Gerüchteküche: Deutschland plant Staatspleite Griechenlands für den 23.03.2012

Das Überzeugendste an diesem Szenario sind die Leugnungen Merkels, die nicht müde wird zu beteuern, dass die Staatspleite Griechenlands undenkbar sei

Bob Adelmann, The New American, 20.02.2012

Der Journalist Bruno Waterfield behauptete in einem Samstagabend von der britischen Zeitung Telegraph veröffentlichten Artikel, dass Deutschland einen Plan ausgearbeitet hat, um den unvermeidlichen griechischen Staatsbankrott geordnet abzuwickeln.

Innerhalb von Stunden wurde diese Meldung dann durch den Blogger John Ward bestätigt, der den genauen Zeitpunkt nannte und die mit dem Plan einhergehenden Konsequenzen beschrieb. Ward beruft sich dabei auf Quellen, die an der Ausarbeitung des Plans beteiligt gewesen sein sollen.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte in jüngster Zeit immer nachdrücklicher darauf hingewiesen, dass der gerade stattfindende Zusammenbruch der griechischen Wirtschaft das Land am Ende ohnehin in den Bankrott treiben würde, ungeachtet all der offiziellen Proteste der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass dem nicht so sei. Ein Schäuble nahestehender Beamter erklärte:

„Er ist nur der Auffassung, dass Griechenland nicht in der Lage ist, das Notwendige zu tun. Und selbst wenn sie durch irgendein Wunder das tun würden, was sie versprochen haben, ist er … immer noch der Überzeugung, dass sich Griechenland nicht wird befreien können.“

Schäubles Auffassung gewann ruckartig an Glaubwürdigkeit, nachdem die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds – die sogenannte Troika – vergangene Woche einen Bericht veröffentlichten, in dem es heißt, dass, selbst wenn Griechenland all seine Zusagen zur Sicherung der nächsten Finanztranche umsetzen würde, es dem Land dennoch nicht gelänge, seinen Schuldenstand auf ein kontrollierbares Niveau abzusenken.

Waterfield schreibt, Schäuble würde hinter den Kulissen zurzeit darauf hinarbeiten, dass Griechenland eigenständig die Zahlungsunfähigkeit und einen 70%igen Haircut gegenüber den Banken, die den Hauptteil der Schulden halten, verkündet.

Der bestehende Zeitplan sorgt dafür, dass sich die Ereignisse unvermeidlich zuspitzen werden: Bis zum 20.03.2012 muss Griechenland die nächste Geldtranche erhalten haben, da zu diesem Zeitpunkt Schuldenzahlungen in Höhe von USD 20 Milliarden fällig werden. Sollten bis dahin keine weiteren Hilfsgelder fließen, würden alle Schecks platzen und Griechenland in die Zahlungsunfähigkeit abrutschen.

Überdies dürfte es noch mindestens vier Wochen dauern, bis eine formale Vereinbarung zum Schuldenschnitt unter Dach und Fach ist, was bedeutet, dass auch die Verhandlungen mit den Privatbanken erst kurz vor dem Stichtag, dem 20.03.2012, ein Ende fänden. Ein Eurozonen-Diplomat erklärt dazu:

„Aufgrund der Einbeziehung des Privatsektors dürfte es wenigstens vier Wochen dauern, da man erst einmal Emissionsprospekte anfertigen und die Teilnehmer [Gläubiger] dafür gewinnen muss, und ohne eine [umgehende] Vereinbarung läuft im März die Zeit aus.“

Wards vertrauenswürdige Quellen informierten ihn darüber, dass es „irgendwann in der dritten Märzwoche unvermeidlich zu einer griechischen Staatspleite“ kommen wird. Seine anonymen Quellen teilten ihm mit, dass es dazu nichts Schriftliches gäbe und an den Treffen, auf denen die Staatspleite Griechenlands geplant wird, nur Wenige teilnehmen würden.

Als festes Datum wird jedoch Freitag der 23. März 2012 genannt. Zu diesem Zeitpunkt würde Griechenland von den Kreditratingagenturen offiziell als insolvent eingestuft werden. Übers Wochenende würden alle Bankkonten eingefroren und Geldabhebungen untersagt. Die griechischen Finanzmärkte würden für einen Tag, vielleicht sogar noch länger geschlossen bleiben. Eine Quelle von Ward wird mit den Worten zitiert:

„Ich habe meinen griechischen Geschäftsfreunden und Kunden dringend ans Herz gelegt, so schnell als möglich alles abzuverkaufen, bei ihren Immobilien einen Rückmietverkauf durchzuführen, ihre Bankkonten zu leeren und das Geld in eine harte Währung zu tauschen.“

Ungeachtet der fortwährenden Beteuerungen Merkels, Griechenland würde in der Eurozone verleiben und die nächste Rettungsgeldtranche erhalten, um sich so ein paar weitere Monate über Wasser halten zu können, stoßen die Banken ihre riskanten Papiere nach wie vor weiter ab und flüchten sich stattdessen in den US-Dollar und US-Staatsanleihen.

Marc Slavo weist seine Leser darauf hin, dass es sich bei dieser Meldung bisher nur um unbestätigte Gerüchte handelt, und schränkt ein:

„Obwohl die Quellen des vorgenannten Berichts bisher nicht bestätigt worden sind und auch keinerlei Kopien zur Verfügung gestellt wurden, dürften, sollte sich das Ganze als wahr herausstellen, in den kommenden Wochen weitere Hinweise und Dokumente auftauchen …

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Fehlalarmen, und es steht außer Frage, dass es sich hierbei ebenfalls um einen Fehlalarm handeln könnte. Dennoch sind wir der Auffassung, dass das Gebäude zunächst einmal evakuiert werden muss, wenn der Rauchmelder anspringt. Man sollte sich also zuerst aus der Gefahrenzone begeben, bevor man die Situation prüft. Die Alternative dazu wäre, in einem brennenden Gebäude gefangen zu sein.“

Das Überzeugendste an dem von Ward und seinen Informanten beschriebenen Szenario sind die Leugnungen von Merkel, die beteuert, dass jedwede Entwicklung in diese Richtung völlig undenkbar sei.

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