Stillstand: Der Chart, der beweist, dass die Weltwirtschaft in ernsthaften Schwierigkeiten steckt

Einer der wichtigsten Indikatoren für die Weltwirtschaft notiert aktuell nahe seiner Allzeittiefs und hat am Mittwoch den stärksten Tageseinbruch seit dem Finanzcrash in 2008 hingelegt

Mac Slavo, SHTFplan.com, 12.12.2012

Inmitten anwachsender Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft am Rande des Zusammenbruchs wankt, versuchen die Regierungen in Europa, China und den Vereinigten Staaten nach wie vor, die Statistiken zu manipulieren, um den Anschein zu erwecken, dass eine Erholung und eine Rückkehr zur Normalität stattfindet.

Doch ungeachtet all ihrer Anstrengungen, positive Arbeitsmarktzahlen, BSP-Wachstum, Währungsstabilität und gesunde Aktienmärkte zu fabrizieren, sieht die krasse Wirklichkeit anders aus: Die Weltwirtschaft ist praktisch zum Stillstand gekommen, ein Zustand, an dem sich seit dem Crash des Jahres 2008 nichts geändert hat.

Das Wirtschaftswachstum wird ermittelt, indem man erfasst, wie viel wir produzieren und konsumieren – und vor dem Platzen der Blase gab es in Amerika und im Rest der Welt ein beispielloses Konsumniveau. Aufgrund des Vertrauensverlusts gegenüber dem Finanzsystem, der dem Kollaps der Investmentgiganten Bear Stearns und Merrill Lynch folgte, brachen dann jedoch die Kreditmärkte zusammen und die Kreditvergabe kam zum Erliegen. Die Wirtschaft, so wie wir sie bis zu diesem Zeitpunkt gewohnt waren, kollabierte.

Der Konsum brach ein und das sorgte dafür, dass Amerika in die tiefste Rezession seit den 30er Jahren abtauchte.

Und für all jene, die den Baltic Dry Index beobachteten, ein weltweiter Index, der die Transportkosten für Rohstoffe erfasst, war dieser Zusammenbruch bereits frühzeitig zu erkennen – Monate bevor die Anleger von der Panik erfasst wurden und die weltweiten Aktienmärkte einbrachen. Alt-Market.com schreibt zum Baltic Dry Index:

„Eingeführt im Jahr 1985 ist der Baltic Dry Index zunächst einmal ein Indikator für die weltweiten Frachtsätze von trockenem Schüttgut, bei dem es sich vornehmlich um bedeutende Rohstoffe handelt, die im Rahmen der Güterproduktion Verwendung finden. Der Baltic Dry Index dient aber auch als Indikator, um die Nachfrage nach diesen Materialien gegenüber den Vormonaten und Vorjahren zu erfassen.“

Am 15.09.2008 begann der Einbruch des Dow Jones Industrial Average. Der Dow Jones fiel bis März 2009 von 11.400 Punkten auf 6.600 Punkte. Der Baltic Dry Index brach auf historische Tiefs ein:

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Die Preise für den Gütertransport kollabierten und stürzten auf das niedrigste Niveau aller Zeiten. Verantwortlich dafür war die alte Angebots-und-Nachfrage-Theorie – denn wenn es kein Geld gibt, um Güter zu kaufen, gibt es auch keine Nachfrage nach diesen Gütern. Das sorgt bei den Transportunternehmen für Druck, die ja ihr Geld damit verdienen, Produkte von Hafen zu Hafen zu transportieren.

Doch da sich niemand mehr in der Lage dazu sah zu konsumieren, wurden auch keine Schiffstransporte mehr benötigt. Die Transportunternehmen waren somit gezwungen, ihre Frachtsätze zu reduzieren, in einem Versuch, weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Wie die oben stehende Grafik verdeutlicht, kam es im Sommer 2008 zu einem massiven Einbruch bei den Frachtsätzen – genau zu dem Zeitpunkt also, wo die Amerikaner Wind davon bekamen, dass eine Rezession bevorsteht. Danach folgte eine leichte Erholung, bei der es sich um eine Reaktion auf die billionenschweren Rettungspakete handelte, die vom US-Kongress und den US-Präsidenten Bush und Obama versprochen wurden. Es gelang jedoch nicht, die Blase, die mittels der billigen Kredite und der fahrlässigen Kreditvergabe geschaffen wurde, erneut aufzublähen.

Vier Jahre später, nachdem von den weltweiten Zentralbanken bisher buchstäblich zig Billionen an Dollars ins System gepumpt worden sind, notieren die Frachtsätze abermals nahe ihrer Allzeittiefs, was nahelegt, dass die Anstrengungen unserer Regierungen jämmerlich gescheitert sind.

Und anstatt dass sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert – so wie es ja von unseren besten und schlausten Politikern, Ökonomen und Finanzgurus herumposaunt wird – sind wir von den Vorkrisenniveaus immer noch Lichtjahr entfernt.

Fakt ist, dass sich die Lage sogar noch weiter verschlimmert, wie die jüngsten Daten des Baltic Dry Index belegen. Der Index erlebte am Mittwoch seinen stärksten Tageseinbruch seit 2008. Der Finanzblog Zerohedge.com meldete:

„Es ist eine ganze Weile her, als wir uns den Baltic Dry Index das letzte Mal angeschaut haben. Der Baltic Dry Index ist – wenn er sich normalisiert hat, also um das Überangebot von Containerschiffen bereinigt wurde (was 5 Jahre nach all den Überschüssen in dieser Branche bereits seit langem der Fall ist) – einer der besten Echtzeit-Indikatoren für den weltweiten Transport und Handel.

Wir haben uns den Index vor wenigen Augenblicken angeschaut und er hat gerade einen heftigen Einbruch in Höhe von 8,2% hingelegt. Er ist von 900 Punkten auf 826 Punkte eingebrochen, was der größte Rückgang seit 2008 ist!

Das dürfte jedoch kaum überraschen, wenn man bedenkt, dass der Zusammenbruch des weltweiten Handels in den letzten paar Tagen schon durch chinesische wie auch US-amerikanische Daten bestätigt wurde, obwohl wir uns natürlich sicher sind, dass die BDIY-Apologeten dazu lediglich anmerken werden, dass Angebot und Nachfrage – genauso wie in jedem anderen von der US-Notenbank gestützten Markt – überhaupt nichts miteinander zu tun haben.“

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Das Entscheidende ist, dass die amerikanischen Verbraucher pleite (und hungrig) sind. Aber die US-Bürger sind nicht nur pleite, sondern auch so stark verschuldet, dass überhaupt keine Hoffnung darauf besteht, die Kredite, die während der Boomphasen aufgenommen wurden, jemals wieder zurückzuzahlen.

Die Auffassung, die USA befänden sich in irgendeiner Art von Wirtschaftserholung, während zur selben Zeit 100 Millionen US-Bürger unter der Armutsgrenze leben und jeden Monat hunderttausende weitere Amerikaner in die Armut absinken, ist einfach nur lächerlich.

Wir stecken jetzt in ernsthaften Schwierigkeiten.

Wenn Sie im Frühjahr 2008 einen US-Bürger gefragt hätten, ob er sich auf die bevorstehenden Crashs am Immobilien- und am Aktienmarkt, die 40% seines Vermögens vernichten würden, vorbereitet hat, wären Sie einfach nur ausgelacht worden.

Und auch heute wird man Sie immer noch auslachen, wenn Sie den Leuten erklären, dass die Lage noch viel schlimmer werden wird. Doch die Zahlen lügen nicht. Die USA befinden sich aktuell in einer Situation, die von vielen als die nächste Große Depression bezeichnet wird. Ja, lachen Sie nur, wenn Sie wollen – die Realität wird dafür sorgen, dass Ihnen das Lachen schon bald wieder vergehen wird.

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