ihnen kampflos zu überlassen, weil sie nicht in der Lage sind, im Leben voranzukommen. Ja es gibt Leute, die packen immer wieder in die Steckdose und rechnen jedes Mal mit einem anderen Ergebnis.

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Also was ist hier die große Sache? Es handelt sich hierbei lediglich um eine einfache und klassische Kursbewegung, mit der die Lücke zwischen zwei Handelskanälen wieder aufgefüllt wird. Wir haben aktuell zwei kleine bullische Wochenumkehrmarke bei USD 1.237 und USD 1.239 pro Unze. Würden diese Marken erreicht, bestünde die Aussicht auf weitere Anstiege. Darunter haben wir eine wichtige bärische Wochenumkehrmarke, die bei USD 1.209 pro Unze liegt.

Die Leute wurden aus dem Markt geworfen. Sie werden wieder einsteigen in dem Glauben, dass es sich um einen Goldbullenmarkt handelt, verstehen unterdessen aber nicht, dass sich alle anderen Märkte auch entsprechend ausrichten müssen, bevor es zu einer bedeutenden Trendwende kommt. Die Gefahr, dass sich der aktuelle Trend bis ins Jahr 2017 hinein verlängert, ist sehr hoch. Natürlich neigen diese Leute dazu, nur auf die Goldbullenmärkte zu achten und zu glauben, dass ihre Geldmengentheorie ihnen irgendwie den Hintern retten wird, obwohl sie damit natürlich genauso falsch liegen wie Larry Summers.

Es braucht nur einen kleinen Anstieg bei Gold, und schon vergessen sie, dass sie danebenlagen und stürzen sich in die nächsten Verluste, weil sie nichts dazugelernt haben. Der Trend wird sich dann umkehren, wenn das Vertrauen in den Staat zusammenbricht und die Menschen begreifen, dass die EU der offene und direkte Feind ihrer Freiheit ist – dann wird es für Staatsanleihen nämlich keinerlei Gebote mehr geben.

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