Ron Paul: Staatliche Papierwährungen sind eine einzige Katastrophe

Ron Paul, Paul.house.gov, 14.05.2012

Letzte Woche hielt ich eine Kongressanhörung ab, um mir verschiedene Vorschläge zur Verbesserung bzw. Auflösung der US-Notenbank Federal Reserve anzuhören. Der Zweck dieser Anhörung war es, eine energische und anhaltende Debatte bezüglich der Probleme der Fed zu entfachen, die hoffentlich zu konkreten Maßnahmen führt, um die Fed unter Kontrolle zu bekommen.

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, was das Federal Reserve System eigentlich ist. Einige behaupten, es handelt sich dabei um eine geheime Kabale von Elite-Bankern, während andere behaupten, es sei ein Teil der Bundesregierung. In Wirklichkeit ist es ein wenig von beidem. Das Federal Reserve System ist die Verschmelzung des überbordenden Staates mit den Großbanken, um auf Kosten der Steuerzahler Profite zu generieren.

Mit den Fed-Rettungspaketen für die Großbanken, die während der Finanzkrise verteilt wurden, rettete man schlecht geführte Konzerne, die eigentlich hätten untergehen müssen. So wurde ihnen ein marktverzerrender Vorteil eingeräumt, den in den USA überhaupt kein Unternehmen erhalten sollte.

Die jüngsten Meldungen über die Misere bei JP Morgan unterstreichen diesen Punkt. JP Morgan erhielt Rettungsgelder in Höhe von USD 25 Milliarden und verkündete jüngst einen weiteren Verlust von USD 2 Milliarden. Wenn sich ein Konzern als Fass ohne Boden erweist, voller „Fehler, Schlamperei und schlechtem Urteilsvermögen“, ja wie konnte die Fed dann davon ausgehen, dass USD 25 Milliarden an kostenlosem Geld irgendetwas daran ändern oder irgendwem eine Lehre bezüglich fiskalischer Disziplin sein würden?

Nichtsdestotrotz war die Fed entschlossen, die absichtsvolle Vernichtung von Kapital der Insolvenz eines Unternehmens vorzuziehen. Es ist offenkundig, dass hier Veränderungen vorgenommen werden müssen.

Bei der Anhörung wurden verschiedene Ansätze zur Fed-Reform diskutiert. Einer dieser Reformvorschläge bestand darin, der Fed das Mandat zur Schaffung der Vollbeschäftigung zu entziehen, damit die US-Notenbank in der Lage ist, sich voll und ganz auf die Preisstabilität zu konzentrieren.

Ein weiterer Reformvorschlag zielte darauf ab, die Zusammensetzung des Fed-Offenmarktausschusses zu ändern. Und es gab auch einen Vorschlag, wo die direkte Verstaatlichung der Fed und ihrer Funktionen gefordert wurde. Doch wenn das, was die Fed gegenwärtig tut, schlimm und inflationär ist, wäre es doch noch bedeutend schlimmer, würde man dem US-Finanzministerium erlauben, nach Gutdünken Geld zu drucken, was wohlmöglich zu einer Hyperinflation im Stile der Weimarer Republik führen könnte.

Bei der Anhörung wurden auch die Probleme und Vorteile des Goldstandards besprochen. Die Ära des klassischen Goldstandards war zweifelsohne ein der erfolgreichsten Zeiten in der Geschichte der Menschheit. Im 19. Jahrhundert machte der Westen über mehrere Jahrzehnte hinweg enorme Fortschritte.

Der Goldstandard lag aber immer noch in den Händen der Regierung. Die Versuchung, die Einlösbarkeit von Gold auszusetzen, zeigte zu Beginn des Ersten Weltkriegs ihre hässliche Fratze. Nachdem die Goldbindung aufgebrochen und die fiskalische Selbstbeschränkung über Bord geworfen worden war, hätte es zur Behebung dieses Problems massiver fiskalischer Austerität bedurft. Stattdessen entschied sich der Westen lieber für einen Semi-Goldstandard, der noch nicht einmal ein Jahrzehnt währte, bevor die Politik des lockeren Geldes einsetzte, die dann zur Großen Depression führte.

Während eine Rückkehr zum Goldstandard mit Sicherheit bedeutend besser wäre, als das aktuelle Fiatgeldsystem weiter aufrecht zu erhalten, dürften wir, solange die Regierung über die Macht verfügt, sich vom Goldstandard loszusagen, am Ende immer wieder dieselben Fehler machen.

Die einzig mögliche Lösung besteht darin, die Regierung permanent aus dem Geldgeschäft herauszuhalten, und die Art, dies zu tun, ist über den Wettbewerb von Währungen: Währungen, die parallel zueinander zirkulieren, ohne dass die Regierung diesen Währungen irgendwelche Sonderrechte oder Vergünstigungen einräumt.

Aufgrund seiner inflationären Natur ist der Fiatgeldstandard bisher jedes Mal in der Geschichte zusammengebrochen – und unser aktueller Fiatgeldstandard wird da auch keine Ausnahme sein.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das amerikanische Volk über die Gefahren, die von der Fed ausgehen, und die Wichtigkeit der Wiederherstellung soliden Geldes informiert wird. Diese Grundlagen müssen heute geschaffen werden, damit das amerikanische Volk auf den Tag vorbereitet ist, an dem das Wunder geschieht und sich die Fed in Luft auflöst.

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