Heiß, heißer, Silber – warum Sie unbedingt in physisches Silber investieren sollten

Jeff Clark, Casey Research, 05.04.2011

Es ist kein Geheimnis, dass der Silbermarkt aktuell superheiß ist. Während ich diese Zeilen schreibe, sind die Silber-Anlagemünzen American Eagle und der kanadische Maple Leaf bei den jeweiligen Prägeanstalten gerade ausverkauft.

In Indien schießen die Silberkäufe durch die Decke – was besonders bemerkenswert ist, da es sich bei den Indern eigentlich um ein Volk mit einer starken und kulturell verankerten Vorliebe für Gold handelt. Die Silbernachfrage Chinas hält unvermindert an. Silberaktien klettern ebenfalls gerade nach oben.

Für den Investor, der auf Gewinnmaximierung aus ist, stellt sich ganz klar die folgende Frage: Sind bereits zu viele Leute im Silbermarkt, was bedeuten würde, dass wir nahe des Kurshöhepunkts sind? Hat die Masse den Silbermarkt bereits betreten, so dass wir über einen Ausstieg nachdenken sollten? Schließlich wird ein Gewinn ja erst dann zu einem, wenn man ihn auch einstreicht, und Sie wollen ja mit Sicherheit nahe dem Kurshöhepunkt verkaufen.

Es gibt verschiedene Arten zu ermitteln, wie bevölkert der Silbermarkt tatsächlich ist. Ich ziehe es grundsätzlich vor, mir das große Ganze anzuschauen und mich nicht in Details zu verfangen. Das bedeutet, dass ich nach Hinweisen Ausschau halte, die auf eine Erschöpfung des Markts oder einen Massenansturm hindeuten. Nichts deutet mehr auf das Erreichen eines Tops, als wenn jeder in das Investment einsteigt.

Also, wie stark bevölkert ist der Silbermarkt zurzeit? Bezüglich dieser Fragestellung schauen wir uns zunächst die börsennotierten Silberfonds (Silber-ETFs) an:

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Bei einem Silberpreis von USD 35,00 pro Unze beläuft sich die Marktkapitalisierung aller börsennotierten metallgedeckten Silberfonds auf USD 20,7 Milliarden. In der oben stehenden Grafik ist die Marktkapitalisierung aller Silber-ETFs im Verhältnis zu einigen anderen beliebten Aktien dargestellt.

Alle Silber-ETFs kommen zusammengenommen gerade einmal auf ein Viertel der Marktkapitalisierung von McDonald´s. Sie kommen auf rund 10% der Marktkapitalisierung von General Electric, einer Firma, die sich von der Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2008 bis heute nicht richtig erholt hat. Exxon Mobil ist 20-mal größer. Und im Grunde genommen vergleichen wir in dieser Grafik auch Äpfel mit Birnen, da der gesamte Silber-ETF-Markt einigen ausgewählten Aktien gegenüberstellt wird.

Richtig interessant wird es, wenn man bedenkt, dass es die Silber-ETFs sind, wo der größte Teil der Öffentlichkeit – besonders Neulinge – als erstes in Silber investiert. Also, obwohl das weiße Metall innerhalb der vergangenen 7 Monate eine Preisverdopplung erlebte, liegt die Gesamtinvestitionssumme aller Silber-Fonds immer noch weit unter der Marktkapitalisierung einiger beliebter Top-Aktien.

Okay, vielleicht geht das ganze Geld stattdessen ja in Silberminenaktien. Wie sieht die Marktkapitalisierung der Silberbranche im Vergleich zu anderen Branchen aus?

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Während Sie schon einmal ihre Vergrößerungslupe rausholen können, sage ich Ihnen derweil, dass sich die Marktkapitalisierung der Silberbranche auf USD 73,1 Milliarden beläuft. Im Vergleich zu einer ganzen Reihe anderer Branchen ist die Silberbranche auf der Grafik kaum zu erkennen.

Die im Sterben liegende Zeitungsbranche ist über 26-mal größer. Pharmaunternehmen sind 213-mal größer. Ja selbst der Goldmarkt ist über 19-mal größer. Und jetzt das Lustigste: Die Marktkapitalisierung der gesamten Silberbranche – mit all den neuen Silberpreis-Bestmarken und den Höchstständen bei den Silberminenaktien – entspricht gerade einmal 0,3% der gesamten Öl- und Gasindustrie.

Aber wir wollen fair sein: Es gibt eine Reihe anderer Branche, die kleiner sind als die Silberbranche. Radiosender haben eine Marktkapitalisierung von USD 43,2 Milliarden, Videotheken kommen auf USD 10,9 Milliarden und Sportwarengeschäfte auf USD 2,5 Milliarden. Aber noch einmal: Wer kauft schon DVDs oder einen Fußball um sein Vermögen vor der bevorstehenden Inflation zu schützen?

Man kann also nicht behaupten, dass es sich bei Silber um ein Investment handeln würde, das von den Massen gestürmt wird.

Das heißt nun aber nicht, dass man unbedingt zum jetzigen Zeitpunkt in Silber gehen sollte, schließlich hat sich der Silberpreis innerhalb der vergangenen 7 Monate verdoppelt. Ausgehend davon, dass es sich bei der aktuellen Silberpreisentwicklung nicht um den Beginn einer Manie handelt, sollte man gegenwärtig auf alle Fälle mit der nötigen Vorsicht und Umsicht an die Sache herangehen. In einem Bullenmarkt wird der Silberpreis immer aufsteigen und dann wieder abebben – und ein erneutes Abebben ist eigentlich überfällig.

Die Frage ist natürlich, ab welchem Preisniveau eine Korrektur einsetzt. Was ist, wenn, sagen wir einmal, die Korrektur erst in einem Monat einsetzt und der Silberpreis dann wieder auf das aktuelle Niveau fällt? Ich erinnere mich an einige im Januar dieses Jahres veröffentlichte Artikel, in denen die Autoren darauf beharrten, dass Silber wieder auf USD 22 pro Unze einbrechen würde. Nun ja, diese Leute warten wohl immer noch darauf und haben in der Zwischenzeit einige riesige Zugewinne versäumt.

Wenn wir einmal annehmen, dass Silber vom seinem gegenwärtigen Stand auf USD 22 pro Unze einbricht, dann müsste der Silberpreis um 40% in den Keller gehen – das ist zwar nicht unmöglich, aber auch nicht besonders wahrscheinlich.

Sich auf das perfekte Timing für den Kauf von Silber zu konzentrieren, lenkt nur vom ultimativen Ziel ab. Anstatt sich darüber Sorgen zu machen, was nächste Woche oder gar nächsten Monat passiert, sollte man sich meiner Meinung nach lieber darauf konzentrieren, wie viele Unzen man besitzt, und dann sollte man in regelmäßigen Intervallen kaufen, bis man die gewünschte Investmentmenge erreicht hat. Dies hat auch den zusätzlichen Vorteil, dass die Kosten nicht alle auf einmal anfallen. Und vergessen Sie nicht, sich noch mehr Silber zu kaufen, wenn Ihre Vermögenswerte und Ihr Einkommen steigen.

Der Silbermarkt ist ein Markt, in welchem Sie der Masse auf alle Fälle um einiges voraus sein wollen. Eines Tages in nicht allzu ferner Zukunft werden die durchschnittlichen Investoren losstürmen und übereinander trampeln, um in den Silbermarkt einzusteigen. Die Marktkapitalisierung unserer Silberinvestments wird dann eher so aussehen, wie die von einigen der anderen Vermögensklassen, die in den oben stehenden Grafiken aufgeführt wurden. Für das eigene Portfolio dürfte dies natürlich sehr gut sein. Ich denke, dass es ein Fehler wäre, in diesem Bullenmarkt nicht in Silber investiert zu sein.

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