Separatismus in den Industrieländern – der maßgebliche politische Trend der kommenden Jahre

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 30.12.2012

Auf unserer Berlin-Konferenz präsentierten wir einen Überblick, der viele schockierte. Die meisten Leute hatten den separatistischen Bewegungen, die in Europa aus dem Boden geschossen sind, nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Diese separatistischen Bewegungen reichen von Schottland, wo es in 2014 eine Abstimmung darüber gibt, über Großbritannien, wo darüber diskutiert wird, aus der Europäischen Union auszutreten, bis hin zu Spanien.

Der bedeutende Trend, von dem bisher alle ausgegangen waren, war die „Vereinigung“ Europas. Der Trend, den wir auf der Berlin-Konferenz vorstellten – die Unterlagen werden demnächst auch für Nichtteilnehmer der Konferenz verfügbar sein –, weist aber in eine ganz andere Richtung, nicht in Richtung Vereinigung. Stattdessen gibt es einen zunehmend stärker werdenden Trend der Zerrissenheit. Ja selbst die Texaner fangen nun damit an, Krach zu schlagen und über eine Abspaltung von den USA zu sprechen.

seperatistische-Bewegungen-in-Europa

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Diese politische Zerrissenheit gehört in Wirklichkeit zum Zyklus. Ich habe erst kürzlich einen Artikel mit dem Titel „Sie beobachten alles – aber warum? Der Aufstieg einer dritten politischen Partei“ veröffentlicht, worin ich das Verhalten der Regierung im Lichte der emotionslosen Erkenntnisse von Stanley Milgram analysiere. Die Politik in den USA beginnt gerade mit ihrem Zusammenbruch.

Beide Parteien – die Demokraten, bei denen es sich um Marxisten handelt, und die Republikaner, die völlig verwirrt sind und mit Blumengeschenken an Flughäfen um Unterstützung betteln – führen das Land jetzt in Windeseile in den Untergang. Unterdessen versuchen die Bürokraten aus den Bürgern das Letzte herauszupressen.

Wir kämpfen hier gegen Meinungen. Es ist völlig egal, ob wir diese Auffassungen teilen, alles, worum es hier geht, ist, woran sie – die Gegner – glauben, selbst wenn es völlig verworrene Auffassungen sind. Wenn man sich auf YouTube Videos anschaut, kommt vorher Werbung, wo gepredigt wird, dass man sich ihnen anschließen und die Reichen jagen und stärker besteuern soll, so dass sie selbst nicht zahlen müssen.

Ganz offenkundig hat niemand Ayn Rands Buch „Der Streik“ gelesen. Was passiert, wenn diejenigen, die produzieren und Arbeitsplätze schaffen, einfach streiken und sagen: „Es reicht!“? Das tun sie, indem sie ihr Geld einfach horten und Investitionen aufschieben. In Europa und Amerika ist die Liquidität bereits zusammengebrochen; das Kapital wird in Rekordhöhe gehortet wird, ohne dass man die geringste Ahnung hätte, wo die Reise hingehen wird.

Den Chart, der den Untergang des römischen Geldsystems ausweist, haben wir ja bereits viele Male veröffentlicht – doch hinter diesem Untergang des Geldsystems steht das Auseinanderbrechen des römischen Imperiums, und die Ursachen sowie die Bedeutung des Zyklus werden von den meisten Historikern einfach ignoriert.

Zerfall-des-römischen-Imperiums

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Durch den Kollaps des Geldsystems brach das Römische Reich im Grunde in drei Teile auseinander. Die Wirtschaft ist stets das überragende Element, das die Gesellschaften verändert. Die Wirtschaft verfügt über das Potenzial, Nationen zu vereinen und Menschen zusammenzubringen – doch wenn die Politik bösartig und korrupt wird und den Menschen mehr nimmt, als sie für fair erachten, kann die Wirtschaft auch zum großen Zerstörer werden.

In Europa gab es das gallische Sonderreich, „Imperium Galliarum“, das sich unter Postumus (seine Regierungszeit war von 260 – 269 v. Chr.) von Rom lossagte. Zu diesem Reich gehörten zunächst Britannien, Frankreich (Gallien) und Spanien. Im Osten war es das Palmyrenische Reich, das von Königin Zenobia angeführt wurde, die später auch als Vorlage für all die Filme und Cartoons mit Kriegsköniginnen diente.

Postumus---der-Wiederhersteller-Galliens

Oben sehen Sie eine Münze von Postumus. Auf der Rückseite der Münze ist er als der große Wiederhersteller der Wirtschaft und Sicherheit all jener zu sehen, die von all den Steuern und dem Unsinn, der aus Rom kam, die Nase voll hatten.

Die Geschichte wiederholt sich, weil die Leidenschaften der Menschen immer dieselben bleiben. Beim Separatismus handelt es sich um einen aufsteigenden Trend. In den USA wird er dazu führen, dass es in 2016 zum Aufstieg einer dritten Partei kommen wird, deren Programm auf soliden Wirtschaftsprinzipien fußt.

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