Die Staatskrake und ihre Melkkühe: Welche Länder waren jetzt noch mal kommunistisch?

Simon Black, Sovereignman.com, 20.11.2012

Die Steuerpolitik verrät einem ausgesprochen viel über eine Regierung. Sie verrät einem, welche Werte die Politiker haben und wo sie Prioritäten setzen. Sie können sagen, was sie wollen, dank der Steuerpolitik erkennt man, was wirklich Phase ist.

Beispielsweise sprechen Politiker gerne über Technologie, Effizienz und Transparenz. Ein kurzer Blick auf das Steuerrecht reicht jedoch bereits aus, um zu erkennen, wo sie wirklich stehen. Das estnische Steuergesetz von 2002, das den überwiegenden Teil des estnischen Steuerrechts ausmacht, hat 43.370 Wörter.

In Kanada umfasst das Steuerrecht fast 1 Million Wörter. Und in den USA ist das Steuerrecht so riesig, dass allein schon die Erörterungen für das [zweiseitige] IRS-Steuerformular 1040 mit 178.096 Wörtern alle Rekorde sprengen. Allein die Anleitung ist also schon vier Mal größer als das gesamte estnische Steuerrecht.

Das US-Steuerrecht ist so riesig, dass die Bundesdruckerei für eine einzige Kopie USD 1.028 verlangt!

Und für die meisten Steuerzahler ist es praktisch immer noch unmöglich, ihre Steuererklärung online zu machen. Wir haben bereits das Jahr 2012 – und dennoch müssen die Steuerzahler in den meisten westlichen Industrieländern immer noch Unmengen an Papier mit sich herumschleppen, so als würden wir noch in den Zeiten der Telegraphenmasten leben.

Schauen wir auf die Steuersätze an sich: In Orten wie Frankreich, Belgien und Deutschland – wo die Regierungen den überwiegenden Teil des Einkommens der Menschen beschlagnahmen – ist die Botschaft, die diese Regierungen aussenden, unmissverständlich: Die Bürger sind nichts weiter als Melkkühe, um die Regierung zu mästen.

Ich hatte ja gestern schon darüber berichtet, dass in den USA zu Beginn nächsten Jahres zahlreiche Steuersätze dramatisch angehoben werden sollen. Wenn man als US-Bürger beispielsweise vor dem 31.12.2011 stirbt, erhebt die US-Regierung eine Steuer von 35% auf das gesamte Vermögen, das den Wert von USD 5 Millionen überschreitet.

Stirbt man jedoch am 01.01.2013, liegt dieser Steuersatz bereits bei 55% und der Steuerfreibetrag nur noch bei USD 1 Million.

Und dieser Steuerfreibetrag wird nicht inflationsindexiert. Das heißt, umso mehr Ben Bernanke druckt und umso stärker die Vermögenspreise aufgebläht werden, desto mehr Menschen unterliegen dieser Besteuerung.

Noch einmal: Die Botschaft, die hier ausgesendet wird, ist unzweideutig: Die Bürger sind, selbst wenn sie tot sind, die Melkkühe, um die Regierung zu mästen.

Die vielleicht schockierendste Steuererhöhung in den USA ist der Anstieg bei der Kapitalertragssteuer, die ab Anfang nächsten Jahres von 15% auf bis zu 43,4% angehoben werden soll. Privatpersonen, die ein produktives Unternehmen gründen, werden dadurch massiv abgestraft. Privatpersonen, die ihr Geld angespart haben und es dann arbeiten lassen, indem sie es in die Unternehmen anderer Leute stecken, werden massiv abgestraft. Das sagt doch eine ganze Menge über den Wertkanon der Regierung.

Ironischerweise hat sich die chinesische Regierung dazu entschlossen, die Kapitalertragssteuer zu senken. Vor Jahren lag sie noch bei 20%, wurde dann in 2005 aber auf 10% abgesenkt. Ab dem 01.01.2013 liegt sie dann nur noch bei 5%.

So, und jetzt erklären Sie mir bitte noch mal, welche dieser Länder kommunistisch sind …

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