Inflationäre Depression: Bilanz der US-Notenbank wird auf schockierende USD 6 Billionen anschwellen

Michael Pento, King World News, 13.12.2012

Wie zu erwarten war, hat Ben Bernanke mit seiner Erklärung von dieser Woche, dass die US-Notenbank jeden Monat nichtsterilisierte Aufkäufe von hypothekarisch besicherten Wertpapieren (MBSs) und US-Staatsanleihen in Höhe von USD 85 Milliarden durchführen wird, die vierte Runde der quantitativen Lockerung eingeleitet.

Darüber hinaus hat die Fed die Fortsetzung ihrer Nullzinspolitik und ihrer Bilanzausweitung um USD 1 Billion pro Jahr auf beispiellose Art an der Entwicklung der US-Arbeitslosenrate festgemacht. Die Maßnahmen sollen solange anhalten, bis die US-Arbeitslosenrate unter die Marke von 6,5% gefallen ist.

Nun wäre die Kopplung kostenlosen Geldes und endloser Geldfälschungsmaßnahmen an eine bestimmte Arbeitslosenrate in der Tat eine brillante Idee, wenn die Gelddruckerei tatsächlich einen Beschäftigungsanstieg zur Folge hätte.

Die Fed feierte jüngst das vierjährige Bestehen der Nullzinspolitik und der massiven Bilanzausweitung, doch die Lage am US-Arbeitsmarkt zeigt ungeachtet dieser unglaublich lockeren Geldpolitik, die seit 2009 in Kraft ist, keinerlei Anzeichen einer nennenswerten Erholung. Die Arbeitsmarktdaten vom letzten Monat zeigen, dass der Anteil der Arbeitnehmerschaft an der Bevölkerung nach wie vor sinkt.

Die Fertigungsbranche baut weiterhin Arbeitsplätze ab und Arbeitnehmer mittleren Alters geben die Suche nach Arbeit einfach auf. Letzteres ist übrigens auch der Grund dafür, warum die offizielle Arbeitslosigkeit sinkt. Würden alle Menschen, die zurzeit auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, zu der Meinung gelangen, dass es besser ist, zu Hause zu bleiben und Soaps zu schauen, dürfte die Arbeitslosenrate wohl auf null sinken.

Aber noch mehr billiges Notenbankgeld wird nichts nützen, da das Problem nicht die Kosten des Geldes sind, sondern die Überschuldung der US-Regierung und des Privatsektors. Wenn man die Zinssätze bei den Staatsanleihen niedrig hält, ermöglicht man der Regierung dadurch lediglich, sich noch stärker zu verschulden. Und die Verbraucher kaufen ja nicht deshalb weniger Eigenheime, weil die Hypothekenzinsen zu hoch sind.

Die nackte Wahrheit ist, dass wir es hier mit einer Bilanzrezession zu tun haben und nicht mit drückenden Zinslasten. Weitere Monetisierungsmaßnahmen der Fed werden vielleicht dazu führen, dass die Zinslast bei den Verbraucherschulden ein klein wenig geringer ausfällt, aber sie werden auch zur Folge haben, dass die Nahrungsmittel- und Energiepreise bedeutend stärker steigen werden, als dies ansonsten der Fall wäre.

Der Schaden, der hier bei der Mittelschicht angerichtet wird, wird bedeutend größer ausfallen als die geringen Vorteile, die sich aus den niedrigeren Zinssätzen ergeben. Deshalb wird die Nettoreduzierung der Kaufkraft der Verbraucher lediglich dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit steigt, anstatt zu fallen.

Anstatt der Wirtschaft zu helfen und den Arbeitsmarkt wieder in Ordnung zu bringen, wird Bernankes Fed durch ihre fortwährend wachsende Bilanz lediglich sicherstellen, dass die Wirtschaft vernichtet und die Inflationsrate auf beispiellose Niveaus gehoben wird.

Die Bilanzsumme der Fed lag 2007 bei gerade einmal USD 700 Milliarden. Aktuell liegt sie bei USD 2,8 Billionen, und jetzt wird damit gerechnet, dass sie bis Ende 2015 auf schockierende USD 6 Billionen steigen wird. Noch ein paar weitere Jahre an billionenschweren Haushaltsdefiziten, die von der US-Notenbank vollumfänglich monetisiert werden, und es dürfte sichergestellt sein, dass die Gläubiger der US-Regierung für 10-jährige Staatsanleihen bedeutend mehr Rendite verlangen werden als die aktuellen 1,6%.

Das Problem ist, dass die steigenden Zinssätze dafür sorgen werden, dass die Fed ihre Gelddruckmaßnahmen entweder schnell und massiv ausweiten wird, was zur Hyperinflation führen würde, oder sie damit beginnt, Billionen Dollars an Staatsschulden abzuverkaufen – und das zu einem Zeitpunkt, wo die Anleihezinsen ohnehin bereits steigen.

Wenn die Zinsen ohnehin bereits steigen, weil die Gläubiger der US-Regierung das Vertrauen in die US-Steuerbasis, mit der die Schulden gestützt werden, verloren haben – ja dann können Sie sich ja ausmalen, wie stark die Zinsen steigen werden, wenn der Anleihemarkt erst einmal begriffen hat, dass mit der US-Notenbank ein weiterer riesiger Verkäufer im Markt auftaucht.

Die neue Fed-Politik ist unglaublich gefährlich und buchstäblich ein Garant dafür, dass die US-Wirtschaft in naher Zukunft in eine ernsthafte Depression abrutschen wird. Aus den vorgenannten Gründen sollte man die aktuellen Austeritätsdrohungen, die um die Probleme der US-Schuldenobergrenze und der Fiskalklippe kreisen, als Gelegenheit nutzen, um Edelmetalle und mit Edelmetallen in Zusammenhang stehende Aktientitel zu kaufen. Sind diese beiden Probleme erst einmal vom Tisch, dürfte Gold der Hauptgewinner sein.

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