Bilderberg 2011: Elite-Konferenz zieht argwöhnische Blicke auf sich

Über 5 Jahrzehnte hinweg gelang es den Bilderbergern unerkannt zu bleiben, doch dank der alternativen Medien und des Internets müssen nun auch die großen Nachrichtenanbieter über die alljährliche Bilderberg-Konferenz berichten, wobei die Massenmedien selbstverständlich ihr bestes tun, das Treffen dieser Kabale kleinzureden, jegliche Bedenken gekonnt beiseite zu wischen und die Kritiker der Lächerlichkeit anheimzustellen

Alex Newman, The New American, 08.06.2011

Eine geheime Kabale der weltweit einflussreichsten Leute, die unter dem Namen Bilderberg-Gruppe bekannt ist, wird vom 09.06.2011 bis zum 12.06.2011 im Schweizerischen St. Moritz zusammenkommen, wobei ihnen dieses Jahr seitens der Weltpresse mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, als dies in der Vergangenheit üblich gewesen ist.

Die schattenhafte Organisation – die sich aus rund 120 Zentralbankern, Konzernchefs, Akademikern, europäischen Adligen, Bankern, hochrangigen Politikern, ja sogar Vertretern der Massenmedien zusammensetzt – führt seit Mitte der 50er Jahre einmal im Jahr ihre Bilderberg-Konferenz durch.

Die Gruppe „führender Bürger“, wie die Teilnehmer auf der angeblich offiziellen Internetseite der Bilderberger genannt werden, wurde nach dem Bilderberg Hotel in den Niederlanden benannt, wo sie im Jahre 1954 ihr erstes Treffen abhielten.

Bis vor kurzem wurden diese alljährlichen Treffen von der gesamten internationalen Gemeinde der Massenmedien praktisch vollständig ignoriert. Trotz der Tatsache, dass auf den Treffen auch immer Vertreter einiger der weltgrößten Medienunternehmen anwesend sind, kam der überwiegende Teil der Berichterstattung im Grunde immer von den alternativen Medien.

Der Aufstieg des Internets und die zunehmende Freiheit, zwischen unterschiedlichen Medien wählen zu können, scheinen jedoch enorme Auswirkungen gehabt zu haben. Dieses Jahr zieht die Bilderberg-Konferenz bei weitem mehr Blicke auf sich, als dies bei vergangenen Treffen der Fall gewesen ist. Das entspricht ganz dem Trend der letzten paar Jahre, wo ein fortwährender Anstieg des Interesses bezüglich der Bilderberg-Konferenzen verzeichnet werden konnte.

Verschiedene große Medienanbieter auf der ganzen Welt haben die Meldung dieses Jahr bereits aufgegriffen, und es wird davon ausgegangen, dass die Nachrichten über das Treffen ab Donnerstag, dem Beginn der Konferenz, für Schlagzeilen sorgen werden.

Einige Massenmedien hatten sich bisher jedoch mehr darauf konzentriert, die Bedeutung des Treffens kleinzureden und die Kritiker in einem schlechten Licht darzustellen.

Am 08.07.2011 versuchte man in einem Artikel des von der britischen Regierung finanzierten Nachrichtensenders BBC die Bedenken bezüglich der Bilderberg-Treffen und der Macht, die die Teilnehmer innehaben, ins Lächerliche zu ziehen.

Der britische Staatsreporter zitierte eine ganze Reihe von Autoren und versuchte händeringend die Kritiker der geheimen Treffen als „Antisemiten“ darzustellen, die von einer Art Geisteskrankheit oder von einem Gefühl der Machtlosigkeit geplagt seien, ja bisweilen – wie ein früherer Sportjournalist namens David Icke – sogar glauben würden, dass die Welt „von Außerirdischen, reptilischen Wechselwesen regiert“ wird.

„Tatsache ist, dass viele Verschwörungstheorien, die um Kabalen kreisen, auf eine antisemitische Weltsicht hindeuten,“ heißt es in dem BBC-Artikel zu den Bilderbergern, während man gleich noch auf die diskreditierten Protokolle der Weisen von Zion hinweist.

Im weiteren Verlauf des Artikels wird dann noch ein Experte zitiert, der sogar bestätigt, dass tatsächlich ein Körnchen Wahrheit an den Bilderberg-Theorien dran sein könnte, die davon ausgehen ,dass machtgierige Verschwörer versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen, und es in der Tat eine „sehr starke Bewegung“ in Richtung des Aufbaus einer Eine-Welt-Regierung gäbe.

Der Artikel endet jedoch mit einem weiteren Zitat, das die Kritiker der Kabale niedermacht. Ein Zeitungskolumnist behauptet, dass ein „starker Glaube an die Bilderberg-Gruppe bedeutet, an Märchen zu glauben,“ und „antiwissenschaftlich“ ist. Natürlich wäre es realitätsfern, die Fakten einfach zu bestreiten, also bezieht sich der Kolumnist hier ganz offenkundig auf all jene, die glauben, dass das Bilderberg-Treffen von Bedeutung oder schändlichen Absichten geleitet sei.

Andere Berichte in den Massenmedien sind gegenüber den Kritikern jedoch ein wenig freundlicher. In einem Artikel der britischen Zeitung Guardian wird darauf hingewiesen, dass die Kabale einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung der Europäischen Union leistete. Darüberhinaus heißt es:

„Es ist eine Schande, dass die Teilnehmer die Aufmerksamkeit immer noch derart stark scheuen, wo sich doch bereits erkennen lässt, dass die Presseaufmerksamkeit dieses Jahr größer ausfallen wird als je zuvor. Die Menschen und die Medien haben nun damit begonnen, diese kleine ruhige Konferenz im Auge des Sturms wahrzunehmen.“

Obwohl im Anschluss an die Konferenzen nur wenige Informationen an die Öffentlichkeit dringen, werden auf der offiziellen Internetseite der Bilderberger zumindest die allgemeinen Themen, die besprochen wurden, veröffentlicht und dann von den Medien aufgegriffen. 2007 stand beispielsweise „Neue Weltordnung“ als erster Punkt auf der Themenliste.

Und da einige der mächtigsten Leute auf dem Planeten an der Bilderberg-Konferenz teilnehmen, gehen die meisten objektiven Analysten dann auch davon aus, dass die Gruppe über einen enormen kollektiven Einfluss verfügt. In 2010, als sich die Kabale in Spanien traf, führte Charles Scaliger von The New American dazu aus, dass

„die Zusammenkünfte der Bilderberger ganz offenkundig das Nervenzentrum des weltweiten Netzwerks der Machtelite darstellen. Die Sicherheitsmaßnahmen und die Geheimhaltung sind Beweis genug für die Bedeutung der Treffen. Egal, ob sie nun die Besetzung des Irans planen oder den Kurs für die sich weiter fortsetzende finanzielle, wirtschaftliche und politische Verschmelzung Europas ausarbeiten – die Männer treffen sich jedenfalls in diesem Augenblick hinter von Scharfschützen bewachten Türen…sie planen im Sinne ihren eigenen Interessen, die mit Ihren oder meinen Interessen nichts gemein haben.“

Obwohl die Bilderberg-Gruppe von sich selbst behauptet, ein Forum zu sein, wo die Teilnehmer die Möglichkeit haben, eine ganze Reihe von Themen frei zu diskutieren, ohne dass die Presse dabei ist, gibt es immer wieder Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass bei den Bilderbergern in Wirklichkeit viel mehr dahintersteckt.

Beispielsweise nahm 1991 der damalige Gouverneur von Arkansas, Bill Clinton, an der Bilderberg-Konferenz teil. Zu jener Zeit war er praktisch unbekannt, doch bereits im darauffolgenden Jahr wurde Clinton zum US-Präsidenten gewählt.

Es gibt viele relativ undurchsichtige Figuren, die in der Vergangenheit an den Bilderberg-Treffen teilgenommen haben und danach einen raketenhaften und spektakulären Aufstieg an die Spitze der Macht hinlegten. Tony Blair ist ein gutes Beispiel dafür.

Auch sollen Hillary Clinton und Barack Obama an dem Bilderberg-Treffen des Jahres 2008 in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia teilgenommen haben. Der amtierende US-Finanzminister Geithner und der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Ben Bernanke, waren in 2008 ebenfalls anwesend.

Die Teilnehmerlisten der Treffen lesen sich wie das „Who is Who“ der weltweiten Elite und decken alle Bereiche des politischen Spektrums ab.

Die Bilderberg-Lichtgestalt David Rockefeller räumte beispielsweise in seiner Autobiographie ein, dass er an einer Verschwörung beteiligt ist, die daran arbeitet, ein globales Wirtschafts- und Politiksystem zu errichten, während er zur selben Zeit aufs engste mit den formellen Organisationsstrukturen der Bilderberger in Verbindung steht.

Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, der fortwährend für etwas plädiert, das er als „Neue Weltordnung“ bezeichnet, ist bei den Treffen ebenfalls fast immer dabei. Zu den regelmäßigen Konferenzteilnehmern gehören auch angeblich „konservative“ Politiker, ja manchmal sogar „Libertäre“.

Dieses Jahr wurde Kissinger und anderen Mitgliedern der globalen Elite im Hinblick auf die Konferenz jedoch viel ungewollte Aufmerksamkeit zuteil. Dominic Baettig, ein konservativer Schweizer Gesetzgeber und Mitglied der größten Partei im Land, hatte im Vorfeld der Konferenz einen Brief an die Strafverfolgungsbehörden gesandt, worin er verlangte, die Verhaftung von Kissinger – und auch von George W. Bush und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, so sie denn teilnehmen würden – aufgrund Kriegsverbrechen zu prüfen. Baettig verlangte von den Strafverfolgungsbehörden darüberhinaus, bei den Schweizerischen Teilnehmern der Bilderberg-Konferenz den Sachverhalt des Verrats zu prüfen.

Andere Kritiker der Kabale behaupten, dass die amerikanischen Konferenzteilnehmer eigentlich von den US-Behörden verhaftet werden müssten. Die Bilderberg-Gegner berufen sich dabei auf den Logan Act – ein Gesetz, das es Amerikanern verbietet, ohne ausdrückliche Genehmigung der US-Regierung mit ausländischen Vertretern politische Verhandlungen zu führen – und fordern beispielsweise die strafrechtliche Verfolgung des texanischen Gouverneurs Rick Perry, der dieses Jahr angeblich, wie viele andere amerikanische Regierungsvertretern auch, an dem Bilderberg-Treffen teilnehmen wird.

Eine Handvoll Aktivisten versucht seit Jahrzehnten, die einflussreiche Bilderberg-Kabale aufzudecken. Und die zunehmende Berichterstattung der Medien scheint dieses Jahr auch dafür zu sorgen, dass zahlreiche Demonstranten angezogen werden – auch um den Trend der zunehmenden Aufmerksamkeit gegenüber dieser Gruppe, der vom Internet und den alternativen Medien angefacht wurde, am Leben zu halten.

Eine ganze Reihe prominenter Kritiker und Reporter, die sich gegen die Neue Weltordnung aussprechen, plant, vor dem luxuriösen Hotel Suvretta House über das diesjährige Bilderberg-Treffen zu berichten und die globalen Machthaber im Moment ihrer Ankunft zu begrüßen. Zu ihnen zählen der Autor Daniel Estulin, der ein Buch über die Bilderberg-Gruppe geschrieben hat, der American Free Press Journalist Jim Tucker, der das Treffen seit Jahrzehnten mitverfolgt, der WeAreChange Aktivist Luke Rudkowski und viele andere.

Es gibt eine Facebook-Gruppe, die Demonstranten organisiert und bereits über 750 gelistete „Teilnehmer“ hat, obwohl völlig unklar ist, ob diese Leute tatsächlich alle planen, vor Ort zu sein. Aus Großbritannien fährt ein Kleinbus namens „Bilderbus“ mit Anti-Bilderberg-Aktivisten zum Treffen. Auch sollen Schweizer Aktivisten des gesamten politischen Spektrums planen, vor Ort zu sein.

Die Spekulationen über die Themen, die auf dem Treffen des Jahres 2011 besprochen werden, schießen natürlich wieder einmal ungezügelt ins Kraut. Da die Bilderberg-Gruppe jedoch immer extrem hohe Sicherheitsvorkehrungen trifft und sich hinter schwer bewachten und verschlossenen Türen einfindet, dringen in der Regel nicht viele konkrete Informationen nach außen. Nichtsdestotrotz wird The New American die Entwicklungen mitverfolgen und Sie auf dem Laufenden halten.

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