Gold & Silber: Wenn die Preise zum Mond jagen

Jeff Clark, Casey Research, 06.06.2012

Einige werden sich jetzt vielleicht denken, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, was gerade im Edelmetallmarkt los ist, weil ich mich im Folgenden des Themas einer Manie in der Edelmetallbranche annehmen werde – nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass der Boden für einen enormen Preisanstieg bei Gold und Silber mittlerweile bereitet ist.

Es gibt sehr gewichtige Gründe, warum damit zu rechnen ist, dass es im Edelmetallmarkt zu einer echten Manie-Phase kommen wird. Wahrscheinlich wird der Ansturm auf Gold und Goldminenaktien das Resultat explodierender Staatsschulden, defizitärer Staatshaushalte und der Gelddruckerei sein.

Jeder, der glaubt, dass diese Verschwendungssucht der Staaten einfach so wieder abebben wird, ohne dass wir die daraus resultierenden inflationären Konsequenzen zu spüren bekommen werden, ist einfach nur naiv. Die Inflation wird wohl nicht dazu führen, dass die Investoren Gold und Silber auf einmal gut finden, aber sie wird dazu führen, dass sie in Edelmetalle hineingezwungen werden, weil ihnen kaum eine andere Wahl bleiben wird.

Nun könnte man das Argument vorbringen, dass der Ansturm auf Gold und Silber sehr verhalten ausfallen wird, weil niemand mehr frei verfügbare Ersparnisse hat – speziell angesichts der Tatsache, dass die Demographen erklären, dass ein Viertel der Bevölkerung in den Industrieländern demnächst in Rente geht. Aber selbst, wenn es die privaten Sparer ausradieren sollte, wird die globale Geldmenge dadurch ja nicht geringer. All das Geld muss am Ende ja irgendwohin gehen.

Im Folgenden werden wir uns anschauen, wie viel Geld von den einzelnen Investorengruppen zurzeit gehalten wird, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Summen weltweit eigentlich zur Verfügung stehen und wie viel Geld in der Gold- und Silberbranche steckt.

Es ist ziemlich schwer, an die entsprechenden Daten der institutionellen Investoren zu gelangen, und die nachfolgende Grafik bildet nur einen kleinen Ausschnitt davon ab. Dafür habe ich die frei verfügbaren Bargeldbestände und kurzfristigen Investments der S&P 500 Unternehmen sowie die Dollar-Geldmenge M1 den börsennotierten Gold- und Silber-Fonds, physischen Edelmetallen und Edelmetallminenaktien gegenübergestellt:

Zum Vergrößern anklicken.

Nun ist hierzu anzumerken, dass bei einem Ansturm auf die Edelmetallbranche natürlich nicht alle Gelder in börsennotierte Edelmetallfonds, Edelmetallminenaktien oder physische Edelmetalle fließen, aber die Zahlen verdeutlichen, dass bereits eine kleine Menge des Geldes, das gegenwärtig in der Wirtschaft umherschwirrt, enorme Auswirkungen auf den Goldpreis hätte – was letztlich auch den von mir erwarteten Goldrausch auslösen wird.

Schauen wir uns kurz an, was in der Edelmetallbranche los wäre, wenn nur ein kleiner Teil der frei verfügbaren Investmentgelder in die verschiedenen Formen von Gold und Silber fließen würde:

Und hier ist ja lediglich von den S&P 500 Unternehmen die Rede gewesen – weltweit gibt es aber noch eine Vielzahl weiterer Konzerne, Pensionsfonds, Hedge-Fonds, Staatsfonds, Aktienfonds, Privatfonds, Versicherungsfirmen und anderer börsennotierter Rohstofffonds.

Wenn man einmal in Ruhe darüber nachdenkt, ist es einfach nur atemberaubend, wie massiv die Folgen ausfallen könnten, wenn ein bedeutender Teil der Finanzwelt damit beginnt, einem kleinen Marktsegment wie Gold hinterherzujagen. Derartige Geldzuflüsse werden die Gold- und Silberbranche auf den Mond jagen.

In der Zwischenzeit sollte man die maßgeblichen makroökonomischen Aspekte, die sich erst noch richtig entfalten müssen, nicht aus dem Blick verlieren. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass es früher oder später zu dem entscheidenden, auslösenden Ereignis kommen wird, das die Masse der Investoren in die Edelmetallbranche treibt. Und wenn der Ansturm auf Gold und Silber dann erst einmal da ist, werden sich plötzlich alle wundern, wie daran überhaupt jemals gezweifelt werden konnte.

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