Das Beste kommt erst noch: Silber verspricht exorbitante Gewinne

Peter Cooper, Arabian Money, 15.08.2012

Der langgediente Investor Jim Rogers, der den aktuellen Rohstoffbullenmarkt frühzeitig erkannte, sagt, dass, könnte er diesen Sommer nur in ein einziges Edelmetall investieren, es Silber sein würde. Doch warum ausgerechnet Silber?

Der Silberpreis schwankt bedeutend stärker als der Goldpreis, und während der letzten fünf Jahre entwickelte sich Gold sogar ein klein wenig besser als Silber. Die Zentralbanken halten Gold und kein Silber.

Gelddruckmaßnahmen

Als Investor achtet man vor allem auf zwei Dinge: Das Aufwärts- und das Abwärtspotenzial. Wenn man bezüglich der künftigen Preisentwicklung bei den Edelmetallen optimistisch ist – was angesichts der Tatsache, dass die weltweiten Zentralbanken kurz davor stehen, erneut die Druckerpressen anzuwerfen, eine logische Schlussfolgerung darstellt –, stellt sich die Frage, ob Gold oder Silber über das größere Aufwärtspotenzial verfügt.

Die Antwort ist simpel: Silber verfügt über das größere Aufwärtspotenzial. Silber ist der einzige bedeutende Rohstoff, der im aktuellen Bullenmarkt noch kein Allzeithoch erzielt hat. Silber ist heute immer noch billiger als vor 32 Jahren! Der Silberpreis ist unglaublich niedrig.

Gold und Silber im Vergleich: Gold liegt ganz knapp vorn. Zum Vergrößern anklicken.

Und dann kann man noch darüber nachdenken, welche Auswirkungen eine wirtschaftliche Abschwächung auf Silber hat. Ja, die industrielle Verwendung von Silber wird zurückgehen, aber die jährliche Silberproduktion wird ebenfalls sinken, da das weiße Metall vornehmlich als Nebenprodukt bei der Kupfer- und Zinkproduktion anfällt.

Die Investmentnachfrage wird die industrielle Nachfrage so oder so überflügeln, und wenn der Goldpreis wieder an Fahrt aufnimmt, wird auch Silber folgen. Heutzutage bekommt man für sein Geld 50 Mal mehr Silber als Gold. Historisch gesehen lag das Gold/Silber-Verhältnis aber bei 1:12 bis 1:15, weshalb es ganz danach aussieht, als stünde uns hier noch eine Korrektur bevor.

Gold/Silber-Verhältnis. (Netdania.com) Zum Vergrößern anklicken.

Aber warum ist Silber historisch gesehen heutzutage so billig?

Das geht auf den Preiszusammenbruch von 1980 zurück. Damals schoss der Silberpreis aufgrund der Marktmanipulation der Gebrüder Hunt dermaßen durch die Decke, dass die Silberproduktion massiv ausgeweitet wurde und riesige Lagerbestände entstanden.

Als der Silberpreis dann von seinem Allzeithoch von USD 50 pro Unze in den Keller rauschte, folgte ein zwanzigjähriger Bärenmarkt, bei dem die Überversorgung ausreichend war, um die Preise zwei Jahrzehnte lang unten zu halten. Ab der Jahrtausendwende legte Silber dann eine spektakuläre Erholung hin und verteuerte sich von USD 3 auf knapp USD 50 Dollar pro Unze.

Herbstsaison

Das Beste kommt aber erst noch. Wird es bereits diesen Herbst soweit sein, dass die Zentralbanken ihre Druckerpressen erneut bis zum Anschlag hochfahren, um die Weltwirtschaft zu retten? Wird die US-Notenbank mit der dritten Runde quantitativer Lockerung den Anfang machen, während die anderen folgen?

Oder wird es mit Griechenland als dem nächsten Lehman einen Finanzmarktcrash im Stile des Jahres 2008 geben? Für die Edelmetallpreise wäre das schlecht, wie wir in 2008 sahen, obwohl sie danach eine spektakuläre und schnelle Erholung hinlegten.

Beim Investieren kann man sich seines Erfolgs nie sicher sein. Geduld und das Arbeiten ohne Fremdkapital sind wohl die wertvollsten Vermögenswerte, die man besitzen kann. Dennoch sind wir nach wie vor der Meinung, dass es sich schon bald bezahlt machen wird, an Gold und Silber festzuhalten.

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