QE3: Wo die Reise hingeht

Bud Conrad, Casey Research, 17.08.2012

Ja, Sie haben es zweifelsohne bereits gehört, dass die US-Notenbank Federal Reserve am 13.09.2012 ein neues Programm der quantitativen Lockerung (QE) verkündet hat. Die Fed wird monatlich USD 40 Milliarden an hypothekarisch besicherten Wertpapieren (MBSs) kaufen, bis sich der Arbeitsmarkt verbessert. Aufs Jahr hochgerechnet kommt man so auf die beträchtliche Summe von USD 480 Milliarden, und es wurde kein konkreter Termin genannt, wann diese Aufkäufe wieder auslaufen sollen.

Um zu veranschaulichen, wie diese anhaltende Lockerungspolitik aussehen könnte, habe ich der Bilanz der US-Notenbank diese USD 480 Milliarden pro Jahr bis 2015 hinzugefügt und alle anderen Bilanzpositionen unverändert gelassen.

Bilanz der US-Notenbank. Zum Vergrößern anklicken.

Die Fed erklärte am Donnerstag, dass sie alle anderen bereits gekauften Schulden prolongieren würde, wenn sie fällig werden, weshalb sie in Wirklichkeit sogar USD 85 Milliarden pro Monat für Wertpapiere ausgibt. Das karierte Dreieck zeigt das ansteigende Wachstum des MBSs-Bestands, das mit einem solchen Programm einhergehen würde. Bis 2015 würde die Bilanz der Fed von heute USD 3 Billionen auf USD 4 Billionen ansteigen.

Das ist ein riesiger Anstieg – und die Reaktionen der Märkte fielen dementsprechend massiv aus, so wie es eigentlich auch zu erwarten gewesen ist: Am ersten Tag stieg Gold um USD 40 pro Unze, der Dow Jones Industrial Average stieg um 200 Punkte, Rohöl verteuerte sich um USD 1 pro Barrel und der Dollar verlor gegenüber dem Euro an Wert.

Darüber hinaus versprach die Fed, die Zinsen für die Übernachteinlagen noch ein Jahr länger, also jetzt bis Mitte 2015, nahe null zu halten. Diese Maßnahme steht natürlich im Einklang mit den MBS-Aufkäufen von QE3, da die Fed dem System fortwährend weitere Liquidität verabreichen muss, um die Zinssätze auf diesen niedrigen Niveaus halten zu können.

Entwicklung der US-Zinssätze seit 2007. Zum Vergrößern anklicken.

Allein der zeitliche Umfang ihres Nullzinsversprechens zeigt bereits, wie massiv die Marktverzerrungen ausfallen könnten, und es dürfte für die Fed in Zukunft immer schwieriger werden, dieses Versprechen auch einzuhalten.

Einige behaupten, die Fed hätte in Panik überreagiert. Ich hingegen sage, dass alles beim Alten ist. Die niedrigen Zinssätze sind notwendig, um den Zahlungsausfall der US-Regierung zu verhindern – und genau der käme zum Tragen, wenn die USA auf ihre Schulden auf einmal hohe Zinsen zahlen müssten.

Die Fed hat im Grunde versprochen, den US-Dollar zu vernichten, um die Banken zu stützen und die Regierung weiter am Leben zu halten. Die Parteien sind zerstritten und bezüglich der Staatsverschuldung ist keine Lösung in Sicht. Die US-Notenbank hat uns hier ganz klar mitgeteilt, womit in Zukunft zu rechnen ist.

Der Weg, der hier eingeschlagen wurde, ist überhaupt nicht tragfähig. Ich rechne damit, dass es während des Zeitfensters bis 2015 zu einer erneuten Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA kommen wird. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass die Fed mindestens so viel neues Geld drucken wird, wie aus der ersten Grafik hervorgeht, und das Vertrauen in den US-Dollar weiter ausgehöhlt werden wird. Diese Entwicklung hat sich in einer Vielzahl von Ländern so schon einmal abgespielt.

Der einzig sichere Hafen ist echtes Geld: Gold. Die jüngsten Maßnahmen der Fed legen einen bedeutenden Goldpreisanstieg nahe, und Gold ist der einzige Vermögenswert, der Sie finanziell vor den unvermeidlichen Regierungsinterventionen schützen kann, die den Dollar und die in Dollar denominierten Investments künftig weiter schwächen werden.

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