Renaissance der Kernenergie – Kein Mangel an Kernbrennstoff

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke, Eike-Klima-Energie.eu, 13.10.2010

In Deutschland schickt sich das Bündnis90/Die Grünen an, die bisherigen Volksparteien ein- und vielleicht sogar zu überholen. Das Grundcredo und der Gründungsauftrag dieser Partei ist die rückwärtsgewandte Verneinung als konsequente und mit demagogischen Mitteln betriebene Verteufelung der sichersten, wirtschaftlichsten und nachhaltigsten Energiequelle, die der Menschheit jemals zur Verfügung stand. Sollte sich diese Entwicklung hierzulande fortsetzen, begibt sich Deutschland erneut in eine Außenseiterrolle der Weltgemeinschaft. Anstatt das große intellektuelle und ingenieurtechnische Potential Deutschlands nutzbringend für die echten Zukunftsherausforderungen einzusetzen, wird es bei zwar technologisch anspruchsvollen, aber wirtschaftlich nutzlosen Anwendungen mittelalterlicher Methoden zur Energiegewinnung verschwendet (Windräder) und zur Durchsetzung einer Green-Economy- Vision missbraucht, die jedem Naturschutz (s. Landschafts- und Tierschädigung durch Windräder) widerspricht, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nachhaltig mindert und die Zukunftschancen unserer Kinder schädigt.

Eine Studie des weltbekannten US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) blickt dagegen zuversichtlich in die Zukunft, analysiert wichtige Problempunkte, die zu einer weiteren Ausweitung der Kernkraftnutzung noch zu lösen sind und gibt hierzu konkrete Handlungsdirektiven an. Die Studie ist als pdf-Dokument beigefügt.

An erster Stelle ist der zwar immer wieder kolportierte, aber unzutreffende Engpass der Versorgung mit Kerbrennstoff zu nennen. Die Studie stellt fest, dass auch bei einer Zunahme der Kernenergienutzung kein Engpass zu erwarten ist und widerlegt damit unmissverständlich alle anderslautenden Publikationen. Dem auf diesem Fachgebiet besser Informierten ist dies allerdings nichts Neues. Die gezielte Suche und Exploration von Uran-Lagerstätten hat noch lange nicht einen vergleichbaren Stand wie beispielsweise beim Erdöl oder Erdgas erreicht. Zählt man das Thorium als Kerbrennstoff hinzu (s. Thorium-Kugelhaufen-Reaktor) kommt man leicht auf mehrere 1000 Jahre Versorgungssicherheit. Schlussendlich darf nicht vergessen werden, dass auch Meerwasser „abbaubares“ Uran enthält, wobei die Kosten der Gewinnung aus Meerwasser zurzeit noch um das 5- bis 10-fache über dem von Uran aus dem Minenabbau liegen.

In den USA führte die unzutreffende Vorstellung von einer Beschränkung der Kernbrennstoffe zur Planung von sog. schnellen Brutreaktoren, die Plutonium erzeugen, was wiederum als Kernbrennstoff geeignet ist. Es dauert aber etwa 30 Jahre, bis ein konventioneller Leichtwasser-Reaktor genug Plutonium hergestellt hat, um damit einen schnellen Brüter anzufahren. Daher hat sich der Weg des schellen Brütens als unwirtschaftlich erwiesen. Die MIT-Studie schlägt dagegen alternative und wirtschaftlich günstigere Wege vor. Der Grundtenor der Studie ist allerdings ohne Zweifel, dass noch nicht genug Forschung betrieben wurde, um über den weiteren Weg völlig abgesicherte Entscheidungen treffen zu können.

Bemerkenswerterweise bestätigt die MIT-Studie die auch hierzulande die allen Fachleuten wohlbekannte Einsicht, dass es wenig sinnvoll ist, den radioaktiven Müll endgültig zu vergraben. Er sollte besser in zugänglichen Zwischenlagern aufbewahrt werden, damit er wieder aufbereitet werden kann. Der sog. Kernmüll ist nämlich wertvoller Rohstoff und kein Abfall.

Allein in den USA liegen zurzeit 27 neue Genehmigungsanträge für neue Kernkraftwerke vor. Die MIT-Studie empfiehlt infolgedessen folgerichtig, die Forschungsbemühungen vermehrt wieder neuen Kraftwerkstechnologien und vor allem dem Brennstoffzyklus zuzuwenden. Das MIT nennt zu diesem Zweck eine Milliarde US$ pro Jahr. Insbesondere das Department of Energy (DOD) wird einen seiner drei neuen Energy Innovation Hubs der Simulation von Vorgängen in Kernreaktoren widmen.

Die MIT-Studie ist nur ein erster Anfang. Die Blue RibbonCommission on America’s Nuclear Future erstellt im Auftrag der US-Regierung eine weitere noch umfassendere Studie als Nachfolge und Ergänzung zur MIT-Arbeit. Der unbedingte Wille und die fast lückenlosen Bemühungen der US-Administration sind auch daraus ersichtlich, dass Kommissionsmitglieder der MIT-Studie auch in die neue Untersuchung eingebunden wurden.

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