Angst vor Gold: Warum Anleger mit echtem Geld nichts anfangen können

Jeff Berwick, The Dollar Vigilante, 21.02.2012

Ich habe vor wenigen Tagen an der Podiumsdiskussion der California Investment Conference in Palm Springs teilgenommen und die Podiumsgäste wurden gefragt: „Welchen Prozentsatz des Portfolios sollte man in physischem Gold halten?“

Der erste Podiumsgast sagte 20%. Der zweite sagte bis zu 30%. Dann war ich an der Reihe und sagte frei heraus: „Ich habe kein Problem damit, wenn jemand 100% seines Portfolios in Gold hält.“ Daraufhin lachten zahlreiche Konferenzteilnehmer, was mich verwirrte. Ich fragte mich, was daran so lustig sei, und sagte: „Ich finde es komisch, dass die Leute meine Antwort komisch finden.“

Gold ist echtes Geld

Gold ist Geld – und hier ist von echtem, lang erprobtem Geld die Rede. Gold ist das einzige Geld, das seit Jahrtausenden existiert und immer noch weltweit als Wertspeicher akzeptiert wird.

Ja selbst Warren Buffett musste jüngst eingestehen: „Wenn man unterdessen auf ewig eine Unze Gold besäße, hätte man am Ende immer noch eine Unze.“ Und das von einem Mann, der Gold genauso hasst wie Whitney Houston Fans Bobby Brown!

Wenn ich also sage, dass ich überhaupt kein Problem damit habe, dass jemand 100% seines Portfolios in Gold hält, gebe ich damit eigentlich nur ein ultrakonservatives Statement ab. Ich sage nichts weiter, als dass ich kein Problem damit habe, wenn jemand sein gesamtes Portfolio in „Geld“ hält – in echtem Geld.

Was würden Sie denn lieber „auf ewig“ halten, US-Dollars? Eine Papierverbindlichkeit eines bankrotten Nationalstaats?

Die Tatsache, dass meine Aussage von so vielen Zuhörern als schockierend empfunden wurde, verrät uns einiges über den aktuellen Zusammenbruchsprozess des Fiatgeldsystems.

Angst vor Gold

Unter den Menschen gibt es eine Art von „Gold-Angst“, die auf staatliche Indoktrinierung und Propaganda zurückzuführen sein dürfte. Aus rationaler Sicht macht es überhaupt keinen Sinn, sich vor einem lang erprobten echten Wertspeicher derart zu fürchten.

Die Leute, die sich derart vor Gold fürchten, scheinen dieselben zu sein, die überhaupt kein Problem damit haben, bedeutende Teile ihres Vermögens in Euros auf einem europäischen Bankkonto zu halten, während Europa um sie herum abfackelt – und zwar im übertragenen wie auch im buchstäblichen Sinne.

Der Euro könnte schon in zwölf Monaten Geschichte sein, was aber überhaupt niemanden zu stören scheint. Sie agieren so, als gäbe es den Euro schon seit Menschengedenken, obwohl ihn die Globalisten in Wirklichkeit erst 1999 aus der Taufe gehoben haben.

Der Börsenmakler hat ebenfalls Angst vor Gold

Ende 2007 rief mich eine gute Freundin an, die ihr Haus verkaufen wollte. Ich hatte ihr bereits seit Monaten erklärt, dass sie ihr Haus verkaufen und sich dafür Gold kaufen soll, da ein großer Eigenheim-Crash bevorstehen würde.

Sie erklärte mir, dass sie für ihr Haus ein gutes Angebot erhalten hat, und wollte sich bei mir noch einmal vergewissern, ob ich mir auch wirklich sicher sei, dass sie das Haus verkaufen, das Geld in Gold stecken und ein paar Jahre zur Miete wohnen soll. Ich sagte ihr unmissverständlich, dass sie das auf alle Fälle tun soll.

Also sie verkaufte ihr Haus. Der Goldpreis lag damals bei rund USD 750 pro Unze. Danach hatten wir ein paar Jahre keinen Kontakt mehr. Letztes Jahr, als der Goldpreis bei USD 2.000 pro Unze lag, rief sich wieder an. Ich lächelte, als sie mich anrief, und wartete nur darauf, dass sie mir von dem Vermögen berichtet, das sie gemacht hat.

„Na und?“, fragte ich und wartete auf ihre Ausführungen. „Was denn?“, fragte sie ganz verwirrt. „Na, wie ist der Deal für dich ausgegangen?“ „Ach ja, ich habe das Haus verkauft und das Geld in mein Aktiendepot bei meinem [staatlich zertifizierten] Finanzberater eingezahlt.“

Mir rutschte das Herz in die Hose. Ich wusste genau, was sie mir als nächstes erzählen würde.

Sie hatten es ihr ausgeredet. Sie sagten, es sei viel zu riskant, sein gesamtes Vermögen in Gold zu stecken. Aber wo steht in den staatlich sanktionierten Trainingshandbüchern denn geschrieben, dass man überhaupt irgendwelches Gold besitzen soll!

Sie hat sich auch geärgert, aber weniger als ein Jahr nach dem Hausverkauf setzten sie ihre alten chinesischen Eltern unter Druck, sich ein neues Haus zu kaufen. Das war ein wenig günstiger, aber nach dem Kauf und den Umzugskosten war es ein Verlustgeschäft.

Gold ist in einer Blase

Jetzt, wo Gold mit über USD 1.700 pro Unze gehandelt wird, ist es praktisch unmöglich, irgendjemanden aus der allgemeinen Bevölkerung noch dazu zu bringen, Gold zu kaufen. Es ist viel zu stark gestiegen, fangen sie dann gleich zu jammern an! CNBC erklärt, Gold befindet sich in einer Blase – und das wiederholen sie dann wie Zirkus-Seelöwen.

Der Goldpreis ist die vergangenen zehn Jahre von knapp USD 300 pro Unze auf fast USD 2.000 pro Unze gestiegen. Das muss mit Sicherheit eine Blase sein, und wenn sie nicht bereits geplatzt ist, dürfte sie jetzt kurz davor stehen, oder etwa nicht?

Nein falsch. Das ist das Problem, wenn man sich den Wert von Dingen in fortwährend abwertenden Banknoten der US-Notenbank Federal Reserve anschaut.

Anhand der nachfolgenden Grafik wird deutlich, dass die nominelle Goldpreisentwicklung auf Dollarbasis in der Tat dem atemberaubenden Aufstieg einer außer Kontrolle geratenen Rakete gleicht. Bereinigt man den Goldpreis aber um die massiv nach unten geschönten staatlichen Inflationszahlen (den Verbraucherpreisindex), so hat Gold gerade einmal dasselbe Preisniveau erreicht wie im Jahre 1980. Das Ganze sieht also gleich bedeutend weniger spektakulär aus.

Diversifikation

Kommen wir zur eingangs erwähnten Frage an die Podiumsteilnehmer zurück, welchen Prozentsatz die Leute in Form von physischem Gold in ihrem Portfolio halten sollten. Obwohl ich sagte, dass ich kein Problem damit habe, wenn jemand 100% Gold hält, empfehlen wir unseren Abonnenten in Wirklichkeit 30% physisches Gold und Silber zu halten.

Darüber hinaus empfehlen wir gegenwärtig, 20% des Portfolios in Junior-Goldminenaktien und 15% in Goldminenaktien großer Unternehmen zu halten. Wir tun dies deshalb, weil wir der Auffassung sind, dass die Gelddruckerei der westlichen Industrieländer sich ungehemmt weiter fortsetzen und eine echte Blase ausbilden wird – und das wird sich nicht nur beim Goldpreis, sondern auch beim Preis der Minenaktien bemerkbar machen, speziell bei den Juniortiteln. Wir gehen davon aus, dass es bei diesen Aktien zu größten Manie aller Zeiten kommen wird.

Aber woher weiß man, wann man verkaufen muss? Wenn ich auf die Frage, welchen Prozentsatz seines Portfolios man in physischem Gold halten sollte, 100% sage und niemand lacht.

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