Geldschwemme wird Gold auf neue Allzeithochs jagen

Die neue Runde quantitativer Lockerung ist zum Scheitern verdammt. Rechnen Sie mit stark steigenden Arbeitslosenzahlen und einer massiven Teuerung bei Realwerten und essentiellen Gütern. Während Gold dank QE3 in den nächsten Quartalen auf neue Allzeithochs klettern dürfte, wird die Welt noch stärker im stagflationären Abgrund versinken

Michael Pento, King World News, 16.09.2012

Am 13.09.2012 erklärte der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke, dass die Zentralbank eine beispiellose Runde quantitativer Lockerungsmaßnahmen auflegen würde. Diese „neue und verbesserte“ Version des Gelddruckens wird über keine mengenmäßigen oder zeitlichen Beschränkungen verfügen.

Die Fed hat am 13.09.2012 QE3 – also die Aufkäufe hypothekarisch besicherter Wertpapiere (MBSs) in Höhe von USD 40 Milliarden pro Monat – gestartet und erklärt, dass diese Maßnahmen solange in Kraft bleiben werden, bis sich der Arbeitsmarkt „substantiell verbessert“ hat. Darüber hinaus versprach Bernanke:

„Der Ausschuss wird seine Käufe hypothekarisch besicherter Wertpapiere weiter aufrecht erhalten, zusätzliche Vermögensaufkäufe durchführen und, wo nötig, weitere geldpolitische Werkzeuge einsetzen, bis eine solche Verbesserung erreicht worden ist.“

Mit anderen Worten: Die Fed wird weiterhin Geld fälschen und, wenn nötig, alles, was in Amerika zum Verkauf steht, erwerben, bis es zu einem erheblichen Rückgang der Arbeitslosenrate gekommen ist. Es gibt bei der Sache aber ein Riesenproblem: Die Arbeitslosenrate fällt überhaupt nicht, wenn der Dollar entwertet wird, sondern die Mittelkasse löst sich dadurch schlicht in Luft auf, während die Inflationsraten steigen.

Die erste Runde quantitativer Lockerung begann im November 2008. Zu jener Zeit lag die US-Arbeitslosenrate bei 6,8%. Die zweite Runde quantitativer Lockerung begann im November 2010 und endete im Juli 2011. Nachdem insgesamt rund USD 2 Billionen gedruckt und die Zinssätze praktisch auf 0% gedrückt wurden, lag die Arbeitslosenrate aber bereits bei 9,1%.

Nach vier Jahren der Gelddruckerei und Zinsmanipulation verliert die US-Wirtschaft monatlich immer noch 16.000 Arbeitsplätze in der Güterproduktion, und allein im August waren 368.000 Arbeitnehmer so verzweifelt, dass sie die Suche nach Arbeit einfach einstellten und sich gleich komplett vom Arbeitsmarkt verabschiedeten. Die US-Arbeitslosenrate liegt nun bereits seit 43 Monaten in Folge bei über 8%.

Bernanke geht offenkundig davon aus, dass USD 2 Billionen an gefälschtem Geld immer noch nicht genug und ein Zinssatz von 0% immer noch zu hoch ist, um Arbeitsplatzwachstum herbeizuführen, weshalb er künftig noch viel mehr Geld drucken wird. Mit QE3 räumt die Fed jedoch indirekt ein, dass QE1 und QE2 nicht funktioniert haben.

Im Folgenden werde ich noch mal kurz ausführen, warum eine Ausweitung der Geldmenge niemals zu wirtschaftlichem Wohlergehen führen kann. Die einzige Methode, wie ein Land sein Bruttosozialprodukt erhöhen kann, besteht darin, dass die Zahl der Arbeitnehmer wächst und ihre Produktivität zunimmt. Das einzige „Werkzeug“, das der Zentralbank unterdessen zur Verfügung steht, ist ihre Fähigkeit, die Kaufkraft der Währung durch die Schaffung von Inflation zu verwässern.

Wenn die Zentralbank Kredit schafft, um damit Vermögenswerte der Banken aufzukaufen, senkt sie dadurch den Wert der Währung wie auch das Zinssatzniveau. Die Zinssätze verwandeln sich dann rasch in negative Realzinsen, und die Verbraucher, die festverzinsliche Anlagen halten, verlieren an Kaufkraft.

Die Investoren sehen sich dann dazu gezwungen, Alternativwährungen zu finden, die über einen inhärenten Wert verfügen und von der Regierung nicht entwertet werden können. Rohstoffe passen hier natürlich ganz ausgezeichnet, was auch der Grund dafür ist, dass es bei Nahrungsmitteln und Energie zu bedeutenden Preisanstiegen kommt. Die steigenden Kosten für diese essentiellen Güter reduzieren die Kaufkraft der Mittelklasse nur noch stärker.

Im Endergebnis müssen immer größere Teile des Einkommens der Mittelschicht für lebensnotwendige Güter wie Nahrungsmittel und Energie aufgebracht werden. Deshalb kommt es in den Wirtschaftsbereichen, wo weniger wichtige Güter produziert werden, zu Arbeitsplatzverlusten. Darüber hinaus sorgt die von der Zentralbank geschaffene Inflation dafür, dass die Zinssätze immer instabiler werden.

Die Sparer sind nicht mehr länger in der Lage, die Kosten des Geldes korrekt zu ermitteln, und die Investmentaktivitäten gehen zugunsten des Konsums zurück. Ohne eine angemessene Sparquote und adäquate Investments in Kapitalgüter wie Maschinen und Werkzeuge schwächt sich die Produktivität eines Landes jedoch dramatisch ab.

Im Ergebnis kommt es dann zu einer chronisch kranken Wirtschaft mit schwachem Arbeitsplatzwachstum. Diesen Zustand kann man nicht nur in den USA beobachten, sondern auch in Europa und Japan. Diese stagflationären Wirtschaften sind die direkte Folge der verschwenderischen Staatsschulden, die von den Zentralbanken monetisiert werden.

Ich hatte ja vorausgesagt, dass QE1 und QE2 nicht funktionieren würden, und im Januar dieses Jahres sagte ich voraus, dass es in der zweiten Jahreshälfte eine dritte Runde quantitativer Lockerung geben würde. Jetzt sage ich voraus, dass QE3 ebenfalls scheitern und dafür sorgen wird, dass es bei der Arbeitslosenrate und der Inflation zu noch stärkeren Anstiegen kommt.

In Wirklichkeit rechne ich sogar damit, dass die Arbeitslosigkeit im Laufe der Zeit dramatisch ansteigen wird. Das wird Bernanke dazu zwingen, sich zwischen seinen Mandaten – der Vollbeschäftigung und der Preisstabilität – zu entscheiden, und ich gehe davon aus, dass er sich dann für ersteres entscheiden wird. Das bedeutet, dass die aktuelle Runde quantitativer Geldfälschung solange anhalten wird, wie Bernanke als Fed-Vorsitzender im Amt ist.

Die Fed hat es Washington überhaupt erst möglich gemacht, seit Beginn der „Großen Rezession“ im Dezember 2009 USD 6 Billionen an neuen Schulden anzuhäufen. Die Fed hat nicht nur das Einsetzen einer Wirtschaftserholung verhindert, sondern die USA auch noch in Richtung einer Währungs- und Anleihemarktkrise manövriert, die in den nächsten paar Jahren zum Ausbruch kommen wird.

Deswegen sage ich jetzt auch voraus, dass Bernankes Maßnahmen dazu führen werden, dass Gold in den nächsten paar Quartalen nominell wie auch real auf neue Allzeithochs klettern wird, während die weltweiten Wirtschaften noch stärker im stagflationären Abgrund versinken werden.

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