Gold zu Schnäppchenpreisen

Viele Edelmetallanleger neigen dazu, Gold und Silber zu kaufen, wenn die Preise steigen. Die richtigen Schnäppchen macht man aber immer dann, wenn die Metalle abverkauft werden

Jeff Clark, Casey Research, 19.11.2012

Ich kann mich noch an einen meiner ersten großen Gewinne mit einer von Casey Research empfohlenen Aktie erinnern, bevor ich anfing, für die Firma zu arbeiten. Es war ein Junior-Goldminentitel, der von Louis James empfohlen wurde, und in weniger als einem Jahr hatte ich die Aktien für das Doppelte verkauft. Es war wunderbar.

Voller Stolz erzählte ich es jemanden einen Monat später auf einer Konferenz. Er hatte dieselbe Aktie gekauft. Ich grinste – bis er mir erzählte, dass er sein Geld verdreifacht hatte.

„Ja wie hat er denn das gemacht?!“, wunderte ich mich. Ich schaute mir noch mal den Chart an und sah, dass die Aktie kurzzeitig abverkauft wurde, und ja, eine Verdreifachung wäre möglich gewesen, wenn man in diesem Zeitfenster gekauft hätte. Und das hatte er getan.

Letzte Woche kam es zu einem abrupten und unerwarteten Abverkauf zahlreicher Edelmetallminenaktien, und das war eine kleine Version der oben beschriebenen Möglichkeit.

Und obwohl der Abverkauf des börsennotierten Goldminenfonds GDX von letzter Woche in Höhe von 8,2% noch relativ moderat ausfiel und die Preise mit Sicherheit noch weiter nach unten gehen könnten, bevor ein Tief ausgebildet wird, kann der Kauf bei Kursrücksetzern und Korrektoren den Unterschied ausmachen, ob man sein Geld verdoppelt oder verdreifacht – oder gar verzehnfacht.

Hierfür muss der Anleger aber zunächst einmal zu der fundierten Schlussfolgerung gelangen, dass der Bullenmarkt für Edelmetalle und die mit ihnen in Zusammenhang stehenden Aktien noch nicht vorbei ist.

Hier ist ein praktischer Tipp dazu: Gold kann man immer dann kaufen, wenn es 12% unter einem Zwischenhoch notiert. Das ist die durchschnittliche Höhe der Korrektur, die nach einem großen Preisanstieg beobachtet werden kann, wie aus dem einjährigen Goldpreischart hervorgeht.

Beispielsweise erreichte Gold am 28.02.2011 einen Preis von USD 1.781 pro Unze (London PM Fix). Hätte man hier die 12%-Regel genutzt, hätte man im Bereich von rund USD 1.567 pro Unze gekauft. Und obwohl Gold später noch auf USD 1.540 pro Unze absank, läge der Zugewinn aktuell bei rund 9,3%. Und der Einstiegszeitpunkt wäre auch mit bedeutend weniger Risiken behaftet gewesen.

Die 12%-Regel funktioniert aber nicht immer, weil die Metalle nicht immer so stark fallen, aber gewöhnlich bietet sich mindestens einmal im Jahr eine derartige Gelegenheit. Es gab auch zahlreiche weitere Korrekturen in Höhe von 7% oder 8%, das ist also auch ein Korrekturniveau, das man im Auge behalten sollte.

Doch was bedeutet es ganz konkret, wenn man Edelmetalle nach bedeutenden Rückgängen kauft? Wenn man einen Teil seines Goldes bei, sagen wir, USD 2.500 pro Unze verkaufen muss und es – während es sich bereits in seiner Anstiegsphase befand – zu einem Preis von USD 1.800 pro Unze gekauft hat, läge der Zugewinn bei 38,8%. Hätte man das Gold jedoch bei USD 1.567 pro Unze während eines Abverkaufs gekauft, läge die Rendite bei 59,5%. Das ist ein erheblicher Unterschied.

Ich weiß, dass viele Leser diese Methode bereits nutzen und in Korrekturphasen kaufen. Aber ich weiß auch, dass es Leser gibt, die das nicht tun. Beide Gruppen dürften vielleicht die Gespräche interessieren, die ich vergangene Woche mit den Edelmetallhändlern zu diesem Thema geführt habe.

Wir sprachen dabei über die jüngsten Abverkäufe, die Reaktionen der Edelmetallanleger auf die Wiederwahl Obamas und die sogenannte Fiskalklippe. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung dieser Gespräche, die sich, wie Sie sehen werden, im Grunde sehr ähnlich sind:

Ich bin der Auffassung, dass alle, die in jüngster Zeit gekauft haben, dafür belohnt werden, wenn der aktuelle Zyklus vorbei ist … mit Sicherheit werden sie besser dastehen, als all jene, die zu Käufen neigen, wenn die Preise gerade steigen.

Niemand kann mit Sicherheit sagen, was die Zukunft für uns bereithält, doch unsere eigenen Untersuchungen und einige sehr deutliche Lehren aus der Geschichte weisen uns deutlich darauf hin, dass Edelmetalle nicht nur ein gutes Investment sind, um Gewinne zu machen, sondern es sich bei ihnen um eine Vermögensklasse handelt, die eigentlich jeder in seinem Portfolio haben sollte.

Also: Keine Panik vor Abverkäufen – das sind genau die Phasen, in denen man Geld machen kann.

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