Die Verbrecherbande: Warum die EZB Unmengen an Staats- und Bankenschulden monetisieren wird

Ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei der Schuldenmonetisierung um Diebstahl handelt und sie überdies hochgradig wirtschaftsschädlich ist, gibt es verschiedene gesellschaftliche wie auch politische Sachverhalte, die sicherstellen, dass die Europäische Zentralbank in den nächsten Jahren gigantische Mengen an Staats- und Bankenschulden monetisieren wird

Steve Saville, The Speculative Investor, 17.07.2012

Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass es innerhalb der nächsten paar Monate passiert, stehen die Chancen gut, dass die EZB am Ende gezwungen sein wird, riesige Mengen an europäischen Staats- und Bankenschulden zu monetisieren.

Es ist daher sinnvoll, sich mit den Vor- und Nachteilen einer solchen Entwicklung auseinanderzusetzen. Und da uns bezüglich der Schuldenmonetisierung keine Vorteile bekannt sind, werden wir uns halt auf die Nachteile konzentrieren müssen.

Das Entscheidende, was man hier verstehen muss, ist, dass sich die seitens der Zentralbank geschaffene Geldinflation von der Geldfälschung durch Privatpersonen letztlich nicht unterscheidet: Man tauscht etwas gegen nichts ein, es ist also eine Form von Diebstahl.

Niemand würde behaupten, dass ein privater Geldfälscher der Wirtschaft einen wertvollen Dienst erweist, indem er Geld druckt, um sich damit dann Anleihen von in Finanznöten befindlichen Regierungen zu kaufen. Aber warum glauben die Menschen dann, dass eine Zentralbank irgendetwas Positives erreichen kann, wenn sie mit aus dem Nichts gezaubertem Geld Anleihen kauft?

Allein schon für die Annahme, dass eine Zentralbank unter bestimmten Bedingungen keinen wirtschaftlichen Schaden anrichtet – von positiven Aspekten ganz zu schweigen – wenn sie frisches Geld schafft, bedarf es bereits der Ausblendung von Logik und des gesunden Menschverstandes. Natürlich ist es schädlich!

Es ist schlicht unmöglich, das Vermögen einer Wirtschaft durch eine Ausweitung der Geldmenge zu erhöhen, ungeachtet der Tatsache, dass einige Menschen durch die Geldinjektion reicher werden. Wenn einige Menschen reicher werden, während sich das Gesamtvermögen einer Wirtschaft nicht erhöht, bedeutet das einfach, dass andere Menschen ärmer werden müssen. Wir haben es also mit einem erzwungen Vermögenstransfer zu tun.

Und somit sind wir auch schon beim wirklichen Wesen der Zentralbankmonetisierung: Es ist ein Mittel, um das Vermögen einiger Menschen in Richtung anderer Menschen umzuverteilen. Im konkreten Falle der EZB wird man die neu geschaffenen Euros dafür nutzen, Anleihen der insolventen Länder und Banken aufzukaufen, und das heißt, dass der Vermögenstransfer von denen, die Ersparnisse in Euros halten, in Richtung der Investoren dieser Anleihen geht.

Im Grunde werden die Kosten, die aufgrund einer schlechten Investmententscheidung anfallen, dann nicht mehr von denjenigen beglichen, die die Fehlentscheidung getroffen haben, sondern auf Menschen verlagert, die mit der Entscheidung nicht das Geringste zu tun haben. Überdies erfolgt diese Umverteilung auf geheime und betrügerische Art.

Würde allen Euro-Sparern eine Rechnung für ihren Anteil des Vermögenstransfers zugesandt, käme es zu einem Aufstand, doch da der Vermögenstransfer über die Geldinflation erfolgt, wird nicht einmal jede hundertste Person begreifen, dass sie ärmer geworden ist. Die Kosten für die Euro-Rettungen bleiben der Öffentlichkeit verborgen, da es keinen unmittelbaren Vermögenstransfer gibt, sondern es sich vielmehr um einen schrittweisen Kaufkrafttransfer handelt.

Die Anleihehalter und Banken werden dies als unmittelbaren Anstieg ihrer Kaufkraft zu spüren bekommen, da sie die ersten sind, die das neue Geld erhalten. Bei den Sparern kommt es jedoch zu einem sukzessiven Kaufkraftverlust, während das neue Geld seinen Weg in die Wirtschaft findet.

Hier ist auch wichtig zu verstehen, dass die mit dem neuen Geld in Zusammenhang stehenden Preiseffekte nicht gleichmäßig ausfallen werden. Einige Preise werden stärker und andere weniger stark betroffen sein. Das führt zu Fehlinvestments, und das bedeutet, dass die Schuldenmonetisierung nicht nur einen unethischen Vermögenstransfer mit sich bringt, sondern auch das Gesamtvermögen der Wirtschaft reduziert.

Hier stellt sich natürlich die Frage, warum man es dann überhaupt tun sollte. Warum sollte eine Zentralbank Schulden monetisieren, wenn man dadurch lediglich einer kleinen Gruppe von Spekulanten auf Kosten einer großen Zahl an Sparern hilft und gleichzeitig noch das Gesamtvermögen der Wirtschaft reduziert?

Es ist augenfällig, dass das nicht dem Schutz der Bankkunden dient, denn die Bank verliert ja nichts, nur weil ihre Aktieneigner ausgelöscht werden und ihre Anleihehalter massive Verluste einfahren. Unseres Erachtens erfolgen diese ungerechten geldpolitischen Maßnahmen vielmehr aufgrund von Unwissenheit sowie der Bereitschaft der Politiker, alles Notwendige zu tun, um ihre politischen wie auch finanziellen Ziele zu erreichen.

Die Unwissenheit kommt auf mehrere Arten zum Tragen:

1. Die meisten Menschen haben keine Ahnung von dem Zusammenhang zwischen der Geldinflation und dem dadurch letztlich einsetzenden Rückgang ihres Lebensstandards.

2. Die führenden Köpfe einer Zentralbank müssen zwingend schlechte Ökonomen sein, da ein guter Ökonom ein derartiges Amt niemals antreten bzw. völlig ungeeignet erscheinen würde. Nehmen wir beispielsweise den Chef der US-Notenbank Ben Bernanke. Bernanke wäre gegenwärtig nicht der Chef der Fed, würde er nicht fest daran glauben, dass eine Wirtschaft von Geld, das aus dem Nichts geschaffen wird, profitiert.

3. Praktisch alle Politiker sind völlig ahnungslos im Hinblick auf die Ökonomie.

 Die Bereitschaft der Politiker, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihre politischen oder finanziellen Ziele zu erreichen:

1. Die Fähigkeit, Geld aus dem Nichts zu schaffen, erlaubt es den Politikern, sich bedeutend mehr Wählerstimmen zu kaufen, als möglich wäre, wenn ihre Versprechungen mittels der direkten Besteuerung finanziert werden müssten.

2. Durch die Geldinflation wird oftmals kurzfristig der falsche Eindruck einer lebhaften und dynamischen Wirtschaft erweckt, was die Chancen der Wiederwahl der Amtsinhaber erhöht.

3. Die Menschen, die von der Geldinflation am meisten profitieren, haben oftmals einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Zentralbank und die Regierung.

4. Aufgrund der von den Politikern in der Vergangenheit gemachten Versprechungen haben viele Wähler ein ureigenes Interesse daran, dass die Inflation weiter anhält, da es nur über den durch die Geldinflation herbeigeführten Vermögenstransfer möglich ist, dass diese Menschen ihre sogenannten Ansprüche überhaupt jemals erhalten werden.

Aufgrund dieser Kombination aus Unwissenheit und Eigeninteresse wird es in Zukunft noch jede Menge Geldinflation geben, ungeachtet der Tatsache, dass die Schuldenmonetisierung unethisch und wirtschaftsschädlich ist. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

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