Monster-Inflation & Gold: Vergessen Sie QE3, die Fed druckt zurzeit Papierdollars, als gäbe es kein Morgen mehr!

Während sich Anleger und Händler mit der QE3-Diskussion zum Narren halten lassen, druckt die US-Notenbank nach wie vor Papierdollars aus dem Nichts, als gäbe es kein Morgen mehr – eine Entwicklung, die für den Goldpreis natürlich außerordentlich positiv ist. Anleger und Sparer sollten sich dieser Tatsache bewusst sein und die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten sorgsam evaluieren, bevor die Masse der Mainstream-Investoren und Futures-Händler dahinter steigt

Adam Hamilton, Zealllc.com, 06.04.2012

Aufgrund der jüngsten Verlautbarungen der US-Notenbank wurde Gold in der ersten Aprilwoche wieder kräftig nach unten gehämmert. Das Protokoll des jüngsten Treffens des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve überzeugte die Händler, dass die Chancen auf eine dritte Runde der quantitativen Lockerung (QE3) immer weiter schwinden würden.

Das war der letzte QE3-Schrecken, der sich für den Goldpreis mittlerweile in eine Art Fluch verwandelt hat. In Wirklichkeit handelt es sich bei der ganzen QE3-Diskussion aber um nichts weiter als eine Ablenkung von der anhaltenden massiven Geldinflation, die von der Fed zurzeit hinter den Kulissen betrieben wird, was für Gold natürlich außerordentlich bullisch ist.

Gold hatte unter der QE3-Panikmache massiv zu leiden. Alleine aufgrund des Treffens des Offenmarktausschusses Anfang dieses Monats ging der Goldpreis innerhalb von zwei Handelstagen um 3,4% zurück. Bereits am letzten Handelstag des Monats Februar brach Gold um 5,1% ein, nachdem der Vorsitzende der Fed vor dem Kongress den Anschein erweckte, dass QE3 jetzt immer unwahrscheinlicher wird. So einen massiven Tageseinbruch hatte Gold seit der gewaltigen Aktienmarktpanik im Dezember 2008 nicht mehr erlebt! Und während des Treffens des Offenmarktausschusses Mitte Dezember 2011 brach Gold innerhalb von drei Tagen um 8% ein.

Diese Litanei lässt sich bis zum Auslaufen von QE2 im Juni 2011 zurückverfolgen. Der überwiegende Teil der großen Goldabverkäufe in 2011 wurde durch Kommentare von Fed-Vertretern ausgelöst, die andeuteten, dass die Wahrscheinlichkeit von QE3 immer weiter abnimmt. Und so ärgerlich dieses Phänomen für bullisch eingestellte Goldanleger auch sein mag, der Fed ist hier nicht die Schuld zu geben. Es war von Anfang an völlig klar, dass, solange die US-Wirtschaft nicht dramatisch einbricht, die Einleitung von QE3 unwahrscheinlich ist.

Ich gehe davon aus, dass der Hauptgrund für die bisherige Zurückhaltung der Fed im Hinblick auf QE3 die Tatsache ist, dass es bei der Einleitung von QE2 im November 2010 buchstäblich zu einem Feuersturm der Kritik kam. Die weltweiten Regierungen und Zentralbanken gingen umgehend nach der Verkündung von QE2 an die Öffentlichkeit, um die US-Notenbank lautstark zu kritisieren. Das war in der Tat erstaunlich, da derartige Kritik gewöhnlich hinter verschlossenen Türen erfolgt. So etwas habe ich zum ersten Mal erlebt.

Noch problematischer für die Fed ist jedoch die Wut, die die QE2-Inflation bei den republikanischen Kongressmitgliedern hervorrief. Die Fed hat dem Willen des Kongresses Folge zu leisten, da der Kongress über die Autorität verfügt, die Befugnisse der Fed zu begrenzen oder die Notenbank gleich komplett aufzulösen. Und wie bei jeder anderen politischen Einrichtung auch, besteht das oberste Ziel der Fed im eigenen Überleben. Derart durch QE2 angeschlagen, war es völlig klar, dass QE3 für die Fed nie eine wirkliche Alternative darstellen würde.

Ohne Zweifel wäre QE3 für Gold außerordentlich positiv, genauso wie es auch QE1 und QE2 gewesen sind. „Quantitative Lockerung“ ist ein wohlklingender Euphemismus, wenn man bedenkt, dass damit nichts weiter als die Praxis der direkten Schuldenmonetisierung beschrieben wird. Bei QE kauft die US-Notenbank US-Staatsanleihen vom US-Finanzministerium und „finanziert“ damit im Grunde Obamas Rekord-Haushaltsdefizit und die Verschwendungssucht der US-Regierung. Der Haken an der Sache ist, dass die Fed das Geld aus dem Nichts schafft, um Anleihen zu kaufen. QE ist somit eine reine und unverfälschte Geldinflation!

Gold konnte in Phasen der Fiatwährungs-Inflation immer massive Zugewinne verbuchen, was schlicht auf Aspekte von Angebot und Nachfrage zurückzuführen ist, da es auf einmal mehr Papierdollars gibt, die derselben Menge an Gold hinterherjagen. Während das Geldmengenwachstum beim US-Dollar mittlerweile auf eine zweistellige Jahresrate ausgeweitet wurde, nähert sich das jährliche Wachstum der weltweiten Goldversorgung schrittweise seinem historischen Schnitt von 1% an. Es bedarf also einer höheren Menge an Dollars, um über eine Unze Gold zu gebieten. Der Goldpreis wird auf Dollarbasis in die Höhe getrieben.

Das Problem der vergangenen zwölf Monate war, dass der ganze QE3-Hype derart aufgebauscht wurde, dass die Händler nun fälschlicherweise davon ausgehen, QE3 sei die einzige Möglichkeit der Fed, die Geldmenge auszudehnen. Und wenn es kein QE3 gibt, so die Argumentation, gibt es auch keine Inflation, weshalb ein Abverkauf von Gold ratsam scheint. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein! Die Daten der Fed weisen unmissverständlich aus, dass die verschwenderische US-Notenbank nach wie vor herausinflationiert, als gäbe es kein Morgen mehr.

In der nachfolgenden Grafik sehen Sie die annualisierten Wachstumsraten der weit gefassten Geldmenge MZM, die über den Goldpreis gelegt wurden. Die MZM-Daten sind auf Wochen- und die Goldpreisdaten auf Tagesbasis. Die Grafik reicht bis in das Jahr 2006 zurück, und zwar aus mehreren Gründen. Februar 2006 war der Zeitpunkt, wo Ben Bernanke das Amt als Fed-Präsident übernahm. Der Zeitraum erfasst also seine gesamte Amtszeit. Darüber hinaus wird so auch die Periode vor dem Ausbruch der Panik erfasst. Die Auswirkungen der Aktienmarkt-Panik auf die Ausweitung der Geldmenge sind somit deutlich zu erkennen.

Bevor Ben Bernanke von George W. Bush zum Präsidenten der Fed ernannt wurde, trug Bernanke bereits den Spitznamen „Helikopter-Ben“, weil er in einer Rede des Jahres 2002 erklärt hatte, dass eine Zentralbank immer in der Lage sei, Deflation zu vermeiden, indem sie ganz einfach mehr Geld druckt bzw. „der Helikopter es abwerfen“ würde. Schaut man sich die Entwicklung der weit gefassten Geldmenge MZM unter seiner Amtszeit an, dann ist Bernanke den Erwartungen absolut gerecht geworden. Dieser Typ ist ein Monster-Inflationist, der den berüchtigtsten Inflationisten, die die Menschheit bisher zu Gesicht bekam, in nichts nachsteht.

Schauen wir noch einmal auf ein paar grundlegende Dinge: Die weltweite weit gefasste Papiergeldmenge steigt in der Regel um 7% pro Jahr. Unterdessen wächst die weltweite Goldversorgung jährlich gerade einmal um 1% – es ist also völlig offenkundig, dass Gold ganz allgemein dazu neigt, gegenüber Papierwährungen im Laufe der Zeit an Wert zu gewinnen. Bernanke trat sein Amt als Notenbankchef nach Jahren der Geldmengenschrumpfung an. Vor seinem Amtsantritt erreichte der Rückgang der Geldmenge MZM mit über 3% seinen Höhepunkt.

Das Problem der Zentralbanken ist aber, dass sie in Wirklichkeit nur eins können: Inflationieren. Wenn das einzige Werkzeug, das einem zur Verfügung steht, die Schaffung von Papiergeld aus dem nichts ist, wird dies ganz zwangsläufig zum Lösungsansatz aller aufziehenden Probleme. Eine Rezession steht bevor? Inflationieren! Eine Aktienmarktpanik sorgt für extreme Ängste an den Märkten? Inflationieren! Die Schwangerschaften von Teenagern nehmen zu? Inflationieren! Aliens greifen die Erde an? Inflationieren! Logisch, dass Bernanke pflichtbewusst die Druckerpressen bis zum Anschlag aufdrehte, als 2007 die Subprime-Hypotheken-Krise zuschlug.

Innerhalb von weniger als 12 Monaten hatte die Kombination aus Subprime-Krise, allgemeiner Kreditkrise und einem weltweiten Abverkauf an den Aktienmärkten dafür gesorgt, dass die Fed ihr weit gefasstes MZM-Geldmengenwachstum mehr als verdreifachte und die Jahresrate auf atemberaubende 17% schoss!

Bernankes verrückte Inflation sorgte dann natürlich zwangsläufig für eine Goldrally, die das gelbe Metall von USD 570 pro Unze am Tage seines Amtsantritts bis März 2008 (als das MZM-Wachstum seinen Höhepunkt fand) auf USD 1.005 pro Unze katapultierte. Dieser Zuwachs in Höhe von 77% innerhalb eines Zeitraums von 25 Monaten wurde alleine durch die altmodische Geldmengenausweitung angeheizt. Der Begriff „quantitative Lockerung“ war bis dahin noch garnicht in das Lexikon der Öffentlichkeit vorgedrungen.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die oben dargestellte blaue Linie nicht das tatsächliche MZM-Wachstum darstellt (das wäre nämlich eine parabolisch ansteigende Linie), sondern lediglich die absoluten jährlichen Wachstumsraten der US-Dollarversorgung ausweist. Bernanke und seine Mit-Inflationierer haben nicht einmal versucht, auch nur einen Teil ihrer Unmengen an neuen Dollars aus dem Geldkreislauf abzuziehen. Stattdessen hat die FED das MZM-Wachstum auf einer Rate von über 10% gehalten. Ein zyklischer Aktienbärenmarkt zu Beginn des Jahres 2008 hatte die US-Notenbank so stark verschreckt, dass sie logischerweise weiter inflationierte.

Und dann kam es zur ersten echten Aktienmarktpanik der letzten 101 Jahre – ein legendärer Supersturm, der alles, was wir zu Lebzeiten mitverfolgt hatten, in den Schatten stellte. Es war eine schreckliche Zeit. November 2008 begann die US-Notenbank dann (in den USA, nicht etwa in irgendwelchen Bananenrepubliken) mit einem beispiellosen Anleihe-Monetisierungsprogramm, das später unter dem Begriff quantitative Lockerung bekannt werden sollte. Im März 2009 dehnte die Fed QE1 dann noch einmal massiv aus. Wenn Sie sich diese Maßnahmen noch einmal im Detail anschauen wollen, können Sie sich hier ein älteres Essay dazu durchlesen.

Gold legte natürlich eine Rally hin, da die Fed atemberaubende USD 1,75 Billionen aus dem Nichts gedruckt hatte, um hypothekarisch besicherte Wertpapiere und US-Staatsanleihen zu kaufen. Das war ein in der hundertjährigen Geschichte der Fed absolut einmaliger Vorgang – ein radikaler und beispielloser Schritt. Hier ist auch zu berücksichtigen, dass die MZM-Wachstumsrate während QE1 nach wie vor hoch war. Und obwohl sie Mitte 2010 sogar kurzzeitig unter 0% fiel, hielt diese Geldmengenschrumpfung nicht lange an.

Auf diesem merkwürdigen MZM-Tief begann die Fed mit ihrer zweiten Monetisierungs-Kampagne, die dann QE2 genannt wurde. Nachdem sie im August des Jahres 2010 ihren Anfang nahm, wurde sie innerhalb von ein paar Monaten auf Hochtouren gebracht und erreichte im November mit USD 900 Milliarden ihren Höhepunkt. Und während sich QE2 vor aller Augen ausbreitete, legte Gold eine enorme Rally hin. Die Händler auf der ganzen Welt fingen damit an, zusätzliche Inflation und quantitative Lockerungsmaßnahmen mit der zu Grunde liegenden Geldmengeninflation zu verwechseln.

Und die Geldmengeninflation wuchs und wuchs. Als QE2 dann im Juni 2011 formell eingestellt wurde, lag das MZM-Wachstum bei fast 8%. Seit damals liegt es im Schnitt bei 9,2%, manchmal durchbrach es dabei sogar die Marke von 10%. Das letzte Mal, als das Wachstum der weit gefassten Geldmenge MZM so hoch war, war in den Tagen vor der Einleitung von QE Ende 2007, als Gold durch die Decke schoss. Bernanke hat die Dollarausweitung also erneut nahe der Krisenniveaus der Jahre 2007 und 2008 festgesetzt!

Und nun schauen wir uns einmal den Goldpreis seit dem Ende von QE2 an. Dank der regelmäßigen QE3-Schreck-Abverkäufe bei Gold ist mittlerweile jeder davon überzeugt, dass ein Ausbleiben von QE3 verheerende Auswirkungen auf die Preisentwicklung des gelben Metalls hat. Doch die Geschichte lehrt uns etwas anderes. Seit dem Ende von QE2 kam es beim Goldpreis zu einer Konsolidierung nahe seiner Allzeithochs! Der durchschnittliche Goldpreis der vergangenen neun Monate liegt bei unglaublichen USD 1.694 pro Unze. In 2010 hätte ein solcher Preis noch als undenkbar und hoffnungslos optimistisch gegolten.

Wenn das Ausleiben von QE3 tatsächlich ein fundamentales Problem von Gold wäre, dann hätten wir nach dem Auslaufen von QE2 eigentlich massive Abverkäufe sehen müssen. Gold ging am Tag des Auslaufens von QE2 mit USD 1.501 pro Unze aus dem Handel und jagte innerhalb der darauffolgenden sieben Wochen noch 26% in die Höhe, während es eine seltene Sommerrally hinlegte, die sich vornehmlich durch die wachsende Ängste vor Obamas schwindelerregender Verschwendungssucht begründete. Das Ganze führte schließlich zur Absenkung der Bonität der USA und droht gar, in einen Zahlungsausfall auszuwachsen. Gold hat sich nach QE2 also sehr gut entwickelt.

Wenn Gold trotz des Ausbleibens weiterer Lockerungsmaßnahmen nicht fällt und stattdessen eine Konsolidierungsphase nahe seines Allzeithochs durchmacht, ohne dabei großartig Gewinne abgeben zu müssen, ja warum interessiert QE3 dann überhaupt? Das MZM-Wachstum lag in den vergangenen zwölf Monaten in der Regel bei einer annualisierten Rate von knapp 10%, während sich Bernanke und seine Inflationisten-Gang darin gefallen, Unmengen neuer Fiat-Dollars aus dem Nichts zu drucken – und zwar ganz ohne QE. Warum sind die Händler so kurzsichtig auf QE3 fixiert?

Das ist das wahre Problem für Gold – und es ist rein psychologischer Natur. Seit dem Ende von QE2 gab es acht Treffen des Offenmarktausschusses. Zwei dieser Treffen waren außer der Reihe, was ich eher als „Notfall“-Treffen bezeichnen würde. Auf wie vielen dieser Treffen, hat die Fed QE3 eingeleitet oder auch nur angedeutet, dass QE3 unmittelbar bevorstehen würde? Auf keinem einzigen. Wenn es nach QE2 also überhaupt keine Hinweise auf QE3 gegeben hat, ja warum um Himmels willen hoffen die Händler dann wie besessen darauf? Nach dem zweiten dieser acht Treffen des Offenmarktausschusses war QE3 nicht einmal mehr in den Nachrichten. Dennoch wurde das Thema von den Händlern immer noch so behandelt, als sei es aktuell.

Die Geldinflation der Fed ist nach QE1 und QE2 dramatisch gewesen und lag auf Krisenniveau. Und da die Jahresrate neu geschaffener US-Dollars dem Zehnfachen der Wachstumsrate der Goldversorgung entspricht, gibt es jede Menge Inflation, um den säkularen Goldbullenmarkt weiter in die Höhe zu treiben. Quantitative Lockerungsmaßnahmen sind nichts weiter als eine Ablenkung – Nebelkerzen, die die Tatsache verbergen, dass die wahre Geldinflation nach wie vor explosiv ist.

Die nächste Grafik ähnelt der ersten, doch wird hier die engste Geldmenge M0 zu Grunde gelegt. M0 ist auch unter dem Namen Geldbasis bekannt. Die Geldbasis setzt sich aus Papierdollars und Münzen zusammen, die sich im Umlauf befinden, in Schließfächern ruhen und von Geschäftsbanken bei der Fed als Einlagen gehalten werden. Die Geldbasis ist von hoher Bedeutung, da sie die Grundlage für all das Geld darstellt, das wir in unseren täglichen Transaktionen verwenden, und im Rahmen des fraktionalen Reservesystems auch als Grundlage der Geldschöpfung der Banken dient.

M0 hat also die direktesten Inflationsauswirkungen für den Verbraucher. Bevor Ben Bernanke auf der Bildfläche erschien, waren die amerikanischen Zentralbanker bezüglich der Ausweitung von M0 zu Recht äußerst vorsichtig. Vor Ausbruch der Panik lag der 48-jährige Durchschnitt der M0-Wachstumsrate bei gerade einmal bei 6% pro Jahr. Bernanke, der als verrückter und radikaler Inflationist in die Geschichtsbücher eingehen wird, entschied sich jedoch dafür, die Geldbasis so massiv auszuweiten, wie sich niemand auch nur hätte im Traum vorstellen können. Und diese Entwicklung hält nach wie vor an!

Und auch bei der zweiten Grafik ist es so, dass die blaue Linie lediglich das absolute annualisierte M0-Jahreswachstum ausweist. Die wirkliche Ausweitung der Geldbasis verläuft parabolisch. Bitte berücksichtigen Sie auch die massive Ausweitung der Geldmenge auf der rechten Seite der Grafik – die sechs Mal so groß ist, wie die der eingangs gezeigten MZM-Grafik! Während der Aktienmarktpanik begann die Fed, M0 mit einer bisher beispiellosen Rate auszuweiten. Im Oktober 2008 stieg das annualisierte M0-Geldmengenwachstum von unter 10% auf fast 37%. Und QE1 sorgte dann dafür, dass das Wachstum der Geldbasis von dort aus buchstäblich vertikal in die Höhe schoss.

Die Ausweitung von M0 explodierte weiter, während QE1 sukzessive ausgedehnt wurde. Am Ende erreichte das Wachstum der Geldbasis Mitte 2009 eine atemberaubende Jahresrate von 113%! Und obwohl sich diese Wachstumsrate dann 2009 und 2010 wieder dramatisch abschwächte, lag sie nur wenige Monate nahe null. Das bedeutet, dass alle Geldschleusen, mit denen Bernanke´s Fed Geld ins System injizierte, auch heute immer noch sperrangelweit offen stehen. Die Inflation ist nie verschwunden!

Nun möchte man eigentlich meinen, dass mit dem Auslaufen der quantitativen Lockerungsmaßnahmen auch das M0-Wachstum wieder auf normale Niveaus absinken würde. Keine Chance – nicht unter dieser durchgeknallten Fed! Seit dem Ende von QE2 im Juni vergangenen Jahres lag das annualisierte Wachstum der Geldbasis bei atemberaubenden 33%. Zu der massiven Panik-Inflation der Fed kommt also noch das anhaltend hohe Wachstum der Geldbasis hinzu, das über dem Fünffachen des Durchschnitts liegt, der vor der Panik verzeichnet wurde!

Egal, ob wir uns die enge Geldbasis anschauen oder die weitgefasste Geldversorgung – praktisch jeder Papiergelddollar, den Bernanke´s Fed jemals geschaffen hat, ist heute noch im Umlauf. Hier kommt noch hinzu, dass das weitgefasste MZM-Geldmengenwachstum ja nach wie vor bei fast 10% liegt und das Wachstum der Geldbasis bei über 30% verharrt! Jeden Monat schaue ich mir die neuen Daten zur Geldmenge an, uns Sie können sich sicherlich vorstellen, warum ich bezüglich der lächerlichen Auffassung, dass kein QE3 irgendwie bedeuten würde, es gäbe keine Inflation, so ungläubig bin …

Das Entscheidende ist, dass die quantitative Lockerung nicht die einzige Form der Geldinflation ist. Während und nach den weithin aufmerksam verfolgten QE-Kampagnen hat die Fed die enge Geldbasis wie auch die weitgefasste Geldmenge MZM fortwährend mit sehr hohen Raten ausgeweitet. Der Umfang dieser Kerninflation ist noch atemberaubender, wenn man sich die Ausgangsbasis der aktuellen Wachstumsraten anschaut. Eine derart unglaubliche Geldinflation bleibt für Gold nach wie vor außerordentlich bullisch.

Also: Obschon die QE-Inflation für Gold unzweifelhaft großartig war, bedeutet das Ausbleiben von QE3 nicht, dass die Fed jetzt von ihrer Inflationspolitik Abstand genommen hätte. Der QE3-Schrecken hat Gold lediglich psychologisch einen Schlag versetzt, fundamental ist dies jedoch nicht der Fall. Ganz egal, ob QE3 nun kommt oder nicht – der Goldpreis wird die anhaltenden gigantischen Gelddruckmaßnahmen der US-Notenbank letztlich widerspiegeln. Händlern, die sich dessen bewusst sind, bietet sich aktuell eine phänomenal gute Einstiegsmöglichkeit.

Weitere Artikel zu diesem Thema


  • US-Geldbasis bricht aus! Wird Gold folgen?
  • Nachdem sich die US-Geldbasis über 18 Monate hinweg seitwärts bewegt, scheint sie gegenwärtig wieder auszubrechen. Die US-Notenbank Federal Reserve kauft zurzeit im Rahmen von QE3 jeden Monat USD 85 Milliarden an Wertpapieren auf …
  • Die US-Geldbasis und Gold!
  • Letzte Woche hatten wir uns ja bereits mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass die US-Geldbasis aus ihrem rund 20-monatigen Seitwärtsmuster nach oben hin ausgebrochen ist. Im Juni 2011 erreichte die US-Geldbasis erstmals die Marke von USD 2,7 Billionen und schwankte daraufhin zwischen …
  • Ist eine Unze Gold wirklich USD 10.000 wert?
  • Mit einem Preis von USD 1.650 pro Unze erscheint Gold den meisten Investoren in der Tat recht teuer, was schlicht darauf zurückzuführen ist, dass eine Unze Gold aktuell mehr als fünfmal so viel kostet wie vor 10 Jahren. Berechnet man den Goldpreis aber nach der Methode, die von der US-Regierung über viele Jahre hinweg verwendet
  • Pento: Wie die katastrophale Geldpolitik der Fed den Goldpreis beeinflussen wird
  • Aber in Wirklichkeit haben sie in diesem jüngsten Bericht ja gesagt, dass die Inflation annualisiert bei 0,7% liegen würde. Wer dieses Märchen glauben will, muss die Tatsache ignorieren, dass die Eigenheimpreise innerhalb der letzten zwölf Monate zweistellig gestiegen sind (12%), dass der Ölpreis weit über USD 100 pro Barrel liegt, dass die USA die Geldmenge
  • Was zurzeit für Gold spricht? Machen Sie sich doch Ihr eigenes Bild!
  • Es ist klar, dass keiner der Faktoren, die die Finanzkrise des Jahres 2008 ausgelöst haben, von den für die Wirtschaftspolitik verantwortlichen Entscheidungsträgern auf irgendeine solide und nachhaltige Art und Weise angegangen worden ist.