Staatsschulden-Crash: Die meisten Menschen wird es kalt erwischen

Die Staatsschuldenblase ist ein klein wenig größer als die US-Eigeneheimblase. Es steht außer Frage, dass genau jetzt der Zeitpunkt ist, wo sich besonnene Menschen auf die kommenden Entwicklungen vorbereiten sollten
Simon Black, SovereignMan.com, 19.06.2012

Vor genau drei Jahren haben wir mit unseren Veröffentlichungen begonnen … und in der Zwischenzeit ist natürlich jede Menge passiert.

Mittlerweile dürfte auch klar sein, dass die Probleme, über die wir regelmäßig sprachen, jetzt tatsächlich da sind:

Hier in Europa sind Bank-Runs mittlerweile an der Tagesordnung. Den Bankkunden wird ohne Vorwarnung der Zugriff auf ihre Konten verwehrt. In vielen Ländern haben die Politiker bereits die privaten Pensionsfonds konfisziert, und Kapitalverkehrskontrollen werden wieder einmal als das Allheilmittel gefeiert.

Unterdessen wird die Privatsphäre auf schlimmstmögliche Art und Weise mit Füßen getreten. Die westlichen Regierungen haben orchestrierte Anschläge auf alle Aspekte der Privatsphäre durchgeführt, was vom Bankgeheimnis bis hin zur Internetnutzung reicht. Es ist eine unendliche Geschichte.

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, meldete Google jetzt, dass es bei den Regierungsanfragen, Internetseiten zu blockieren und zu zensieren bzw. Nutzerdaten herauszugeben, zu einem alarmierenden Anstieg gekommen ist. Man ist auf dem besten Wege, die 3,3 Millionen Anfragen des vergangenen Jahres in 2012 zu vervierfachen.

Und dann ist da ja noch das Gelddrucken – die endlose Ausweitung der Staatsverschuldung und der sinnlosen Papierfetzen, die von einer Handvoll moralisch bankrotter Personen, die das ganze Spiel kontrollieren, als Geld in Umlauf gebracht werden.

Diese Politiker und Bürokraten scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, dass Länder nicht durch das Drucken von Papierwährung, das Erheben von Steuern, große staatliche Zuwendungsprogramme oder die Verschuldung reich werden.

Wenn man sich verschuldet und die Gelder verbraucht, wird dadurch kein Vermögen geschaffen. Ja, vorübergehend wird dadurch die Illusion von Reichtum geschaffen … aber nur bis das Kartenhaus zusammenbricht.

Und genauso wie Privatpersonen werden auch Länder nur reich, indem sie produktiv sind und sparen.

Das ist kein Hexenwerk – und trotzdem scheinen es die Typen, die das System kontrollieren, einfach nicht begreifen zu wollen. Sie machen alles falsch und sorgen sich nur um ihre eigene Wiederwahl, anstatt einfach aufzuhören, im Weg rumzustehen.

In Europa gibt es mittlerweile viele Menschen, die sich der Realität gewahr werden; zumindest verstehen sie, dass wir es hier mit ernsthaften Problemen zu tun haben, die nicht einfach so verschwinden werden.

Was die USA anbelangt, bin ich mir da aber nicht so sicher. Ich habe gerade erst einen Monat in den USA verbracht und bin dann doch ziemlich beunruhigt nach Europa zurückgekehrt. Egal wo ich war – Dallas, Los Angeles, Reno/Lake Tahoe, Denver, New York, San Francisco – alles schien in bester Ordnung zu sein. Die Geschäfte und Restaurants waren voll, die Stimmung war gut und die Menschen schienen zu glauben, dass alles in bester Ordnung sei.

Auf alle Fälle war nicht die Untergangsstimmung da, wie sie hier in Europa festzustellen ist – und dennoch ist die Realität in den USA einfach nur katastrophal:

Die Zahlen lügen nicht. Sie haben keine Stimmung, fühlen sich nicht gut oder schlecht. Die Zahlen sind, was sie sind. Und sie sind entsetzlich.

Die enorme Kluft zwischen der Realität, die uns die Daten offenbaren, und dem Optimismus der Menschen ist zutiefst besorgniserregend; sie legt nahe, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht die leiseste Ahnung davon hat, was sich hier gerade abspielt.

Als die US-Eigenheimblase platzte, war es genauso: Es traf die Menschen aus heiterem Himmel. Sie waren auf die dann einsetzenden Leiden überhaupt nicht vorbereitet.

Ich mache mir Sorgen, dass dasselbe jetzt wieder passieren wird – nur geht es dieses Mal um den Zusammenbruch der Staatsschuldenblase, die wesentlich größer ist als die Eigenheimblase.

Vieles von dem, worüber wir die letzten paar Jahre geschrieben haben, ist tatsächlich auch eingetreten – und die nächste Phase lässt sich zurzeit in Europa mitverfolgen. Und die USA kommen auch bald an die Reihe.

Es steht außer Frage, dass jetzt genau der Zeitpunkt ist, wo sich besonnene Menschen darauf vorbereiten sollten.

Zunächst einmal bedeutet das, dass man reale Vermögenswerte kauft, also handfeste Dinge, die man tatsächlich auch besitzen und eigenständig kontrollieren kann und die über die Aussicht verfügen, ihren Wert zu bewahren.

Denken wir hier an Edelmetalle, Betriebe, landwirtschaftlichen Boden, Sammlerobjekte.

Keinesfalls darf man das Ausfallrisiko von Vermögenswerten unterschätzen – also das von Vermögenswerten, bei denen es sich in Wirklichkeit nur um Forderungen handelt (börsennotierte Rohstofffonds, Aktien, die nicht auf den eigenen Namen laufen, oder Staatsschulden usw.).

Darüber hinaus ist die internationale Diversifikation zurzeit von höchster Wichtigkeit. Und das sollte jetzt getan werden. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Banken zurzeit dicht machen, dürfte es eine Menge Leute geben, die am Ende zu Opfern dieser Entwicklung werden.

Die meisten Menschen setzten alles auf eine Karte: Sie leben, arbeiten, investieren, besitzen ihr Eigentum, lagern ihr Gold, betreiben Unternehmen usw. in ein und demselben Land, dessen Staatsbürgerschaft sie auch haben.

Und all diese Vermögenswerte sind der Willkür irgendeiner Zahl an Regierungsbehörden ausgeliefert.

Die direkte Konfiskation ist eine der Hauptstrategien von insolventen Regierungen … was die Griechen und Italiener gerade lernen dürfen.

Wenn man seine Vermögenswerte international streut – ein Bankkonto in Hongkong, Goldlagerung in Singapur, Eigentum in Südamerika usw. – entzieht man seine hart erarbeiteten Ersparnisse dem Zugriff der Bürokraten im Heimatland. Und auf diese Art ist man rund 99,8% der Bevölkerung – so Daten der US-Steuerbehörde IRS – einen Schritt voraus, die diese Maßnahmen nicht ergreifen.

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