Monster-Preissprung bei Gold: Inflation noch garnicht eingepreist

Die nächste bedeutende Widerstandsmarke bei Gold liegt bei USD 1.807 pro Unze. Solange Gold zwischen USD 1.480 pro Unze und USD 1.807 pro Unze notiert, befindet sich der Markt im Grunde in einem neutralen Bereich

Martin Armstrong, Martinarmstrong.com, 25.03.2012

Manchmal erhalte ich von den Goldbugs derart heftige Hass-E-Mails, dass man sich in der Tat fragen muss, was hier eigentlich los ist. Es scheint, als seien einige dieser Leute solche Fanatiker, dass ausnahmslos jeder niedergemacht wird, der es wagt zu sagen, dass irgendwann mal eine Korrektur bevorstehen könnte. Ob diese Typen je erwachsen werden!

Alle Märkte bewegen sich auf und ab. Wenn man jemanden lesen will, der immer nur sagt „kaufen, kaufen, kaufen“, ja dann muss man sich schon woanders umsehen. Nicht nur, dass diese Leute nicht begreifen, dass man Pleite geht, wenn man einen Markt in eine Religion verwandelt, nein, sie schrecken auch noch echte Investoren ab, die Angst haben, als irre Fanatiker abgestempelt zu werden.

Am Goldmarkt kam es im Februar und März zu zwei direkt aufeinanderfolgenden Richtungswechseln. Unser Computermodell lag hier wieder einmal völlig richtig. Im Februar stieg der Goldpreis und im März ging er wieder nach unten. Selbst der Panik-Zyklus wurde genau getroffen. Hinzu kommt hier noch, dass sich der Preisrückgang bei Gold über 17,2 Tage erstreckte, was exakt dem Doppelten der Frequenz von 8,6 entspricht.

Diejenigen, die gerne hierauf eindreschen und erklären, dass die 8,6-Frequenz ein Haufen Müll ist, haben bisher noch keine empirischen Daten vorweisen können, die ihre Behauptungen untermauern würden. Als der Dow Jones Industrial Average fiel, erstreckte sich der Rückgang über einen Zeitraum von 17,2 Monaten. Gold fiel lediglich 17,2 Tage.

Offensichtlich können sie aber garnicht so weit zählen, da sie nur zehn Finger haben, oder ihre Schuhe zubinden, ohne dabei zu vergessen, wie viele Finger sie nun eigentlich gezählt haben.

Die wöchentliche negative Umkehrmarke bei Gold lag bei USD 1.638 pro Unze. Der Tiefpunkt wurde mit USD 1.632 pro Unze erzielt, während Gold am Ende mit USD 1.666 pro Unze aus dem Handel ging. Das legt nahe, dass wir jetzt ein Zwischentief erreicht haben.

Würde Gold Ende März mit über USD 1.685 aus dem Handel gehen, würde dies darauf hindeuten, dass der Markt weiterhin neutral ist. Der nächste entscheidende Umkehrpunkt wäre dann im Mai, dann im Juni und dann ein großer im September.

Die Widerstandsmarke für den Monatsschlusskurs liegt nach wie vor bei USD 1.755 pro Unze und die Hauptwiderstandsmarke für die kommenden sechs Monate liegt immer noch bei USD 1.807 pro Unze. Die Hauptstützungslinien liegen bei USD 1.570 pro Unze und USD 1.480 pro Unze. Das heißt, dass, solange Gold zwischen USD 1.480 pro Unze und USD 1.807 pro Unze notiert, wir im Grunde einen neutralen Markt haben.

Auch haben mich die Leute gefragt, was wäre, wenn die physischen Goldbestände der Regierungen in Wirklichkeit aus Wolfram-Fälschungen bestehen. Die Antwort ist im Grunde: Na und?! Mit Gold wird zurzeit nichts gedeckt und die Regierungen verfügen überhaupt nicht über die Möglichkeit, jemals wieder zum Goldstandard zurückzukehren, mal ganz abgesehen davon, dass er ja zuvor bereits gescheitert ist.

Der Preis für Geld lässt sich nicht fixieren, da es sich dabei schlicht um einen Rohstoff handelt. Würde der Wert des Geldes einer geraden und fixen Linie entsprechen, ja dann nennt sich das Kommunismus. In einem freien Markt ist es völlig unerheblich, was Geld ist. Es steigt und fällt gegenüber Vermögenswerten.

Bei einem Goldstandard geht das gelbe Metall bei Inflation im Preis zurück, während sein Preis bei Deflation steigt – wir haben beim Goldstandard also genau die gegenteilige Wirkung, die Gold in einem freien Markt aufweist.

Hier sollte auch noch eine Sache klargestellt werden: 1934 ist Gold deshalb im Preis gestiegen, weil es (a) von US-Präsident Roosevelt konfisziert wurde und (b) man den Dollar abwertete, was den Goldpreis von USD 20,67 pro Unze auf USD 35 pro Unze hob.

Nicht all der Fiatgeld-Unsinn ist es, der Gold zu einem guten Investment macht, sondern die Tatsache, dass die Inflation am Gold einfach vorübergegangen ist, und wir daher einen riesigen Preisausbruch sehen werden. Dieser Ausbruch wird dann kommen, wenn die Staatsschuldenkrise in den USA aufschlägt, was aber wohl erst im letzten Quartal des Jahres 2015 der Fall sein dürfte.

Wenn man von all dem Unsinn Abstand nimmt, könnte man in der Tat einen besseren Zugang zu Gold erhalten, anstatt sich der falschen religiösen Inbrunst hinzugeben, dass Gold Geld sein sollte. Hier sollte man auch aufpassen, was man sich wünscht – denn die Regierungen beschlagnahmen Geld.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • Peter Schiff: Regierungen sollten den Goldstandard wieder einführen
  • „Ich hoffe nicht [, dass es in den USA zu einer Hyperinflation kommen wird], aber es wird aufgrund der Dinge, die die FED getan hat, eine hohe Inflation geben. Die Hyperinflation wird davon abhängen, ob die FED mit dem bisherigen weitermacht – mehr Papiergeld in die Wirtschaft pumpt – oder ob sie endlich ihre Fehler
  • Armstrong: Gold wird während des nächsten Bullenmarkts auf USD 5.000 steigen!
  • Wird Gold auf USD 5.000 pro Unze steigen? Ja – um hier gleich mal eine ganze Reihe der Fragen zu beantworten, die ich erhalten habe. Wir werden nach wie vor eine zukünftige Goldrally sehen, bei der Gold das Preisniveau von USD 5.000 pro Unze erreichen wird.
  • Jim Rickards: Der Goldstandard kommt
  • Schätzungen bezüglich dieser höheren Preise können sehr stark variieren, was mit der Definition von ´Geld` zusammenhängt, die man hierbei verwendet, und davon, welches Gold/Papier-Verhältnis verlangt ist. Meine eigene Analyse deutet auf eine Preisspanne zwischen USD 5.000 und USD 11.000 pro Unze hin; aber natürlich gibt es einige Schätzungen, die wesentlich höher ausfallen.“
  • Gold strauchelt: Goldbugs werden sich wohl noch ein wenig gedulden müssen
  • Heute müsste Gold auf USD 2.785 pro Unze klettern, um bis auf sein inflationsbereinigtes Preishoch von 1980 zu steigen. Aktuell scheint das ein weit entfernter Traum zu sein. Aber unter den richtigen Bedingungen ist das natürlich durchaus denkbar.
  • Hyperinflation? Nein – Wirtschaft und Finanzsystem brechen lange vorher zusammen!
  • „Jeder Dreijährige mit einem Taschenrechner“ ist in der Lage zu begreifen, dass die westlichen Industrieländer gegenwärtig auf eine gigantische Krise zusteuern, die in den nächsten paar Jahren explodieren wird