Wirtschafts-Kollaps: Ein Imperium im Blindflug

Jeder Fünftklässler kann darlegen, dass die USA zurzeit auf den Wirtschafts-Kollaps zusteuern. Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen im Inland zeigt jedoch, dass die US-Regierung nun eine Antwort auf all ihre Probleme gefunden zu haben scheint

Patrick Wood, The August Forecast, 12.09.2012

US-Wirtschaft

Jetzt wo die US-Staatsverschuldung die Marke von USD 16 Billionen überschritten hat, wird die Kreditratingagentur Moody´s auf einmal als verantwortungslos und unmoralisch gebrandmarkt, weil sie erklärte, dass sie zurzeit darüber nachzudenkt, die Bonität der USA abermals abzusenken.

Moody´s hat begriffen, dass es gegenwärtig keinerlei politische Anstrengungen gibt, um den Anstieg der Staatsverschuldung tatsächlich abzubremsen, geschweige denn den Haushalt auszugleichen. Ferner ist die Einschätzung von Moody´s, dass es im US-Kongress überhaupt keinen politischen Willen gibt, das Problem anzugehen, völlig richtig. Und selbst wenn man das Problem adressierte, würden die politische Zerstrittenheit und die Intrigen jedwede Aussicht auf Erfolg zunichte machen.

Am 06.07.2006 schrieb ich den Artikel „Sind die USA bankrott?“. Die Überschrift meines Artikels war identisch mit dem Titel einer Untersuchung von Dr. Laurence Kotlikoff, einem Wirtschaftsprofessor der Boston University, dessen Arbeiten regelmäßig von der Federal Reserve of St. Louis veröffentlicht werden.

Kotlikoff beharrte darauf, dass die reale US-Verschuldung zu jener Zeit bei USD 65,9 Billionen lag. Und das war übrigens vor dem Finanzzusammenbruch der Jahre 2007 und 2008.

Und, hat es irgendwen interessiert? Nein.

Im August 2011 hatte Kotlikoff seine Daten dann auf den neuesten Stand gebracht. Seine Untersuchung brachte zutage, dass die reale Verschuldung der USA auf mindestens USD 211 Billionen angeschwollen war. Die US-Verschuldung war also innerhalb von sechs Jahren um 320% angestiegen! Kotlikoff merkte dazu an: „Die Regierung lügt bezüglich der Schuldenhöhe. Sie betreibt Enron-Buchführung.“

„Enron-Buchführung“ ist zu einem geflügelten Wort geworden und bezeichnet das Frisieren von Bilanzen. Bernie Madoff wird den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen, weil er bei seinem Schneeballsystem die Bücher frisiert hat, aber die Regierungsbeamten scheinen von derartigen Tatbeständen ausgenommen zu sein.

Und Kotlikoff war nicht der Einzige, der auf diese Zahlen stieß: David Walker, oberster US-Rechnungsprüfer von 1998 bis 2008, verwies auf fast identische Zahlen und führte dafür dieselben Begründungen an.

Und, hat es jemanden interessiert? Nein.

Nur um uns das Ganze noch einmal ins rechte Licht zu rücken: Das US-BSP des Jahres 2012 wird auf rund USD 15 Billionen geschätzt. Wenn wir die nominelle US-Staatsverschuldung von USD 16 Billionen zugrunde legen, kommen wir auf ein Schulden/BSP-Verhältnis von 106%. Nehmen wir jedoch die Zahl unserer Gesamtverschuldung in Höhe von USD 211 Billionen, dann beläuft sich das Schulden/BSP-Verhältnis auf atemberaubende 1.400%! Die schlimmste Nation auf dem Planten, Griechenland, weist gerade mal ein Schulden/BSP-Verhältnis von 160% aus – in Wirklichkeit wurde Griechenland von den USA jedoch um einen Faktor von 8,8 ausgestochen.

Und, interessiert das jemanden? Nein.

Jeder Fünftklässler könnte darlegen, dass sich Amerika in Richtung eines Wirtschaftszusammenbruchs aufgemacht hat. Entweder wird die Regierung die Zahlungsunfähigkeit auf ihre Schulden erklären oder ihre Versprechungen, für andere Verbindlichkeiten aufzukommen, einfach nicht einhalten.

US-Außenpolitik

Vorfall 1:

Islamistische Fanatiker haben den USA durch den Mord des amerikanischen Botschafters in Libyen einen weiteren Schlag versetzt. Chris Stevens und drei weitere Amerikaner starben. Es wird davon ausgegangen, dass der Angriff von Terroristen koordiniert wurde und genauso ablaufen sollte. Wo waren die Marines, die den Auftrag hatten, die Botschaft und den Botschafter zu schützen? Was hat eigentlich der Geheimdienst der Botschaft getrieben, der völlig unvorbereitet überrascht wurde?

Vorfall 2:

Am letzten Abend des jüngsten Parteitags der Demokraten trat der im Ruhestand befindliche Admiral John Nathman ans Rednerpult, um zu den amerikanischen Veteranen zu sprechen. Auf dem gigantischen Bildschirm, der sich hinter ihm befand, wurde derweil eine Flotte mit riesigen Kriegsschiffen eingeblendet. Das erste Problem? Es waren russische Kriegsschiffe und keine amerikanischen! Das zweite Problem? Der gute Admiral hat die Silhouetten nicht mal als russische Schiffe erkannt – und das obwohl Marine-Offiziere aus augenfälligen Gründen intensiv auf diese Art der Wiedererkennung gedrillt werden.

Das riesige Bild wurde darüber hinaus so bearbeitet, dass F-5 Marine-Trainingsjets über die Schiffe hinweg flogen. Experten konnten die Schiffe im Nachgang dann namentlich identifizieren und merkten an, dass diese bestimmte Flotte im Schwarzen Meer beheimatet ist und das Bild wahrscheinlich rund sechs Jahre alt sei.

Vorfall 3:

Die britische Financial Times meldete, dass zwischen den USA und Israel mittlerweile ein offener Kleinkrieg ausgebrochen ist:

„Die Anfeindungen zwischen den USA und Israel brachen offen aus, als Benjamin Netanyahu, der israelische Premierminister, die jüngsten US-Erklärungen zum Iran scharf kritisierte, während das Weiße Haus erklärte, dass Präsident Barack Obama Herrn Netanyahu diesen Monat in den USA nicht treffen würde.“

Während der Nahe Osten in Flammen aufgeht und in ein vereinigtes islamistisches Kalifat verwandelt wird, weigert sich Präsident Obama, sich mit dem israelischen Premierminister zu treffen? Wenn Vietnam die enge Brücke gewesen war, um den Kommunismus in Asien und anderen Teilen der Welt zu stoppen, dann ist Israel eine ähnlich enge Brücke im Nahen Osten, um die weltweite islamistische Eroberung aufzuhalten.

Hier haben Sie drei Vorfälle, die schonungslos offenlegen, dass die US-Regierung bezüglich der Außenpolitik völlig inkompetent ist und ihre Ignoranz in diesem Bereich fast schon mit ihrem Mangel an wirtschaftlichem Sachverstand mithalten kann.

Technokratie

Ja sicher, Sie können weglaufen – aber verstecken können Sie sich nicht. Denn es wird an jedem erdenklichen öffentlichen Ort Kameras geben, die mit dem neuen USD 1 Milliarde teuren Gesichtserkennungsprogramm des FBI laufen. Die vollständige Implementierung des Systems soll bis Sommer 2014 abgeschlossen sein.

Die Datenbank enthält bereits 12,8 Millionen bekannte Verbrecher, doch dank der Bemühungen, auch an die Führerscheindaten und die Bilder der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter, LinkedIn usw. zu gelangen, dürfte die gesamte Bevölkerung unter ihrer Kontrolle stehen. Es wird damit geprahlt, dass das System eine Identifizierungsrate von 92% hat.

Das FBI versichert unterdessen, dass seine Absicht lediglich darin bestehen würde, die Unschuldigen vor den bereits erfassten Übeltätern zu schützen. Was den Datenschützern Sorgen bereitet, ist die Frage, wer eigentlich darüber entscheidet, wer unschuldig ist und bei wem es sich um die bösen Buben handelt. Würde das Southern Poverty Law Center (SPLC), das ja heute bereits auf Engste mit dem FBI zusammenarbeitet, darüber befinden, dann wären es die Mitglieder der Tea Party, Konservative, Christen und heimkehrende Militärveteranen, die ganz oben auf der Spionage-Liste stünden.

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