Dauer-Rezessionen, Preisexplosionen und die Vernichtung der Mittelschicht: Bedanken Sie sich bei Ihrer Zentralbank

Michael Pento, King World News, 09.09.2012

Die schwachen Wirtschaftsdaten in den USA, Europa und den Schwellenmärkten sind buchstäblich die Garantie dafür, dass die US-Notenbank Federal Reserve am 13.09.2012 die dritte Runde quantitativer Lockerung auflegen wird. Zwei perfekte Beispiele für die strukturelle Schwäche der amerikanischen Wirtschaft sind die jüngsten Daten des Institute for Supply Management sowie die August-Arbeitsmarktzahlen von letzter Woche.

Der ISM-Index kam auf 49,6 Punkte, das ist der niedrigste Stand seit Juli 2009, was darauf hindeutet, dass sich genau jene Industrie, die einst als Zugpferd der aktuellen Erholung gefeiert wurde, bereits wieder in der Rezession befindet. Die Beschäftigungskomponente des Index weist den niedrigsten Stand seit November 2009 aus und die Neubestellungen sind auf 47,1 Punkte gefallen, was den dritten Rückgang in Folge darstellt.

Am bedeutsamsten dürfte jedoch sein, dass der ISM-Preisindex um 14,5% auf 54 Punkte gestiegen ist. Diese Erhebung weist also unmissverständlich darauf hin, dass sich die USA nicht nur auf dem Weg in einen bedeutend schwerwiegenderen Abschwung befinden, als von Wall Street antizipiert wurde, sondern dies auch noch mit einem Anstieg des Preisniveaus einhergeht.

Die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktzahlen unterstreichen diese Entwicklung. Es können jetzt kaum noch Zweifel daran bestehen, dass sich die chronisch schlechte Arbeitsmarktsituation sogar noch weiter zuspitzt. Nicht nur, dass lediglich 96.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, nein, fast ein Drittel dieser Jobs finden sich auch noch in der Nahrungsmittelindustrie.

Die von ihrer Bedeutung her alles überragende Güterproduktion liegt nach wie vor auf der Intensivstation und baute sogar 16.000 Stellen ab – und das trotz der Auffassung, dass sich die USA nun bereits im dritten Jahr der Wirtschaftserholung befinden.

Der vielleicht beunruhigendste Aspekt der jüngsten Arbeitsmarktdaten ist jedoch, dass 368.000 US-Bürger derart hoffnungslos geworden sind, dass sie die Suche nach einer neuen Anstellung einfach aufgegeben haben und den Arbeitsmarkt gleich komplett verließen. Das führte dazu, dass der Anteil der Arbeitnehmerschaft an der Gesamtbevölkerung auf 63,5% abgesunken ist, das ist das niedrigste Niveau seit 1981.

Die sich zurzeit weiter verschärfende Rezession in Europa hat bereits dafür gesorgt, dass Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, versprochen hat, auf den Sekundärmärkten unbegrenzte Mengen an Staatsanleihen mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren aufzukaufen. Draghi plant, diese Aufkäufe zu „sterilisieren“, indem die EZB einwöchige Termineinlagen an die Banken vergibt.

Mit dieser Art der Sterilisation gibt es aber zwei Probleme: Zunächst einmal gibt es überhaupt keine Garantie dafür, dass die Privatbanken der EZB ihre neu gedruckten Gelder in solch riesigen Mengen zurückgeben werden, wie nötig wäre, damit die Zentralbank Geld drucken kann, um die Renditen bei den Staatsanleihen zu senken. Stattdessen könnten sich die Privatbanken auch dazu entschließen, dem Privatsektor Kredite zu geben, wo sie höhere Renditen erhalten, und das würde einen raschen Anstieg bei der Geldversorgung zur Folge haben. Fakt ist, dass die Bankeinlagen, die zurzeit bei der EZB geparkt werden, gerade einmal eine Rendite von 0,01% aufweisen – es gibt also nicht allzu viele Anreize, warum eine Bank ihr Geld bei der EZB halten sollte.

Das zweite Problem ist, dass dem Privatbankensystem durch die Ausschreibung siebentägiger Termineinlagen bei der EZB das Geld ja nur für wenige Tage entzogen würde. Das ist nicht dasselbe, wie wenn man einer Bank eine langlaufende Staatsanleihe verkauft. Deshalb dürften die Sterilisationsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank bestenfalls von vorübergehender Natur sein.

Die Federal Reserve unter Ben Beranke wird jedoch garnicht erst vorgeben, dass sie die von ihr geschaffenen Gelder wieder sterilisiert. Bernanke will einfach nur, dass die Banken Kredite vergeben und die Geldversorgung steigt. Aller Vorausschau nach wird die Fed am 13.09.2012 verkünden, dass sie US-Staatsanleihen und hypothekarisch besicherte Wertpapiere (MBSs) kaufen wird, bis die Arbeitslosenrate unter die Marke von 7% gefallen ist.

Das Problem bei all der Gelddruckerei der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank ist jedoch, dass sie es damit bereits seit fünf Jahren probiert haben und es nicht funktioniert hat. Die Arbeitslosenrate in den USA liegt nun schon bereits seit 43 Monaten in Folge über der Marke von 8% und die Arbeitslosenrate der 17 Euroländer ist jetzt auf 11,2% geklettert und stellt mit jeder weiteren Veröffentlichung neue Euro-Ära-Rekorde auf.

In Wahrheit verfügen die Zentralbanken nur über ein einziges geldpolitische Werkzeug: Die systematische Zerstörung des Vertrauens in ihre Währung mittels der Ausweitung der Geldmenge. Die EZB hat bereits letzten Donnerstag erklärt, dass sie weitere Gelddruckmaßnahmen plant, und die US-Notenbank wird ihre Pläne, eine dritte Runde quantitativer Lockerung aufzulegen, diesen Donnerstag bekanntgeben. Doch das sind schlicht völlig sinnlose Anstrengungen von Falschmünzern.

Die Zentralbankinterventionen sind der Grund dafür, warum der so dringend benötigte Kreditabbauprozess einfach unterbrochen wurde. Die Zentralbanken haben es den Staaten durch ihre Geldpolitik überhaupt erst möglich gemacht, enorme Schulden aufzutürmen. Sie haben uns diese niemals enden wollenden Dauer-Rezessionen beschert. Sie haben dafür gesorgt, dass die Energie- und Lebensmittelpreise explodiert sind. Und sie sind die Hauptübeltäter für den Einbruch des Weltwirtschaftswachstums.

Keine Zentralbank war je in der Lage, die Solvenz oder das wirtschaftliche Wohlergehen eines Landes wieder herzustellen. Das Einzige, was sie je erreicht haben, ist, die Währungen und die Mittelschicht auszuradieren. Diese neuen Zentralbankinterventionen sind beispiellos und werden dramatische Auswirkungen auf Ihre Investments haben. Und das ist auch der Hauptgrund für den jüngsten Ausbruch bei den Edelmetallen.

Weitere Artikel zu diesem Thema