September-Attacke der EZB und der Fed: Warum das Papiergeld-Experiment bald vorbei ist

Die einzig gute Nachricht ist, dass das gescheiterte globale Fiatgeld-Experiment nun schnell an sein Ende gelangen könnte

Michael Pento, King World News, 01.09.2012

Die Zentralbanken werden im September etwas tun, das zur Folge haben wird, dass die Fiatwährungen den Bach runtergehen werden. Es wird der Anfang des Endes nicht edelmetallgedeckten Geldes sein. Die Maßnahmen werden desperat sein, und es wird der finale Versuch sein, das einbrechende Weltbruttosozialprodukt zu retten – aber die Maßnahmen werden ausschließlich zu einer weiteren wirtschaftliche Vernichtung und einer hartnäckigen Inflation führen.

Die Ausrede, mit der man den bevorstehenden Anschlag auf das Fiatgeld rechtfertigen wird, sind die einbrechenden Wirtschaften in Europa, die auch die Schwellenmärkte mit nach unten gezogen haben. Beispielsweise sind die chinesischen Exporte in die 17 Länder der Eurozone im Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,2% gefallen, während die chinesischen Ausfuhren nach Italien um 26,6% eingebrochen sind.

Die wankende Weltwirtschaft hat dafür gesorgt, dass die Preise für unedle Metalle wie Eisenerz seit Juli dieses Jahres um 33% auf den niedrigsten Stand seit November 2009 gefallen sind.

Und jetzt fangen ausgerechnet auch noch Kerneuropa und Deutschland damit an auseinanderzubrechen. Die deutsche Arbeitslosenrate ist im August den fünften Monat in Folge auf 2,9 Millionen gestiegen. Die Auftragseingänge der Industrie gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8% zurück, während sich die Fertigungsbranche im August weiter abschwächte.

Und für all die Anhänger der Phillips-Kurve und die Inflations-Ungläubigen: Spaniens Arbeitslosenrate hat jetzt abermals ein neues Hoch in der Euro-Ära erzielt und ist im Juli auf 25,1% gestiegen. Gleichzeitig schießt aber auch die Inflation in die Höhe, die von 1,8% im Juni auf 2,7% im August gestiegen ist. Warten Sie nur, was erst passiert, wenn die EZB und die Fed ihrer September-Attacke starten.

Die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank Federal Reserve stehen jetzt kurz davor, ja praktisch in diesem Monat, einen unglaublichen Anschlag auf den Euro und den US-Dollar bekanntzugeben. Vertreter der Europäischen Union erklärten am 31.08.2012, dass es zu begrüßen sei, wenn die EZB über das alleinige Recht verfügen würde, Banklizenzen zu vergeben.

Das würde bedeutend, dass die EZB in der Lage wäre, den Europäischen Stabilitätsmechanismus in eine Bank zu verwandeln – sollte das deutsche Bundesverfassungsgericht am 12.09.2012 grünes Licht geben –, wodurch sie auf einmal über eine gänzlich ungehinderte Fazilität mit unbegrenzter Feuerkraft verfügen würde, um die Schulden der PIIGS-Länder aufzukaufen. Das ist es, was Mario Draghi meinte, als er erklärte, er würde „alles Erforderliche tun, um den Euro zu retten.“

Bernanke, der sich von Draghi offensichtlich nicht ausstechen lassen will, hielt am 31.08.2012 eine Rede, bei der er andeutete, dass er am 13.09.2012 aller Vorausschau nach unbefristete quantitative Lockerungsmaßnahmen verkünden wird.

Die Fed-Präsidenten Eric Rosengren und John Williams legten bereits dar, was zeitlich unbegrenzte quantitative Lockerungsmaßnahmen eigentlich bedeuten: Die US-Notenbank würde Monat für Monat rund USD 50 Milliarden frisches Geld drucken, bis die Arbeitslosenrate und das nominelle Bruttosozialprodukt bei den von der Zentralbank festgelegten Zielmarken angekommen sind.

Es ist unglaublich, aber Bernanke erklärte während seiner Rede in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming, dass die vorangegangenen Lockerungsmaßnahmen im Hinblick auf die Wirtschaftserholung eine „bedeutende Hilfe“ gewesen seien. Er widersprach sich dann aber auch gleich wieder, als er sagte, dass die Erholung „schwach“ und die Wirtschaft „bei weitem noch nicht zufriedenstellend“ sei. Und er sagte, dass

„die Kosten unkonventioneller Maßnahmen, wenn man sie sorgsam abwägt, kontrollierbar erscheinen, was nahelegt, dass wir den weiteren Einsatz derartiger Strategien nicht ausschließen sollten, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen dies verlangen … die Federal Reserve wird, sollte dies notwendig sein, weitere geldpolitische Stützungsmaßnahmen durchführen, um eine stärkere Wirtschaftserholung und eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktsituation im Kontext der Preisstabilität zu fördern.“

Bernanke glaubt allen Ernstes, dass er in der Wirtschaft für Preisstabilität gesorgt hat, ungeachtet der Tatsache, dass der Rohölreis in den letzten vier Jahren von USD 147 auf USD 33 pro Barrel einbrach und dann wieder auf USD 100 pro Barrel schoss – alles dank der Fed-Manipulationen.

Die Fed geht also davon aus, dass ihr Anschlag auf den US-Dollar nur mit geringen oder gar keinen negativen Folgen einherging. Um zu einer solchen Meinung zu gelangen, muss man natürlich zunächst einmal all die Verheerungen bei der Mittelklasse ausblenden.

Und dann ist Bernanke auch noch der Auffassung, dass die bisherigen Falschmünzoperationen in Höhe von USD 2 Billionen immer noch nicht genug gewesen sind, um wirtschaftliches Wohlergehen herbeizuführen – weshalb er diese Maßnahmen noch bedeutend ausweiten wird.

Was die Fed und die EZB bei all ihrer Inflationsvernarrtheit jedoch nicht begreifen, ist, dass es den USA und Europa durch die künstlich niedrigen Zinsen und die Schuldenmonetisierung überhaupt erst möglich gemacht wurde, sich viel zu viel Geld zu leihen. Die Schulden/BSP-Verhältnisse dieser Länder sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo die Länder nun im Grunde am Rande der Pleite stehen.

Und jetzt werden diese Zentralbanken mit einer beispiellosen Gelddruckorgie beginnen, die letztlich dazu führen wird, dass sich die Investoren von den Währungen und Anleihen dieser Länder fernhalten werden. Was in 2008 lediglich eine schwere Rezession geworden wäre, hat sich in Südeuropa Dank der Aktivitäten der EZB und der Fed bereits in eine Wirtschaftsdepression verwandelt und wird bis ungefähr 2015 zu einer US-Währungs- und Anleihekrise auswachsen.

Die einzig gute Nachricht ist, dass das gescheiterte globale Fiatgeld-Experiment nun schnell an sein Ende gelangen könnte. In der Zwischenzeit können sich Investoren mit Energiewerten und Edelmetallen schützen.

Weitere Artikel zu diesem Thema