USD 4.000 Gold – die extreme Staatsverschuldung macht’s möglich

G. E. Christenson, Deviantinvestor.com, 05.11.2012

Es gibt hunderte von Goldpreisprognosen. Einige sagen, dass Gold auf fast USD 1.000 pro Unze abstürzen wird, während andere behaupten, dass der Goldpreis Ende 2012 bei USD 3.000 pro Unze liegen wird. Das Problem ist, dass einige dieser Prognosen einfach nur reines Wunschdenken sind, während es sich bei anderen offenkundig um Desinformation handelt, die darauf abzielt, Anleger zu verschrecken und vom Gold fernzuhalten.

Viele weitere Prognosen sind substanzlos; es mangelt ihnen an harten Daten und einer klaren Analyse. Aber gibt es überhaupt eine rationale Methode, um die künftige Goldpreisentwicklung zu antizipieren? Ja die gibt es!

Ich sagte hier jetzt nicht die Zukunft des Goldpreises voraus oder das Datum, an dem Gold mit USD 4.000 pro Unze gehandelt werden wird, aber ich werde Ihnen im Folgenden eine auf rationaler Analyse beruhende Preisprognose liefern, die auf den wahrscheinlichen Zeitpunkt hindeutet, wo Gold mit USD 4.000 pro Unze gehandelt werden wird.

Ja, ein Goldpreis in Höhe von USD 4.000 pro Unze ist angesichts der nachfolgenden Annahmen völlig plausibel:

Ich denke, dass die meisten Menschen diesen einfachen und offensichtlichen Grundannahmen beipflichten würden.

Viele Menschen halten Goldpreisprojektionen aber für unglaubwürdig – egal ob dabei nun von einem steigenden oder fallenden Goldpreis ausgegangen wird –, weil das gelbe Metall gehasst, geliebt und oftmals auch einfach ignoriert, in den seltensten Fällen jedoch als das verstanden wird, was es ist: Die ultimative Währung.

Was die meisten Menschen hingegen wissen, ist, dass die US-Staatsverschuldung riesig ist und während der kommenden zehn Jahre noch viel größer werden wird.

In der oben stehenden Grafik sehen Sie die Staatsverschuldung der US-Regierung (linke Achse), die mit Stand zum 30.09.2012 bereits bei über USD 16 Billionen lag. Der Goldpreis wird auf der rechten Achse ausgewiesen.

Die Daten erstrecken sich über einen Zeitraum von elf Jahren (September 2001 bis September 2012). Diese Phase umfasst die Periode nach dem Aktienmarktcrash des Jahres 2000, die alles verändernden Ereignisse vom 11.09.2001, den Immobilienmarktcrash und den neuen Rohstoff-Bullenmarkt. Jeder Monat stellt einen Datenpunkt dar.

Wie Sie sehen, weisen beide Trends, der Goldpreis wie auch die US-Staatsverschuldung, eine sehr starke Ähnlichkeit auf. Die statistische Messgröße R² liegt für diesen elfjährigen Zeitraum bei 0,969 –das ist sehr hoch.

Die Ausweitung der US-Staatsverschuldung ist ein einfacher Stellvertreter für die US-Geldmenge und die Entwertung des US-Dollars. Die exponentielle Wachstumsrate für die US-Staatsverschuldung lag im Schnitt bei 9,7% pro Jahr, während sie die letzten fünf Jahre im Schnitt bei 12,3% pro Jahr lag.

Die exponentielle Preissteigerung bei Gold fällt ein wenig stärker aus – hier kommen wir auf eine Teuerung von 18% pro Jahr. Der Grund, warum der Goldpreis stärker stieg als der jährliche Schuldenzuwachs der US-Regierung in Höhe von 12,3%, ist meines Erachtens, dass es sich bei Gold um eine mit dem US-Dollar und anderen Währungen im Wettbewerb stehende Währung handelt, deren Minenversorgung aktuell jedoch nur geringfügig zulegt, während die meisten Regierungen aggressiv „Geld drucken“. Die Anleger interessieren sich immer stärker für Gold und auch die Zentralbanken kaufen Gold, anstatt es zu veräußern.

Kurzum: Die Erkenntnis, dass Gold echtes Geld ist, das nicht nach Gutdünken „gedruckt“ werden kann – wie es beim Dollar und Euro der Fall ist –, hat sich unter den Vermögenden, den Zentralbanken, den Staaten und einzelnen Privatanlegern bereits durchgesetzt. Ich gehe davon aus, dass die US-Staatsverschuldung und der Goldpreis den elfjährigen exponentiellen Wachstumstrend auch künftig weiter fortsetzen werden.

Und da der Goldpreis eine so starke Korrelation zur Entwicklung der US-Staatsverschuldung aufweist, haben wir jetzt auch einen eindeutigen, objektiven und glaubwürdigen Stellvertreter, um die Goldpreisentwicklung zu antizipieren.

Wenn man die Staatsverschuldung und die Goldpreisentwicklung basierend auf den exponentiellen Anstiegen der letzten fünf Jahre hochrechnet, kommt man auf die Ergebnisse, die sich in der nachfolgenden Tabelle finden. Die Kategorien „Niedriger Goldpreis“ und „Hoher Goldpreis“ ergeben sich aus der Volatilität des Metalls, die in den vergangenen Jahren bei rund 15% lag.

Wie Sie sehen, legt diese Projektion nahe, dass der Goldpreis im September 2016 (Sommer 2016 oder Anfang 2017) die Marke von USD 4.000 pro Unze erreichen wird.

Die nächste Grafik ist ein logarithmischer Goldpreischart mit einer oberen und unteren Trendlinie. Die horizontal verlaufende Linie bei USD 4.000 pro Unze weist den frühesten und spätesten Zeitpunkt für dieses Preisziel aus. Die Phase erstreckt sich von November 2015 bis Juni 2017, was mit der oben stehenden Preisprojektion, die auf der starken Korrelation zwischen der Staatsverschuldung und dem Goldpreis basiert, in Einklang steht.

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Schlussfolgerung

Sicher, im Hinblick auf Goldpreisprognosen kann man durchaus skeptisch sein, aber die Prognosen zur Staatsverschuldung sind hingegen recht glaubwürdig. Und da die Korrelation zwischen dem Goldpreis und der Staatsverschuldung so stark ist, kann auch für den Goldpreis eine Prognose abgegeben werden, wobei hier zu Grunde gelegt wird, dass die defizitären Staatsausgaben, die quantitative Lockerung und andere makroökonomische Einflüsse auch künftig weiter anhalten werden.

Ein weiterer Crash oder ein unerwartetes Aufkommen plötzlichen finanzpolitischen Verantwortungsbewusstseins könnten dazu führen, dass das Goldpreisziel von USD 4.000 pro Unze näher heranrückt oder weiter in die Zukunft verlagert wird, doch die Projektion an sich ist vernünftig.

Der Goldpreis ist von USD 270 pro Unze im Juli 2001 bis Dezember 2009 auf über USD 1.200 pro Unze gestiegen. Ein Preisanstieg dieser Größenordnung schien 2001 noch völlig undenkbar – trotzdem fand er statt. Einen Preisanstieg von rund USD 1.700 pro Unze im Oktober 2012 auf USD 4.000 pro Unze (vielleicht Anfang 2017) kann man sich viel leichter vorstellen, speziell vor dem Hintergrund, dass der Chef der US-Notenbank jüngst permanente Lockerungsmaßnahmen ausgerufen hat. Wir sind jedenfalls gewarnt worden.

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