Krisenvorsorge: 10 Dinge, die man von der Griechenland-Krise lernen kann

Michael Snyder, The Economic Collapse, 04.06.2012

Wenn die Wirtschaft eines Landes kollabiert, ändert sich praktisch alles. Bedauerlicherweise haben die meisten Menschen diesbezüglich aber überhaupt keine Erfahrungen, weshalb es außerordentlich schwierig sein kann, sich entsprechend darauf vorzubereiten.

Für all jene, die sich gerade auf den Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems vorbereiten, gibt es eine Vielzahl von Dingen, die man von der aktuellen Wirtschaftsdepression in Griechenland lernen kann. Im Grunde macht Griechenland gerade einen Wirtschaftszusammenbruch auf niedrigem Niveau durch.

Die Arbeitslosenzahlen schießen durch die Decke und die Armut breitet sich immer schneller aus. Die gute Nachricht für Griechenland ist jedoch, dass das weltweite Finanzsystem zurzeit noch mehr oder weniger funktioniert und sie daher auch einiges an finanzieller Unterstützung von außen erhalten. Die Lage Griechenlands wäre ansonsten wohl noch bedeutend schlimmer. Bis die Griechenland-Krise endgültig vorbei ist, dürfte sich die Situation trotzdem noch beträchtlich zuspitzen.

Die Lage in Griechenland ist aber bereits schlimm genug, um einige Hinweise zu liefern, wie ein vollumfänglicher Wirtschaftszusammenbruch im 21. Jahrhundert aussehen könnte. Es gibt Meldungen über Nahrungsmittel- und Arzneiverknappungen, steigende Kriminalitäts- und Selbstmordraten und Bank-Runs, wo die Menschen in aller Eile ihr Geld aus der Bank holen.

Vielleicht kann Ihnen dieser Artikel ein paar Anregungen liefern, wie Sie sich am besten auf das Wirtschaftschaos vorbereiten, das schon bald den gesamten Planeten erfassen wird. Im Folgenden finden sie 10 Dinge, die man bezüglich der Krisenvorsorge aus dem gegenwärtigen Kollaps Griechenlands lernen kann:

1. Eine Nahrungsmittelverknappung ist möglich

Die meisten Menschen glauben, dass sie immer in der Lage sein werden, sich im Supermarkt alle Lebensmittel zu kaufen, die sie brauchen. Bedauerlicherweise ist diese Auffassung aber falsch, denn das Nahrungsmittelverteilungssystem ist in Wahrheit sehr anfällig.

In Griechenland gibt es zurzeit immer mehr Menschen, denen die Lebensmittel ausgehen. Es gibt sogar schon einige staatliche Institutionen wie Gefängnisse, die sich nun auf Nahrungsmittelverknappungen einstellen. Das Nachfolgende stammt aus einer griechischen Nachrichtenquelle:

„Die Finanzierung zahlreicher Gefängnisse ist nun bereits seit ein paar Monaten auf ein Minimum zurückgefahren worden, was dazu führte, dass hunderte Gefangene unterernährt und auf die Hilfe der Tafeln vor Ort angewiesen sind.

Das jüngste Beispiel ist das Gefängnis in Korinth, wo die Häftlinge nun nach einem Stopp der Versorgung durch die nahegelegene Militärbasis auf die Gnade Gottes vertrauen müssen … Als der Lagerkommandant vor ein paar Tagen bekanntgab, dass die Lieferungen an die Gefängnisverwaltung gestoppt würden, und sich dabei sogar auf eine Nahrungsmittelknappheit bei den Soldaten berief, schob er der letzten Versorgungsquelle von 84 Gefangenen den Riegel vor. Die Bürger Korinths reagierten umgehend und nahmen die Versorgung der Gefangenen selbst in die Hand, da alle Proteste beim Justizministerium keinen Erfolg brachten.“

2. Arzneien sind eines der ersten Dinge, die bei einem Wirtschafts-Kollaps knapp werden

Wenn man auf Arznei angewiesen ist, um zu überleben, dürfte es ratsam sein, Mittel und Wege zu finde, wie man durchkommt, wenn die Arzneiversorgung eines Tages komplett ausfällt. In Griechenland ist die Arzneiverknappung zu einem Riesenproblem geworden. Bloomberg meldete jüngst:

„Mina Mavrou leitet eine Apotheke in einem Mittelklasse-Vorort Athens und bringt jeden Tag Stunden damit zu, Arzneiproduzenten, Großhändler und Kollegen zu bitten, die Medizin für ihre Kunden aufzutreiben … ´Die Lage wird von Tag zu Tag schlimmer,` so Mavrou … Die griechische Apothekervereinigung meldet Verknappungen bei fast der Hälfte der 500 am meisten genutzten Arzneien. Selbst wenn die Arznei da ist, müssen die Apotheker die Kosten oft vorstrecken oder die Patienten gehen einfach leer aus.“

3. Wenn die Wirtschaft kollabiert, kann der Strom ausbleiben

Sie können es ja mal probieren: Stellen Sie für 24 Stunden Ihren Strom ab und versuchen Sie dann, ein normales Leben zu führen. Bedauerlicherweise haben die meisten Menschen nicht die geringste Ahnung davon, wie abhängig wir von der Stromversorgung sind. Ohne Elektrizität würde sich das Leben von jedem von uns dramatisch ändern.

In Griechenland warnen die Behörden nun bereits vor einem unmittelbar bevorstehenden „Zusammenbruch“ des Stromnetzes. Die Folgen wären verheerend, sollte in Griechenland für längere Zeit die Stromversorgung ausfallen. Reuters meldet:

„Griechenlands Energiebehörde RAE erklärte Reuters am Freitag, dass man für nächste Woche ein Notfalltreffen anberaumt hat, um den Zusammenbruch des schuldengeplagten Strom- und Erdgassystem des Landes zu verhindern … „

Der Erdgasversorger DEPA plant, die Versorgung der Elektrizitätshersteller herunterzufahren, sollte weiterhin kein Geld fließen.

4. Anfälligkeit der Trinkwasserversorgung während eines Wirtschaftszusammenbruchs

Wenn das Stromsystem zusammenbricht, kommt bald darauf auch kein saubereres Wasser mehr aus der Wasserleitung. Das ist auch einer der Gründe, warum es von so entscheidender Bedeutung ist, dass das Stromnetz in Griechenland weiter aufrecht erhalten wird.

Unsere Wasserversorgung ist extrem anfällig. In einem früheren Artikel hatte ich bereits einen Bericht zitiert, worin darauf hingewiesen wird, wie schnell die Wasserversorgung im Falle eines Transportausfalls zum Erliegen kommen kann:

„Laut des amerikanischen Verbands der Wasserversorger trinken Amerikaner jeden Tag über 1 Milliarde Gläser Leitungswasser. Aus Sicherheitsgründen halten die meisten Versorger höhere Bestände vor, als normalerweise notwendig sind. Wie viel Chemikalien vorgehalten werden, variiert jedoch und hängt von der Anlage ab.

Das Chlorine Institute sagt, dass die meisten Wasseraufbereitungsanlagen ihr Chlor in Zylindern (150 Pfund – bis 1 Tonne) lagern und es mit Transportfahrzeugen angeliefert wird. Im Schnitt liefern die Trucks alle sieben bis vierzehn Tage Reinigungschemikalien an. Ohne diese Chemikalien kann das Wasser für die Trinkwasserversorgung nicht aufbereitet werden.

Ohne diese Trucklieferungen mit den Reinigungschemikalien kommt die Trinkwasserversorgung innerhalb von 14 bis 28 Tagen zum Erliegen. Ist die sichere Trinkwasserversorgung erst einmal zum Erliegen gekommen, muss das Wasser vor dem Trinken immer erst gekocht werden. Ein Mangel an sauberem Trinkwasser führt zu erhöhten Magen- und Darmerkrankungen und anderen Krankheiten …“

Was tut man also, wenn kein sauberes Wasser mehr aus dem Wasserhahn kommt? Sicherlich ein Aspekt, über den es sich nachzudenken lohnt.

5. Während eines Wirtschaftskollaps könnten die Kredit- und Bankkarten ausfallen

Die meisten Menschen haben sich daran gewöhnt, ihre Kredit- und Bankkarten für allesmögliche zu nutzen. Doch was würde geschehen, wenn das Finanzsystem plötzlich für eine gewisse Zeit ausfällt und man nicht mehr länger in der Lage ist, seine Karten zu nutzen?

Das ist ein Problem, mit dem die Bürger Griechenlands in den kommenden Monaten wohlmöglich konfrontiert sein könnten und worüber es sich nachzudenken lohnt.

6. Kriminalität, Aufstände und Plünderungen

Die Großkonzerne treffen bereits umfangreiche und kostenintensive Vorbereitungen, um ihre Geschäfte zu schützen, für den Fall, dass Griechenland vom Euro zur Drachme wechselt. Reuters meldete, dass eine britische Elektronik-Fachmarktkette die letzen Wochen damit zubrachte, für ihre rund 100 griechischen Geschäfte Sicherheitsgitter einzulagern.

„Während sich die Finanzkrise in Griechenland weiter zuspitzt, bereiten sich die Firmen auf alles vor – von Bürgerunruhen bis hin zu einem vollständigen Zusammenbruch des Finanzsystems,“ so Reuters.

7. Bei einer Finanzkernschmelze gehen die Menschen wieder zu Tauschgeschäften über

Während der Wirtschaftsdepression in Griechenland sind zahlreiche Alternativwährungen aus dem Boden geschossen. Wenn der Zusammenbruch auf globaler Ebene erfolgt, sollte man also über entsprechende Tauschgüter verfügen, um sie in Dinge zu tauschen, die man selber benötigt.

8. Während eines Wirtschaftszusammenbruchs explodiert die Selbstmordrate

Wenn Sie an die Große Depression der 30er Jahre in den USA denken, woran denken Sie dann? Viele haben dann Bilder von Menschen im Kopf, die sich aus den Fenstern werfen. In Griechenland lässt sich gegenwärtig etwas Ähnliches beobachten. Die Selbstmordrate Griechenlands ist in den letzten Jahren buchstäblich explodiert. Wenn der Wohlstand schwindet, bekommen viele Menschen das Gefühl, dass es sich nicht mehr zu leben lohnt.

9. Während einer Wirtschaftskrise kann die eigene Währung schnell an Wert verlieren

Da braucht man sich nur anzuschauen, was in Deutschland während der Weimarer Republik geschah oder was jüngst in Zimbabwe passierte. Die Wahrheit ist, dass das überall passieren kann.

Aktuell heben die Griechen ihr Geld von den Bankkonten ab, weil sie Angst davor haben, dass die Euros in schnell entwertende Drachmen umgewandelt werden. Wenn ich Grieche wäre, würde ich mir diesbezüglich mit Sicherheit auch Sorgen machen. Und die Wiedereinführung Drachme scheint Tag für Tage näher zu rücken.

10. Wenn die Wirtschaft kollabiert, kann der Staat einen nicht retten

Und, ist die griechische Regierung nun allen zur Rettung geeilt, die zurzeit all diese Qualen durchmachen müssen? Natürlich nicht! Die Wahrheit ist, dass die griechische Regierung aktuell kaum in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern.

Die Geschichte hat gezeigt, dass man auf die Regierung einfach nicht zählen kann, wenn die Situation eskaliert. US-Bürger brauchen sich ja nur daran zu erinnern, was nach dem Wirbelsturm Katrina los war. Der einzige, auf den Sie sich letztlich bezüglich Ihres Schutzes und des Schutzes Ihrer Familie verlassen können, sind Sie selbst. Jeder sollte daher entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen treffen.

Bedauerlicherweise scheint die Zeit für das globale Finanzsystem nun aber immer schneller abzulaufen. Selbst einige der weltweiten Spitzenvertreter unter den Ökonomen warnen jetzt davor, dass uns eine weitere große Krise bevorsteht. Beispielsweise erklärte der Präsident der Weltbank der Vereinten Nationen, Robert Zoellick, vor wenigen Tagen:

„Die Ereignisse in Griechenland könnten in Spanien, Italien und dem Rest der Eurozone eine Finanzflucht zur Folge haben. Der Sommer 2012 erinnert auf gruselige Art an 2008 … Sollte Griechenland die Eurozone verlassen, kann man die Ansteckung unmöglich vorhersagen, genauso wie Lehman unerwartete Folgen hatte.“

… Krisenvorbereitung sieht für jede Familie anders aus. Keine Situation ist gleich. Es gibt aber eine Vielzahl praktischer Maßnahmen, mit denen jeder besser auf die bevorstehenden Ereignisse vorbereitet ist. Jetzt ist die Zeit, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

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