Die China-Strategie: Gold & Silber kaufen

Jeffrey Lewis, Silver Coin Investor, 24.07.2012

Die chinesische Währung, der Yuan, ist immer noch an den US-Dollar gekoppelt, und das auch noch zu einem extrem unterbewerteten Niveau, was natürlich immer wieder für Kritik bezüglich der chinesischen Währungspolitik sorgt. Die Welt ist immer noch der Auffassung, dass China nicht überleben kann, ohne dass die Wirtschaften des Westens prosperieren und die Industrieländer die Entwicklung Chinas finanzieren, weshalb sich die meisten Analysten auch auf eine harte Landung Chinas konzentrieren.

Ungeachtet dessen bilden zurzeit jedoch neue Währungsswap-Vereinbarungen die Grundlage für die chinesischen Edelmetallkäufe und die inländische Gold- und Silberproduktion. Im Grunde eignet sich China gegenwärtig schrittweise den Löwenanteil des weltweiten Vermögens in Form von harten Vermögenswerten an.

Auf dem Finanzblog ZeroHedge findet sich eine amüsante Anmerkung dazu, die die Situation recht treffend beschreibt:

„Während sich die insolventen ´Industrieländer` wütend darum streiten, wer die Rechnung für 30 Jahre nicht tragfähiger Schuldenanhäufung zu zahlen hat und wie man nun vorgeben soll, dass das System der modernen Vetternwirtschaft für einige und des Kommunismus für alle anderen nicht kurz vor dem vollständigen Zusammenbruch steht, übernimmt China in aller Ruhe die Kontrolle über die weltweiten Realwerte.“

China wendet sich schrittweise vom US-Dollar ab

Die jüngsten weltweiten Schlagzeilen konzentrierten sich darauf, dass China die Abwendung vom US-Dollar als Weltreservewährung vorantreibt. Im Folgenden finden Sie beispielhaft ein paar Artikelüberschriften der letzten zwölf Monate:

Die Entwicklung nahm zunächst in Asien ihren Anfang und breitete sich dann nach Südamerika und nun auch nach Afrika aus. Das mag durchaus nach kleinen Schritten aussehen, letztlich wird es aber zu einer dramatischen Veränderung der Rolle des US-Dollars führen. Es wird für die Vereinigten Staaten künftig immer schwerer werden, ihre Doppeldefizite aufrechtzuhalten und die gigantische Staatsverschuldung zu finanzieren.

China ermutigt zu Edelmetallbesitz

Ein weiterer wichtiger Aspekt der chinesischen Politik ist, dass das Land vor kurzem den Besitz von Edelmetallen erlaubt hat. Die Behörden ermutigen die Bürger mittlerweile sogar zum Silberkauf.

Im Grunde wird die chinesische Bevölkerung dazu angehalten, harte Vermögenswerte zu besitzen, wodurch ein drittes Standbein zur Anhäufung von Edelmetallen geschaffen wird.

Das bedeutet, dass sich China bezüglich des Imports, der Produktion und des inländischen Besitzes von Edelmetallen zunehmend in eine Weltmacht verwandelt. China ist bereits der größte Goldimporteur und -produzent der Welt. Ferner hat sich das Land, das über viele Jahre hinweg Nettosilberexporteur war, mittlerweile in einen Nettosilberimporteur verwandelt.

Um den wachsenden chinesischen Edelmetallmarkt zu stützen, werden zurzeit neue Edelmetallbörsen aufgemacht.

Arbeitet China an einer edelmetallgedeckten Währung?

Während der Wandel lediglich in kleinen Schritten erfolgt, ist es nicht schwer sich vorzustellen, dass es sich hierbei um einen strategischen Schachzug der Chinesen handelt, der letztlich auf die Schaffung einer neuen Reservewährung abzielt, die durch Gold oder andere Edelmetalle gedeckt sein könnte.

Die Verwendung von Silber als Währung hat in China Tradition und reicht bis in die Han-Dynastie zurück, die von 206 v. Chr. bis 220 n. Chr. herrschte.

Es ist davon auszugehen, dass ein solcher Trend zu Beginn von beiden Seiten ignoriert und heruntergespielt wird.

China würde es natürlich begrüßen, die Edelmetalle zu niedrigen Preisen zu bekommen und seine riesigen US-Dollarbestände abzubauen, ohne dabei eine Marktpanik auszulösen. Ferner dürften die Vereinigten Staaten auch in Zukunft das Mantra des starken Dollars wiederkäuen, um ihre Kreditfähigkeit zu stärken.

Aber angesichts der Tatsache, dass die offizielle Ankündigung einer solchen Absicht immer näher rückt und die Edelmetallkäufe der Chinesen immer evidenter werden, dürfte den Edelmetallmärkten letztlich keine andere Wahl bleiben, als eine substantielle Preisrally hinzulegen.

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