Wirtschaftsvernichtung voll im Gang: Warum QE3 ein Total-Reinfall werden wird

Mit der dritten Runde quantitativer Lockerung werden lediglich die Banker gerettet, die systematische Vernichtung der Wirtschaft hält unterdessen unvermindert an

Martin Armstrong, Martinarmstrong.org, 13.09.2012

Es können kaum Zweifel daran bestehen, dass die US-Wirtschaft in nächster Zeit keine Erholung erleben wird, und die dritte Runde quantitativer Lockerung (QE3) bestätigt nur, dass dieser Abwärtstrend voll im Gang ist. Überdies ist Wahljahr.

Die weltweite Hexenjagd auf das Kapital sorgt für einen massiven Einbruch bei der Geldumlaufgeschwindigkeit. Und während das Geld einfach gehortet wird, versuchen die Vereinigten Staaten sich nüchtern zu trinken – zumindest solange, bis die Wahlen vorüber sind. Da können Sie aber jeden Alkoholiker fragen, das funktioniert nicht.

Die US-Arbeitslosigkeit wird weiter steigen. Wir befinden uns inmitten einer bedeutenden Wirtschaftskrise und keine Gelddruckmaßnahme der Welt ist in der Lage, die USA von diesem Kurs abzubringen.

QE3 wird mit Sicherheit zu einer beispiellosen und kontroversen Maßnahme avancieren. Doch wir müssen hinter die Kulissen blicken und uns im Detail anschauen, was die Zentralbanker hier wirklich treiben. Als die US-Notenbank Federal Reserve am 13.09.2012 erklärte, dass sie eine unbefristete Runde quantitativer Lockerung (QE3) einleiten würde, hat sie damit in Wirklichkeit den Banken ein Geldgeschenk überreicht – mit einem Konjunkturprogramm für die Wirtschaft hat das überhaupt nichts zu tun.

Die US-Notenbank hat die Phase, wo sie die Zinsen zwischen 0% und 0,25% halten wird, auf Mitte 2015 verlängert. Hallo? Denkt hier überhaupt noch jemand über den Tellerand hinaus! Japan fährt diese Strategie mittlerweile seit fast 20 Jahren und hat damit eine 26-jährige Große Depression fabriziert.

Wie immer schaut die Regierung nur auf eine Seite – auf die der Banker. Das Volk muss abgezockt werden! Und was ist mit den Rentnern, die für ihr Überleben auf ihre Ersparnisse angewiesen sind? Die Zentralbanker reduzieren das Einkommen dieser Menschen auf Null, und das laut ihren eigenen gefälschten Zahlen. In Wirklichkeit steigen die Lebenshaltungskosten aber aufgrund der Steuerbelastung jedes Jahr, doch die Steuern werden bei der Inflationsermittlung einfach herausgerechnet. Selbst Japan verdoppelt jetzt seinen Mehrwertsteuersatz – und all das soll irgendwie nicht inflationär sein?

Nein, die einzigen Menschen, denen die Fed hier wieder mal hilft, sind die Banker. Das ist das Einzige, wozu die Notenbanker in der Lage sind. Das ist so, als würden Sie Ihrer Ehefrau eine Strafzahlung auferlegen, weil Sie den Müll nicht rausgebracht haben. Die wirtschaftlichen Probleme werden von den Zentralbankern nie auf direkte Art angegangen.

Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus der Erklärung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, der den jüngsten Irrsinn in Worte fasst:

„Der Ausschuss hat sich heute darauf geeinigt, die Stützungsmaßnahmen auszuweiten, indem weitere hypothekarisch besicherte Wertpapiere mit einer Rate von USD 40 Milliarden pro Monat gekauft werden. Darüber hinaus wird der Ausschuss sein im Juni bekanntgegebenes Programm zur Erhöhung der durchschnittlichen Laufzeit seiner Wertpapierbestände bis Ende des Jahres verlängern und seine bestehende Strategie, die Erträge aus seinen Beständen an Behördenanleihen und hypothekarisch besicherten Wertpapieren in hypothekarisch besicherte Wertpapiere zu reinvestieren, weiter aufrecht erhalten. Diese Maßnahmen … dürften bei den langfristigen Zinssätzen für einen Abwärtsdruck sorgen, die Hypothekenmärkte stützen und dabei helfen, die allgemeinen finanziellen Rahmenbedingungen zu verbessern.“

Die Fed gab gekannt, dass sie noch mehr hypothekarisch besicherte Wertpapiere (MBSs) kaufen wird, also die Papiere, die den wirtschaftlichen Niedergang erst richtig in Fahrt brachten. Die Banken werden sich jetzt natürlich in aller Eile daran machen, der Fed diesen Giftmüll zu verkaufen.

Die Fed kauft also nicht einmal mehr AAA-bewertete US-Staatsanleihen. Wahrscheinlich haben die Notenbanker endlich begriffen, dass der Aufkauf von US-Staatsanleihen keine Belebung der Inlandswirtschaft zur Folge hat, weil die Ausländer diese Papiere dann an die Fed verkaufen können. Ja, und was passiert dann? Richtig, das Geld fließt in diesem Fall überhaupt nicht in die Inlandswirtschaft, da es irgendwo im Ausland für Blasen sorgt.

Im Gegensatz zu QE1 und QE2 gibt es bei QE3 aber keine mengenmäßige oder zeitliche Beschränkung. Es ist völlig klar, dass die US-Notenbank zurzeit händeringend versucht, Obama bei seiner Wiederwahl zu helfen, da die Republikaner ja bereits öffentlich verkündet haben, dass sie Bernanke feuern werden. Die Fed hat im Grunde erklärt, dass sie jeden Monat USD 40 Milliarden an MBSs kaufen wird, ohne ein Ende dieser Maßnahme mitzuteilen.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Operationen stellt dies eine maßgebliche Neuerung dar. Wir hatten QE1, das USD 1,7 Billionen „gekostet“ hat, und dann hatten wir QE2, das rund USD 500 Milliarden verschlang, während bei QE3 nun überhaupt kein Ende in Sicht ist. Das ist ein völlig anderes Konstrukt, was nur bestätigt, wovor wir die ganze Zeit über gewarnt haben – die Wirtschaft wird von Leuten, gegen die Dick & Doof noch wie Genies erscheinen, systematisch vernichtet.

Diese Typen haben von dem, was sie tun, nicht die leiseste Ahnung. Selbst John Maynard Keynes erklärte, dass, will man die Wirtschaft tatsächlich ankurbeln, man die Steuern senken muss! Stattdessen hat man ein Gesetz verabschiedet, mit dem man das Eigentum ausländischer Firmen konfiszieren kann, wenn sie es versäumen, über das Treiben ihrer amerikanischen Kunden Bericht zu erstatten. Das sind kommunistische Maßnahmen, die mit Freiheit nicht das Geringste zu tun haben …

Im Hinblick auf den Arbeitsmarkt führt die US-Notenbank aus:

„Sollte sich der Ausblick für den Arbeitsmarkt nicht substantiell verbessern, wird der Ausschuss seine Käufe von hypothekarisch besicherten Wertpapieren weiter aufrecht erhalten, anderweitige Vermögensaufkäufe durchführen und zusätzlich entsprechende Strategiewerkzeuge einsetzen, bis eine solche Verbesserung im Kontext der Preisstabilität erzielt worden ist. Bei der Ermittlung des Umfangs, der Geschwindigkeit und der Zusammensetzung seiner Vermögensaufkäufe wird der Ausschuss die wahrscheinliche Wirksamkeit und die Kosten derartiger Aufkäufe wie üblich entsprechend berücksichtigen.“

Die Beschäftigung nimmt nach wie vor ab – und zwar nicht nur aufgrund der Steuererhöhungen, die zur Folge haben, dass sich die Kleinunternehmen bei den Neueinstellungen zurückhalten, sondern auch weil die einzelnen US-Bundesstaaten und Gemeinden im Gegensatz zur US-Notenbank nicht in der Lage sind, sich ihr eigenes Geld zu drucken. Sie befinden sich in einer Abwärtsspirale, was darauf hindeutet, dass es im öffentlichen Bereich künftig zu weiteren Stellenstreichungen kommen wird.

Daher bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin schwach, und es ist davon auszugehen, dass sich die Lage ungeachtet der desperaten Maßnahmen der Fed zunehmend verschlechtern wird. Die Fed reagiert darauf, indem sie die Geldschleusen nun noch stärker öffnet und gelobt, die Maßnahmen solange aufrecht zu erhalten, bis diese komplett durchgeknallte Strategie irgendwann mal funktioniert.

Die Regierung sollte es mal mit der Abschaffung der Einkommenssteuer versuchen, anstatt die Giftmüllpapiere der Banker aufzukaufen. Wenn sie die Lohnsteuer streichen, geht die Arbeitslosigkeit zurück! Heutzutage muss man beweisen, dass man kein Terrorist ist, wenn man ein Flugzeug besteigt oder auch nur im Hotel übernachten will – aber wehe man bezahlt seine Steuern nicht, dann wissen sie genau, wer man ist!

Die Regierung sollte etwas für die Menschen tun, anstatt immer nur den Bankern zu helfen. Die Banker waren in der Lage, die Giftmüllpapiere zu schaffen, und jedes Mal, wenn dieser Dreck dann explodiert, eilt die Fed herbei, um sie zu retten. Die Banker sind aber nicht die einzigen Wirtschaftsteilnehmer.

Auch dieses Programm wird scheitern. Solange keine echten Reformen umgesetzt werden, ist auch keinerlei Hoffnung in Sicht. Die USA folgen zurzeit schlicht dem japanischen Modell, und schauen Sie nur, wie gut das dort funktioniert hat. Nächste Woche können wir mit einer erhöhten Volatilität rechnen.

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