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Inflationsschock: Zentralbanken sind jetzt zum Problem geworden

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Die Zahlen lügen nicht. Die westlichen Zentralbanken halten mit ihrer Gelddruckorgie eine gigantische Schuldenblase am Leben. Die Marktteilnehmer werden künftig mit einer enormen Preisinflation konfrontiert sein, und Sparer & Anleger sollten sich entsprechend darauf einstellen

Tim Price, Sovereignman.com, 24.09.2012

Versuchen Sie nie, einem Schwein das Singen beizubringen, riet Robert Heinlein. Zunächst einmal ist es reine Zeitverschwendung und außerdem nervt es das Schwein. Und genauso sollte man auch nie versuchen, einen Zentralbanker davon zu überzeugen, dass seine geldpolitischen Strategien zerstörerisch sind.

Nach fünf Jahren an Dauerkrise werden die Märkte nicht mehr länger durch die Einschätzungen unabhängiger, rational agierender Investoren bestimmt – falls dies überhaupt jemals der Fall gewesen ist –, sondern einfach nur noch durch die Erwartungen bezüglich weiterer geldpolitischer Belebungsmaßnahmen. Und bisher sind diese Erwartungen auch nicht enttäuscht worden.

Die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank von Japan haben nun alles auf eine Karte gesetzt. Nachdem es zu einer grotesken Kreditexplosion gekommen ist, wollen sie nun sicherstellen, dass die insolventen Staaten und die insolventen Privatbanken bis zum letzten Steuerzahler verteidigt werden.

Gemeinhin wird geglaubt, dass derlei Maßnahmen in Phasen wirtschaftlicher Abschwächung durchaus gerechtfertigt seien, und alle sind sich darin einig, dass der Markt gegenwärtig Fremdkapital abbaut. Doch wie der fortwährend herausragende Doug Noland herausstreicht, ist die Vorstellung, dass in den USA gegenwärtig ein Fremdkapitalabbau – also die Reduzierung verfügbaren Kredits – stattfindet, nichts weiter als ein Mythos. Im zweiten Quartal dieses Jahres

Die Zahlen lügen nicht. Ein wirklicher Fremdkapitalabbau würde eine Reduktion bei den Schulden, speziell den unproduktiven Schulden, bedeuten. Ein wirklicher Fremdkapitalabbau würde dazu führen, dass die Preisfindung des Markts durch die grundlegenden Triebkräfte des Angebots und der Nachfrage bestimmt wird und nicht durch staatliche Interventionen, Manipulationen und Inflationismus.

Stattdessen erleben wir gerade, wie die Zentralbanken ihre Operationen immer stärker ausweiten und ihre geldpolitischen Maßnahmen genau die Wirtschaften vernichten, mit deren Schutz sie formell eigentlich beauftragt worden sind.

Laut dem langgedienten Marktanalysten Jim Grant ist die US-Notenbank mittlerweile weit über ihre ursprüngliche Aufgabe – nämlich als Kreditgeber der letzten Instanz zu fungieren – hinausgegangen und beschäftigt sich zurzeit mit dem „Führen, Kommandieren, Manipulieren der Wirtschaft, der Finanzmärkte und der Renditekurve.“

Es ist ein absolut fadenscheiniges Argument, zu behaupten, die Schaffung von Billionen von Dollars, britischen Pfunden, Euros oder Yens aus dem Nichts habe letztlich keine inflationären Auswirkungen. Das ist so, als würde man behaupten, dass die Lagerung einer unbegrenzten Menge an Zunder neben einem offenen Feuer nicht zu einer Feuersbrunst führen würde.

Ja zugegeben, die inflationären Auswirkungen dieser historisch einmaligen geldpolitischen Lockerungsprogramme werden erst dann vollumfänglich sichtbar werden, wenn diese Billionen im Privatsektor zwischen den Käufern und Verkäufern zirkulieren, anstatt einfach nur in den Bilanzen der Pleitebanken rumzusitzen – aber die Finanzmärkte wären völlig bedeutungslos, wenn sie nicht in der Lage wären, künftige Trends zu antizipieren.

Investoren, Trader, Spekulanten – nennen Sie sie, wie Sie wollen – wägen schon die Wahrscheinlichkeit eines künftigen Kaufkraftverlusts ab, und in ungedeckten Fiatwährungen ausgepreiste Alternativwährungen wie Gold und Silber reagieren bereits.

Und natürlich geht es bei der Finanzrepression um nichts anderes als einen Vermögenstransfer. Der Inflationismus ist die Lehrbuch-Vorgehensweise bei einer Krise, die durch zu viele Schulden ausgelöst wurde – selbst wenn man die überschuldete Organisation ist, die die Krise überhaupt erst ins Leben gerufen hat.

Die Vorhersage des Inflations-Tsunamis ist keine exakte Wissenschaft, da das Marktvertrauen in immaterielle Papierwährungen nicht linear verläuft. Das Vertrauen in die Papierwährungen hält solange an, bis dem nicht mehr so ist – und dann läuft es Gefahr gemeinsam mit dem Vertrauen in die Schulden der meisten G7-Länder schlagartig zusammenzubrechen. Es entspricht dem Konzept, das Hemingway vom Bankrott hatte: Zunächst ist es ein schleichender, langsamer Prozess und dann kommt alles auf einmal.

Die absurdeste Ironie unserer Zeit ist jedoch, dass die Staatsschulden der Industrieländer – also die Vermögensklasse, die objektiv am wenigstens attraktiv und überdies die Ursache der weltweiten Finanzprobleme ist – auch noch die teuersten sind.

Aber nur weil uns die schafsartigen Anleihefondsmanager eine Echtzeit-Lektion in Sachen Risikoeinschätzung von Behördenanleihen erteilen, heißt das noch lange nicht, dass wir ihrem Weg in die Hölle auch folgen müssen.

Bargeld, die meisten Arten von Anleihen und festverzinsliche Anlagen scheinen in den nächsten Jahren keine sonderlich gute Wahl zu sein. Produktive Immobilien, defensive Aktien von Unternehmen mit Preisbildungsmacht und Gold und Silber scheinen die besseren Alternativen zu sein.

Paul Volcker – der letzte Fed-Vorsitzende, der noch über den Mut verfügte, das für die Wirtschaft Richtige zu tun, anstatt nur den Banken zu dienen – gelangte völlig richtig zu der Feststellung, dass „es bei der [heutigen] Geldpolitik nur noch darum geht, sie so locker als möglich zu gestalten.“ Eine weitere Runde quantitativer Lockerung „wird dabei scheitern, das Problem zu lösen“, so Volcker. Das hängt auch damit zusammen, dass die Fed und die anderen Zentralbanken nun zum Problem geworden sind … während sie ich als die Lösung ausgeben.

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