Der Zusammenbruch des westlichen Geldsystems: Nur noch eine Frage des Wann!

Kann das westliche Geldsystem überhaupt kollabieren? Mit Sicherheit – und Sie sind gut beraten, sich entsprechend darauf vorzubereiten! Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden eine oder mehrere bedeutende Währungen kollabieren

Julian D. W. Philips, Gold Forecaster, 12.09.2012

Seit 2007 und dem Beginn der „Kreditkrise“ steht das Geldsystem der Industrieländer unter einem enormen Druck. Eine Folge davon war das Einsetzen eines wirtschaftlichen Abschwungs, der von den Regierungen und Bankern die letzten fünf Jahre nicht überzeugend gestoppt werden konnte.

Der Niedergang der Industrieländer hat mittlerweile einen Punkt erreicht, wo sie eine weitere bedeutende Krise wie beispielsweise einen erneuten Ölpreisanstieg weit über die Marke von USD 100 pro Barrel nicht mehr bewältigen könnten:

Es gibt auch Hoffnungsschimmer wie den Dow Jones Industrial Average, der nun wieder auf Hochs klettern konnte, die wir zuletzt in 2007 sahen. Doch das ist beileibe nicht dasselbe Investmentklima wie noch vor Ausbruch der Kreditkrise. Angst und Instabilität beherrschen die meisten Märkte, während das Vertrauen immer weiter abnimmt.

Tag für Tag kommt in der Eurozone eine neue Krise hinzu – Krisen, die zur Folge haben, dass die Zweifel bezüglich des Fortbestehens des Euros und der finanziellen Glaubwürdigkeit der schwächeren Mitglieder der Eurozone weiter zunehmen. Im Grunde können wir beobachten, dass – nachdem die Zentralbanker unzählige Versuche unternahmen, ihre Wirtschaften wiederzubeleben – das Verbrauchervertrauen auf beiden Seiten des Atlantiks weiterhin zurückgeht.

Doch warum wird den Zentralbankern eine solch enorme Last auferlegt, wo sie die Maßnahmen der Regierung doch eigentlich nur unterstützend begleiten sollen? Der Grund dafür ist, dass die USA in einem politischen Stillstand gefangen sind und der Regierung daher auch die Kraft fehlt, entschiedene Maßnahmen einzuleiten, die notwendig wären, um Wachstum und Vertrauen wiederherzustellen. Also bleiben die Zweifel weiterhin bestehen und die Menschen fragen sich, ob es – egal welche Regierung im Amt ist – für ein Gegensteuern nicht vielleicht schon zu spät ist.

Tagein tagaus gibt es neue Prognosen bezüglich eines weiteren Rückgangs des US-Dollars, da die Schuldenberge der US-Regierung in völlig inakzeptable Höhen vorstoßen. Und da sich nun am Horizont das sogenannte „finanzpolitische Kliff“ abzeichnet und die Aussicht auf eine erhitzte politische Schlacht besteht, rechnen die Verbraucher und Unternehmen damit, dass sie es sein werden, die zu Jahresende einen fürchterlichen Schlag in Form von Steuererhöhungen abbekommen werden, was das Verbrauchervertrauen natürlich noch stärker vernichtet.

Wird es in den Vereinigten Staaten in 2013 eine Rezession geben? Das scheint wahrscheinlich – und das Timing könnte nicht schlimmer sein.

In der Eurozone sehen wir täglich Streit und Gezänk zwischen den Bürgern der finanziell stärkeren Länder und denen der schwächeren Länder. Die Uneinigkeit der Regierungen ist fortwährend wahrnehmbar, und wie wir mittlerweile in Erfahrung bringen konnten, ist das Wirtschaftswachstum in der Eurozone extrem fragil; der weltgrößte Handelsblock befindet sich bereits in einer milden Rezession.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich als letztes – aber die Realität beschert der Hoffnung einen ordentlichen Spießrutenlauf.

Kann das Geldsystem kollabieren?

Die Vorstellung, dass das Geldsystem kollabieren könnte, erscheint einem unrealistisch, was damit zusammenhängt, dass das Geld tagtäglich von uns genutzt wird. Aber das von uns verwendete Geld ist auf Gedeih und Verderb auf die Regierungen und ihre Zentralbanken angewiesen. Wenn ihre Performance nicht den Kriterien gerecht wird, die von einem Tauschmedium abverlangt werden, wird das Vertrauen in das Geld letztlich in sich zusammenbrechen.

Es ist völlig unstreitig, dass alle Währungen zurzeit nicht sonderlich gut funktionieren, während die Bilanzen der meisten Länder – China ausgenommen – schwächer und schwächer werden. Wenn die Länder Privatpersonen wären, dann wären die meisten von ihnen heute schon pleite.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass kein Papiergeldsystem auf dem Planeten die Jahrhunderte überdauern konnte – die einzige Ausnahme bilden Währungen, die ausschließlich auf Gold und Silber basieren. Diese beiden Edelmetalle dienten fortwährend als Währungen.

Heute aber nicht mehr, mögen Sie jetzt vielleicht einwenden. Wir aber sagen: Oh doch, auch heute! Trotz all der Rhetorik, die wir seit 1971 gehört haben, ist Gold nach wie vor der wichtigste Reservevermögenswert, der für schlechte Zeiten vorgehalten wird, wenn etwas anderes gebraucht wird als die von einer nationalen Zentralbank ausgegebene Währung.

Wie bricht Geld zusammen?

Dafür brauchen wir uns nur Argentinien in den 90er Jahren anzuschauen. Argentinien nutzte damals den US-Dollar, aber die argentinische Wirtschaft war überhaupt nicht in der Lage, die Nutzung des Dollars zu stützen, weshalb man sich wieder dem Peso zuwandte und die Dollarersparnisse der Bürger ausschlachtete, indem man sie einfach in Pesos umwandelte. Das war der „Zusammenbruch“ der argentinischen Währung.

Wenn die Griechen zur Drachme oder die Spanier zur spanischen Peseta zurückkehren, wird es zu einem ähnlichen Szenario kommen. Ihre Währung – der Euro – wird innerhalb ihres Landes kollabieren.

Kann der US-Dollar zusammenbrechen? Da es sich beim Dollar um ein staatlich kontrolliertes Geldsystem handelt, wird der Dollar selbst bei einem Zusammenbruch das Tauschmedium bleiben, das es heute ist.

Ein Zusammenbruch der Währung kann auf verschiedene Arten zum Ausdruck kommen:

Kann das weltweite Geldsystem zusammenbrechen?

Wir sind der Auffassung, dass es letztlich zusammenbrechen wird, selbst wenn sich das System weiterhin durchwurschteln kann. Es wird dann kollabieren, wenn die weltweiten Wirtschaften den Geist aufgeben.

Das war im letzten Jahrzehnt in Zimbabwe zu beobachten. Der Zimbabwe-Dollar wurde weiterhin verwendet, aber nur weil die Regierung den Bürgern die Nutzung des Zimbabwe-Dollars innerhalb der Landesgrenzen aufzwang. Faktisch war der Zimbabwe-Dollar bereits lange vorher zusammengebrochen. Im Falle von Zimbabwe wurde der US-Dollar zur Inlandswährung und von den Teilen der Wirtschaft genutzt, die die Verheerungen überlebt hatten. Das ist heute immer noch so.

Wir sind uns sicher, dass, bevor es zu einem solchen Währungskollaps kommt, jede Wirtschaft in den Industrienationen zuvor mit den anderen Ländern kooperieren wird, um alle notwendigen und zur Verfügung stehenden Maßnahmen auszuschöpfen, um das Währungssystem über Wasser zu halten. Diese Maßnahmen werden das System vor einem Gesamt-Zusammenbruch bewahren und es fortwährend über Wasser halten. Wir gehen davon aus, dass das dann der Zeitpunkt sein wird, wo die Staaten damit beginnen werden, ihre Währungen mit Gold zu stützen. Die einzige Frage ist, wann es soweit sein wird.

Die Verwendung von Gold in extremen Zeiten

Zu den Bemühungen der Länder, ihr Geldsystem am Leben zu halten, wird dann auch der Einsatz von Gold gehören, um ihre ungedeckten Währungen zu stützen. Das wird auf eine Art erfolgen, die es ihnen weiterhin erlauben wird, den Wertverfall ihrer Währungen hinauszuzögern. Gold wird also als eine Art von „Wert-Anker“ eingesetzt werden. Wir werden also nie erleben, dass es im Geldsystem einen „fixen Goldpreis“ geben wird, vielmehr wird der Goldpreis „Schwankungen“ ausgesetzt sein, die es den Währungen erlauben, gegenüber Gold an Wert zu verlieren.

Wir gehen davon aus, dass wir jetzt kurz vor – innerhalb der nächsten zwei Jahre – einem potenziellen Zusammenbruch einer oder mehrerer Währungen, so wie es oben definiert wurde, stehen. Wo es möglich ist, werden die Länder, die über große Goldreserven verfügen, ihre Goldbestände entsprechend aktivieren, um sicherzustellen, dass die eigenen Währungen und die Währungen, die kurz vor dem Zusammenbruch stehen, weiterhin genutzt werden können.

Gold wird nicht als 1:1-Deckungssicherheit verwendet werden, wie es früher der Fall gewesen ist, sondern man wird das Gold bei Swap-Vereinbarungen nutzen, da der Wert dieser Transaktionen dadurch substantiell erhöht wird. Als Beispiel möchten wir hier auf die Gold/Währungs-Swaps der vergangenen fünf Jahre hinweisen, die zwischen den einzelnen Zentralbanken und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich abgewickelt wurden.

Wir gehen nicht davon aus, dass diese Swaps direkt dafür genutzt wurden, um die zweifelhafte Kreditwürdigkeit einzelner Länder zu stützen, aber im Hinblick auf die Transaktionen hat das Gold mit Sicherheit dafür gesorgt, dass man leichter an die Kredite kam und die in Rechnung gestellten Zinsen niedriger ausfielen. Das hatte natürlich zur Folge, dass das in diese Transaktionen involvierte Gold einen bei weitem höheren Wert hatte, als aus dem heutigen Marktpreis hervorgeht …

Diese Gold/Währungs-Swaps wurden ein Jahr nach ihrer Einführung wieder beendet. Sie können davon ausgehen, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bei diesen Transaktionen als „Schiedsrichter“ eingesetzt wurde.

Wann wird Gold seine Rolle als Geldmetall wieder aufnehmen?

Aller Vorausschau nach wird Gold ab Januar 2013 unter Basel III wieder zu Tier 1 Kapital. Das ist dann der Punkt, wo Gold seinen bedeutenden, vertrauensbildenden Status im Geldsystem im Grunde wiedergewonnen haben wird. Es wird als Kreditsicherheit bei Clearing-Transaktionen, in den Bilanzen von Geschäftsbanken und in den Bilanzen von Zentralbanken präsent sein.

Sollte sich die Situation weiter zuspitzen und der Geldfluss eines Staats (das Bruttosozialprodukt) zurückgehen und das Schulden/BSP-Verhältnis weiter ansteigen, wird Gold abermals zum Einsatz kommen – anfangs noch hinter den Kulissen, um die Welt nicht zu alarmieren und die Kreditwürdigkeit nicht unnötig weiter zu unterminieren. Und das dürfte dann auch der Punkt sein, wo die Regierungen darüber nachdenken werden, den Zentralbanken den Zugang zum Gold ihrer Bürger zu ermöglichen, um die Goldreserven aufzustocken und die extremen Zeiten zu bewältigen …

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