Euro-Crash: Warum die Eurozone auseinanderbrechen wird

Bob Chapman, The International Forecaster, 10.07.2010

Es war in den späten 50er Jahren, als wir das erste Mal einen flüchtigen Eindruck vom europäischen Binnenmarkt erhielten. Zu jener Zeit lebten wir in Europa. Diese Entwicklung ging mit der 1960 geschaffenen europäischen Freihandelsorganisation, EFTA, einher und verfestigte sich im Verlaufe der 60er Jahre weiter durch das deutsche Wirtschaftswunder. Danach folgten weitere Jahre der Konsolidierung, die dann zur Europäischen Gemeinschaft und schließlich dem Ende der Sowjetunion, dem Maastrichtvertrag und dem Euro führten. Die meisten Menschen waren sich während all dieser Jahre garnicht im Klaren darüber, dass diese Zusammenschlüsse tatsächlich einen Wiederaufbau des Zentralismus darstellten, den man einst das Römische Reich nannte.

Vor vielen Jahren hatten wir bereits darüber geschrieben, dass die Europäische Union zum Scheitern verurteilt ist. Es handelt sich um eine unnatürliche Allianz von Stämmen, welche seit Anbeginn der Zeit miteinander in Konflikt standen und nun durch eine Währung zusammengehalten werden, die darauf basiert, dass deren Zinssatz allen passen würde. Die sozialen und politischen Auswirkungen sind enorm. Die Theorie des einheitlichen Zinssatzes, der allen passt, verdammte die Allianz von Anfang an zum Scheitern, da es sich hierbei um einen Mechanismus für eine massive Fehlsteuerung von Geldern handelt. Dadurch wurden die Gelder in der gesamten Europäischen Union fehlgeleitet und, was viel schlimmer ist, ging mit dem Ganzen der schleichende Verlust von Souveränität einher. Das kann passieren, wenn Wirtschaft, Finanzwelt und soziale Erwägungen für politische Dummheiten oder vielleicht auch Opportunismus eingespannt werden. Daher schrieben wir bereits vor vielen Jahren, dass diese Versuche ganz einfach schief gehen mussten.

Der Grund dafür war, dass die Finanzen von politisch motivierten Bürokraten gesteuert wurden, von denen die meisten an der Weltregierung interessiert waren. Das Ergebnis liegt heute vor – ein Europa, das kurz davor steht zu Scheitern und auseinanderzubrechen. Ein System, das nicht nur als ein Einfallstor für die Eine-Welt-Regierung diente, sondern eines, das wenigsten über einen bestimmten Zeitraum hinweg die Macht Deutschlands kanalisieren würde. Die letzte Hürde Deutschland bestand in der Wiedervereinigung, die so durchgeführt wurde, dass es Westdeutschland ein Vermögen kostete und zehn Jahre lang das Wachstum hemmte.

Jetzt hat man mit einem Rettungspaket zu kämpfen. Durch Austerität in ganz Europa und England will man die benötigten Geldmittel aufbringen um den Bankern die Schulden zurückzuzahlen – Schulden, die von 5 Eurozonenländern angehäuft wurden, Schulden, die von den Banken aus dem Nichts geschaffen wurden und die jetzt nicht nur aus den Säckeln der Länder, die sich in Schwierigkeiten befinden, zu zahlen sind, sondern auch durch die Geldgeber anderer souveräner Staaten wie Frankreich, Deutschland und anderen.

Wir glauben, dass die mitteleuropäischen Länder dazu tendieren werden wieder zu diversifizieren und zu ihren nationalistischen Tendenzen zurückzukehren, nachdem sie in der Europäischen Union und Währungsunion nicht erfolgreich gewesen sind. Die Kernländer mussten feststellen, dass der überehrgeizige und armselig geschaffene Euro zur Abhängigkeitsfalle wurde und die Zentralisierung sich als bürokratischer Albtraum herausstellte.

Deutschland hat für seine Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland einen sehr hohen Preis bezahlt. Der 1:1 Umtauschkurs der Ost- in die Westmark stellte sich als sehr teuer heraus, wobei noch die Wiederaufbaukosten für Ostdeutschland hinzuzurechnen sind, wo man dem Westen 20 Jahre hinterher war – ein Beispiel für gehemmtes Wachstum. Darüber hinaus ging die Arbeitsmoral verloren. Aus Deutscher Sicht musste die Wiedervereinigung stattfinden. Die USA, besonders jedoch die Briten und die Franzosen waren über die Wiedervereinigung hocherfreut, weil sie genau wussten, dass es das Wachstum für zehn Jahre behindern und Deutschland weniger durchsetzungs- und wettbewerbsfähig machen würde. Danach war der Euro ein Mühlenstein um den Hals des Landes. Nur die Hälfte der Deutschen wollte die Europäische Union und 68% wollen bis heute keinen Euro. Tatsache ist, dass sie sogar Euros, die von anderen Mitgliedsländern der Eurozone gedruckt werden, skeptisch gegenüberstehen.

Wenn wir uns zurückerinnern, hatten die Franzosen und die Niederländer bei den Abstimmungen zur EU-Verfassung mit nein gestimmt und in Deutschland gab es überhaupt kein Referendum. Die korrupten Politiker stimmten in ihrem Namen ab und verkauften und verrieten sie im Grunde. Wie Sie wissen, hat man ihnen illegal eine Verfassung reingewürgt.

Also zunächst einmal keine Verfassung und dann noch die Währungsunion – dieses Projekt hatte nie Aussicht auf Erfolg. Herausgekommen ist eine 27-Länderunion mit einer 16-Länderwährung. Der Zusammenbruch der Europäischen Union wird – wie oben bereits erwähnt – zu Dezentralisierung und Nationalismus führen. Dieser Stammestrieb ist völlig normal, ungeachtet der gemeinsamen Religion des Westens und Kontinentaleuropas. An dieser Stelle müssen wir anmerken, dass die Religion die Europäer noch nie davon abhielt sich gegenseitig zu töten, das haben wir ein ums andere Mal erlebt. Das war natürlich das Werk der Banker, aber das ist eine andere Geschichte.

Das Ergebnis dieser über Europa hereinbrechenden Veränderungen wird sein, dass Europa wieder auf traditionelle Art funktionieren und dabei sogar noch stärker aufblühen wird als zuvor. Die schwächeren Länder, die subventioniert wurden, werden wieder ins Hintertreffen gelangen. So funktionieren Gesellschaften ganz einfach nun mal. Wir gehen davon aus, dass alle Länder schließlich wieder zu Schutzzöllen auf Waren und Dienstleistungen zurückkehren werden, da Europa und die USA nicht mit niedrigen Arbeitskosten mithalten können. Die EU und die Welthandelsorganisationen werden daher in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr existieren. Bei den Anführern derartiger Veränderungen könnte es sich durchaus um England und die USA handeln. Diese Entwicklungen könnten auch schwierige Zeiten für Muslime und illegale Einwanderer in England und in Kontinentaleuropa mit sich bringen.

Die Eine-Welt, das Konzept der Neuen Weltordnung, könnte durchaus zu Grabe getragen werden, außer natürlich, die Eliten starten einen neuen Weltkrieg. Eine Sache ist jedoch sicher: Die Fehlleitung von Vermögen würde aufhören. Nie wieder ein Zinssatz der allen passt und nie wieder Subventionen. Die Banken und Regierungen werden ebenfalls feststellen, dass die Schulden der PIIGS-Länder definitiv wird umgeschuldet werden müssen. Falls die Geldgeber dies nicht begreifen sollten, kommt es zu einem allseitigen Zahlungsausfall. Dies wird finanzielle und politische Realität werden. Unverantwortlich zu reagieren, können sich die Geld gebenden Länder nicht leisten und wir sollten auch nicht vergessen, dass der Kreditgeber zu 80% für den Kredit verantwortlich ist. Sie haben die Vertragsbedingungen geschaffen, genauso, wie sie die Kredite aus dem Nichts herbeizauberten.

Eine 70%ige Abschreibung der Schulden würde funktionieren, aber dies würde auch bedeuten, dass es bei den Geldgebern zu Verlusten von USD 1,4 Billionen kommt. Länder wie Deutschland, Frankreich und Holland könnten diese Verluste wegstecken, aber schwächere Länder und Banken würden dazu nicht in der Lage sein. Und nochmals: Darüber hätten sie nachdenken sollen, als sie die Kredite vergeben haben.

Die Schuldfrage stellt sich auch aufgrund der Aktivitäten der Aufsichtsbehörden, die in der Vergangenheit alles dafür taten Banken und Versicherungsfirmen zu zwingen fragwürdige Schulden aufzukaufen. Es verdeutlicht uns, wie hinterhältig die Geschichte dieser Kredite gewesen ist. Das ist auch der Grund dafür, warum zentralisierte Kontrolle nicht funktioniert. Es gab einige Situationen, wo man qualitativ hochwertige Papiere veräußerte um Müll zu kaufen, nur weil die Bürokraten in Brüssel dies so angewiesen hatten. Das Ergebnis dessen ist die nun vorliegende Realität. Die gestürzten Länder können überhaupt nicht zahlen, ohne dass sie dabei nicht in eine 30 bis 50 Jahre anhaltende Depression rutschen würden. Das bedeutet, sie würden so gut wie keine Geschäfte mit den gesünderen Ländern machen, was die Verbreitung der Depression noch stärker befördern würde.

Und dies bedeutet wiederum, dass ein großes Treffen ansteht, bei dem die USA und Großbritannien dabei sein würden und sollten, auf dem – wie wir es bereits seit Monaten vorhersagen – die Zahlungseinstellungen und Abwertungen vorangetrieben werden. Ein derartiger Vertrag würde die Depression nicht abwehren, aber er würde sie verkürzen. Die großen Verlierer werden dann die Geldgeber, die solventen Länder und Personen sein. Das kommt daher, weil ihr Vermögen um zwei Drittel fallen wird, während zur selben Zeit ihre Währungen abwerten und sie in die geordnete Insolvenz eintreten. Wenn Sie davon nicht überzeugt sein sollten, schauen Sie sich doch einmal die Abwertungen bei den Schulden an, welche die Zahlungsunfähigkeit Europas widerspiegeln. Als Beispiel können hier die Schulden Griechenlands dienen. Das ist eine bewiesene Tatsache.

Griechenland, die Eurozone und die Herangehensweise der EU erleben gerade den schrittweisen Niedergang. Wenn die Beteiligten clever wären, würden sie Umschulden und Griechenland vom Euro losreißen. Nein, das tun sie nicht, stattdessen erleben wir, wie der griechische Premierminister die griechischen Inseln an seine Bilderberg-Freunde aus ganz Europa abverkauft. Der Schlüssel für Griechenlands Überleben ist nicht der Euro, sondern die Rückkehr zur abgewerteten Drachme. Dann bräuchten die Nordeuropäer auch keine Nullzinspolitik. Ursprünglich waren es die niedrigen Zinsen der PIIGS-Länder, welche für den Beginn der Krise sorgten.

Der Weg für die Erholung der EZB würde über die Anhebung der Zinssätze führen, aber sie kann die Zinsen nicht erhöhen. Die USA und die FED würden sie von allen Seiten attackieren. Also besteht die Alternative darin, dass die EZB es der Zentralbank eines jeden Landes erlaubt ihre eigenen Zinssätze festzulegen. Das würde funktionieren, aber es würde der EZB auch die Macht aus den Händen nehmen, daher wollen sie das auch nicht tun, was im Ergebnis zu einem Zusammenbruch des Euros aus dem Inneren heraus führen wird.

Ein Aufbrechen des Euros würde die stärkeren Länder davon befreien Schulden von suspekten Ländern kaufen zu müssen. Diese Gelder könnten dann in neue Produkte, Immobilien und Expansion fließen – Dinge, welche die Gewinne erhöhen und zu geringeren Steuern sowie einer stabileren Regierung führen. Umso schneller die 5 PIIGS-Länder aus der Eurozone entfernt werden und man den Euro loswird, umso besser wird ganz Europa am Ende dran sein. Trotz der sich abzeichnenden unbedienbaren Schulden, würde es den stärkeren europäischen Ländern nach einer Phase der Anpassung sehr gut gehen. Sie wären nicht länger durch die politischen Bürokraten in Brüssel gefesselt.

Die europäischen Märkte werden zu ihren historischen Stammeswurzeln zurückkehren und auf natürliche Art funktionieren. Die meisten Länder werden dann wesentlich besser darauf vorbereitet sein an einem neuen freien Markt teilzunehmen und sich dabei auch wohl fühlen. Dies würde auch Dezentralisierung und Vielfalt bedeuten. Den Euro und die Europäische Union loszuwerden wird das Beste sein, was den europäischen Ländern seit Jahren passiert ist. Selbstverständlich wird das bei der Meute der Neuen Weltordnung nicht gut ankommen. Sie werden wieder einmal keinen Erfolg gehabt haben…

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