Gold und die sich immer weiter aufblähende Bilanz der US-Notenbank

Frank Holmes, U.S. Global Investors, 08.11.2012

Während die US-Wähler immer noch ihre Stimmen abgaben, legte Gold bereits aufgrund der guten Aussichten auf eine Wiederwahl Barack Obamas eine Rally hin. Jetzt, wo die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl bestätigt worden sind, scheint es so, als sei Bernankes Job, die Wirtschaft überzuversorgen und aus seinem Hubschrauber Geldpakte abzuwerfen, gesichert.

„Für Gold hätte es gar nicht besser ausgehen können“, erklärte UBS Investment Research im Hinblick auf die Tatsache, dass Obama vier weitere Jahre als US-Präsident im Amt, der Senat demokratisch und das Abgeordnetenhaus republikanisch bleibt. Die Forschungsfirma kommt in ihrer allmorgendlichen Stellungnahme zum Schluss, dass

„die hohe Wahrscheinlichkeit uns bevorstehenden politischen Stillstands – nun wo sich die Aufmerksamkeit wieder auf die Fiskalklippe und die Schuldenobergrenze richten wird – Gold mit Sicherheit Aufwärtspotenziale bietet.“

UBS sagt, dass der Goldmarkt den Ausgang des nächsten im Dezember stattfindenden Treffens des Offenmarktausschusses der Fed, wo sich „der Abschluss von Operation Twist in weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen verwandeln wird“, noch gar nicht mit eingepreist hätte.

Unser Chart der Woche zeigt den beträchtlichen Einfluss, den die Entscheidungen der US-Notenbank auf den Goldpreis haben. Robert Perli von International Strategy and Investment (ISI) rechnet bei der Fed-Bilanz mit einer enormen Wachstumsrate, sollte die quantitative Lockerung über die nächsten Jahre hinweg weiter anhalten.

Aktuell kauft die Fed hypothekarisch besicherte Wertpapiere mit einer Rate von USD 40 Milliarden pro Monat auf. Bei der gestrichelten orangenen Linie wird davon ausgegangen, dass diese Aufkäufe in Höhe von USD 40 Milliarden pro Monat auch die kommenden paar Jahre weiter anhalten werden, wodurch die Fed-Bilanz bis Ende 2016 auf rund USD 4,5 Billionen ausgeweitet würde.

Diese USD 40 Milliarden sind aber in Wirklichkeit zu den bereits bestehenden Anleiheaufkaufprogrammen hinzuzurechnen. Nimmt man alles zusammen, dann pumpt Ben Bernanke bis Ende 2013 jeden Monat über USD 85 Milliarden in den Markt, was laut Perli für ein „provokatives Bild sorgt.“

Aus der unten stehenden Grafik geht hervor, dass, sollten die unbefristeten Aufkäufe bis Ende 2016 fortgesetzt werden, die Bilanz der US-Notenbank auf fast USD 7 Billionen steigen würde!

Am 01.10.2012 erklärte Bernanke während einer Rede in Indiana, welche Logik hinter dieser Geldorgie der Fed eigentlich steckt:

„Wir rechnen damit, dass diese Aufkäufe bei den langfristigen Zinssätzen, wozu auch die Hypothekenraten gehören, für einen weiteren Abwärtsdruck sorgen werden. Um die Anstrengungen der Fed, eine nachhaltige Wirtschaftserholung zu stützen, zu unterstreichen, erklärten wir, dass wir auch in Zukunft Wertpapieraufkäufe durchführen und andere geldpolitische Werkzeuge einsetzen würden, bis sich der Ausblick für den Arbeitsmarkt im Kontext der Preisstabilität substantiell verbessert hat.“

Die Grafik ist nur einer von vielen Gründen, warum Goldanleger wie ich bullisch sind.

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