Goldbullenmarkt: Wenn die Amis einsteigen, gibt’s kein Halten mehr

Der US-amerikanische Anleihemarkt beläuft sich auf USD 25.000 Milliarden und ist somit 2.800 Mal größer als der jährliche US-Goldmarkt. Schwankungen hin oder her, der Goldpreis dürfte in den kommenden Jahren nur eine Richtung kennen: Nach oben

Jason Hommel, Silver Stock Report, 07.06.2012

Der Goldpreis steigt seit nunmehr fast 12 Jahren und hat sich in den letzten Monaten im Bereich von USD 1.600 pro Unze stabilisieren können. Wir sprechen hier von einem jährlichen Zugewinn von durchschnittlich 18%. Die Amerikaner haben noch nicht begriffen, was Gold ist, und müssen in den seit 12 Jahren anhaltenden Bullenmarkt, der 1999 bzw. 2001 mit USD 250 pro Unze seinen Anfang nahm, erst noch einsteigen.

Jedes Jahr werden weltweit 2.500 Tonnen Gold gefördert. Eine Tonne Gold entspricht 32.151 Unzen. Die weltweite Goldminenproduktion liegt also bei 80 Millionen Unzen pro Jahr. Bei einem Goldpreis von USD 1.600 pro Unze entspricht das einem globalen Goldmarkt von USD 128 Milliarden.

Die Amerikaner kaufen aber nur rund 1 Million Gold Eagles pro Jahr und rund 5 Mal so viel für „Kunst und Gewerbe“, so die US-Geologiebehörde USGS.

Die Amerikaner verbrauchen also gerade einmal rund 7% der weltweiten jährlichen Goldproduktion – 5,7 Millionen Unzen von insgesamt 80 Millionen Unzen. Lediglich 1,25% der jährlichen Goldproduktion wird von den US-Bürgern als Investment in Form von American Gold Eagles gekauft, was einem Wert von USD 1,6 Milliarden entspricht. USD 1,6 Milliarden sind angesichts der Größe des amerikanischen Finanzmarkts nichts weiter als eine Randnotiz.

Gewöhnlich verbrauchen die US-Bürger bis zu 25% aller weltweit produzierten Bodenschätze. Bei Gold sieht das aber anders aus. Logisch, dass bei einer Vermögensklasse, in die einige der reichsten Verbraucher der Welt bisher noch nicht eingestiegen sind, noch jede Menge Luft nach oben ist.

Offiziell hält die US-Regierung zurzeit 8.140 Tonnen Gold. Das sind 261 Millionen Unzen – wobei hier anzumerken ist, dass die letzte unabhängige Prüfung der physischen Goldbestände der USA in den 60er Jahren stattfand.

Und mit den US-Goldreserven lassen sich ja angeblich auch die US-Staatsschulden in Höhe von USD 15,77 Billionen absichern. USD 15.770.000 Millionen / 261 Millionen Unzen Gold = USD 60.421 pro Unze. Nein, das ist kein Rechenfehler.

Eine unabhängige Überprüfung der staatlichen Goldreserven dürfte mit Sicherheit viel zu viel öffentliche Aufmerksamkeit darauf lenken, wie wenig Gold tatsächlich noch da ist, um die Schulden der USA abzusichern. Ich nehme an, dass es das Beste ist, wenn man die amerikanische Öffentlichkeit bezüglich derartiger Dinge einfach weiter im Dunkeln lässt.

Und dann haben die USA natürlich noch das Problem mit ihrer Neuverschuldung, die dieses Jahr bei USD 1.200 Milliarden liegt, was mehr als dem Neunfachen der weltweiten Goldproduktion entspricht.

Die US-Staatsverschuldung steigt zurzeit mit einer Jahresrate von 7,6%. USD 1,2 Billionen / USD 15,77 Billionen = 7,6%.

Die US-Behörde für Arbeitsstatistik (BLS) behauptet, dass die US-Inflation im April dieses Jahres bei gerade einmal 2,3% lag. Die meisten US-Bürger merken aber, dass die reale Inflationsrate bedeutend höher ist. Die New York Post geht davon aus, dass die reale Inflation im März bei rund 8% lag.

Das heißt, dass man mit US-Staatsanleihen, die zwischen 1% und 3% rentieren, real zwischen 5% und 7% an Verlusten einfährt.

Da fragt man sich schon, wann die Amerikaner damit anfangen werden, Gold in bedeutenden Mengen zu kaufen, um ihre Anleihe-Portfolien – die oftmals extrem stark gehebelt und angeblich „inflationsindexiert“ sind – entsprechend abzusichern. Bisher lässt sich eine solche Bewegung jedenfalls noch nicht beobachten.

Der US-Anleihemarkt beläuft sich auf rund USD 20 Billionen bis USD 30 Billionen, was USD 25.000 Milliarden entspricht. Der US-Anleihemarkt geht jährlich im Schnitt zwischen 5% und 7% im Wert zurück, während sich die Größe des US-amerikanischen Goldmarkts auf rund USD 9 Milliarden beläuft, wobei das gelbe Metall die vergangenen 11 Jahre durchschnittlich um rund 18% zugelegt hat.

Wenn man mit dem Jahr 2001 und einem Goldpreis von USD 250 pro Unze beginnt und für 11 Jahre einen jährlichen Zugewinn von 18% veranschlagt, landet man bei USD 1.544 pro Unze.

Angesichts der Tatsache, dass zurzeit USD 25.000 Milliarden in einer einzigen, an Wert verlierenden Vermögensklasse schlummern, während jedes Jahr gerade einmal USD 9 Milliarden in den Goldmarkt fließen, obwohl das gelbe Metall auf eine 12-jährige Erfolgsbilanz von jährlichen Zugewinnen von 18% verweisen kann, ist es völlig offenkundig, dass sich die US-amerikanischen Geldschleusen für den Goldmarkt überhaupt noch nicht geöffnet haben.

Die offiziellen Statistiken der US-Regierung sind einfach nur haarsträubend. Die Haushaltsbehörde des US-Kongresses (CBO) veröffentlichte gestern einen Bericht, in dem es hieß: „Die CBO geht davon aus, dass die Verschuldung des Bundes bis Jahresende auf rund 70% des Bruttosozialprodukts steigen wird.“

Das reale Schulden/BSP-Verhältnis liegt aber bereits bei über 100%. Die US-Staatsverschuldung beläuft sich zurzeit auf USD 15,77 Billionen, während das US-BSP bei USD 15 Billionen liegt. Hier sollte man auch im Hinterkopf behalten, dass die jährliche weltweite Goldproduktion bei gerade einmal bei USD 0,128 Billionen.

Der Goldpreis kann ja gerne wild hin und her schwanken – in Wirklichkeit gibt es für ihn aber nur eine Richtung: Nach oben.

Einige Leser sind argwöhnisch bezüglich meiner Glaubwürdigkeit, meiner Absichten und meiner Erfolgsbilanz. Nur zu! Folgen Sie einfach den Links, stellen Sie Ihre eigenen Nachforschungen an, rechnen Sie selber nach – ach, und wo Sie gerade dabei sind, machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken.

Aktuell gibt es weltweit eine Vielzahl von Leuten, die alle möglichen Arten von Goldbetrügereien pushen und mich nicht besonders mögen dürften, da ich ihre Machenschaften aufgedeckt habe. Sie ziehen lieber über mich her oder machen sich lustig, anstatt sich mit den Daten oder Argumenten auseinanderzusetzen. Und später nehmen sie dann sogar noch meine Argumente, damit ihnen die Leute bei ihren Goldbetrügereien in die Falle gehen.

Ich empfehle den Leuten bereits seit dem Jahr 2000 Gold zu kaufen. Das ist keine schlechte Erfolgsbilanz …

Natürlich ist dieser Artikel nicht dazu gedacht, Verwirrung zu stiften. Ich bin von Silber wesentlich stärker überzeugt als von Gold, und zwar aus vielerlei Gründen. Ich gehe davon aus, dass das Gold/Silber-Verhältnis aufgrund der Silberknappheit sowie der starken industriellen Nachfrage von aktuell 55:1 auf 15:1, wenn nicht gar noch stärker absinken wird.

Dieser Bericht soll lediglich verdeutlichen, dass Silber in Zukunft gemeinsam mit dem Goldpreis weiter steigen wird, und zwar über viele Jahre hinweg. Meines Erachtens eignet sich Gold besser für die extrem Vermögenden und die älteren Investoren zwischen 70 und 80 Jahren, die vielleicht nicht mehr miterleben werden, wie Silber Gold aussticht, und vielleicht auch keine Lust haben, das aufgrund seiner geringeren Wertdichte schwerere Silber zu heben …

Das Entscheidende ist, dass man Gold und Silber braucht. Ich verstehe nicht, warum sich jeder für Papierfetzen abrackert, und dann noch nicht einmal etwas davon beiseite legt. Ja sicher, ich weiß, dass man Papiergeld braucht, um sich Dinge zu kaufen – aber letztlich ist es nur Papier. Ein bedeutender Teil der Ersparnisse sollte in Gold und speziell in Silber investiert werden. Was ist denn sonst noch die letzten 12 Jahre im Schnitt um 18% im Wert gestiegen und auf Kurs, in den nächsten 10 Jahren noch einmal bedeutend stärker zuzulegen?

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