20 Fakten, die man über den Wirtschaftskollaps in Europa wissen sollte

Michael Snyder, The Economic Collapse, 08.01.2013

Die Wirtschaftsimplosion Europas beschleunigt sich weiter. Und obwohl die Massenmedien nach wie vor behaupten, dass die Finanzkrise in Europa „abgewendet“ worden sei, verschlechtern sich die europäischen Wirtschaftsdaten zusehends.

Die Produktionsaktivität in Europa geht Monat für Monat weiter zurück, während die Arbeitslosenrate nun abermals ein brandneues Allzeithoch erreicht hat. Die Arbeitslosenraten in Griechenland und Spanien sind bedeutend höher, als die der USA während der Großen Depression in den 30er Jahren.

Die wirtschaftliche Lage Europas ist heute viel schlimmer als vor zwölf Monaten, und sie wird sich auch künftig weiter verschlechtern, da die Wirtschaften der Eurozone für die Austerität einen hohen Preis zu zahlen haben.

Die Wahrheit ist, dass der überwiegende Teil Südeuropas bereits in einer vollumfänglichen Depression gefangen ist. Bedauerlicherweise interessiert es die meisten Amerikaner aber nicht, was sich zurzeit auf der anderen Seite des Atlantiks abspielt – aber es sollte sie interessieren, da genau das nun einmal passiert, wenn ein Land zu viele Schulden anhäuft.

Die Vereinigten Staaten haben den größten Schuldenberg aller Länder, und am Ende wird das, was sich zurzeit in Spanien, Frankreich, Italien, Portugal und Griechenland abspielt, auch in den USA stattfinden.

Im Folgenden finden Sie 20 Fakten über den Zusammenbruch Europas, die jeder kennen sollte:

1. Die Produktionsaktivität Frankreichs und Deutschlands ist nun bereits den zehnten Monat in Folge rückläufig.

2. Die Arbeitslosenrate in der Eurozone ist auf 11,8% gestiegen – das ist ein brandneues Allzeithoch.

3. Im November kam es in Italien bei den Einzelhandelsverkäufen zum schärfsten Rückgang der letzten 17 Monate.

4. Die Produktionsaktivität Spaniens ist bereits den 20. Monat in Folge rückläufig.

5. Es wird geschätzt, dass von all den Inlandskrediten, die das griechische Bankensystem zurzeit hält, rund 20% uneinbringlich sind.

6. Atemberaubende 22% aller Iren leben in Haushalten, die keine Arbeit haben.

7. Die Arbeitslosenrate in Griechenland liegt aktuell bei 26%, vor einem Jahr lag sie noch bei 18,9%.

8. Die Arbeitslosenrate in Spanien ist auf atemberaubende 26,6% gestiegen.

9. Die zypriotische Arbeitslosenrate für Arbeitnehmer unter 25 Jahren liegt bei 27%. In 2008 lag diese Zahl noch weit unter 10%.

10. Die Verkäufe französischer Autos sind im November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28% eingebrochen.

11. Die Armutsquote in Griechenland liegt bei 36%. In 2009 lag sie noch bei rund 20%.

12. Die italienische Arbeitslosenquote für Arbeitnehmer unter 25 Jahren liegt bei 37,1% – das ist ein brandneues Allzeithoch.

13. Atemberaubende 44% aller Bulgaren haben gegenwärtig mit „ernsthaften materiellen Entbehrungen“ zu kämpfen.

14. Die spanische Arbeitslosenquote für Arbeitnehmer unter 25 Jahren liegt aktuell bei 56,5% – das ist ein brandneues Allzeithoch.

15. Die griechische Arbeitslosenquote für Arbeitnehmer unter 25 Jahren liegt jetzt bei 57,6% – das ist ein brandneues Allzeithoch.

16. Laut Citigroup besteht eine 60%ige Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland die Eurozone innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate verlassen wird.

17. Es wird gemeldet, dass einige spanische Eigenheime im Vergleich zu den Preisen, die auf dem Höhepunkt der spanischen Eigenheimblase in 2006 erzielt wurden, bereits mit Abschlägen von 70% verkauft werden. Aktuell stehen in Spanien rund 2 Millionen Eigenheime zum Verkauf

18. Das BSP/Schulden-Verhältnis von Griechenland nähert sich gegenwärtig rasch der Marke von 200% an.

19. Laut dem Verband der französischen Autobauer war 2012 für die französische Automobilindustrie das schlimmste Jahr seit 1997.

20. In 2005 produzierten die französischen Autobauer rund 3,5 Millionen Autos. In 2012 ist diese Zahl auf rund 2 Millionen gefallen.

 Das unglaubliche Leid, mit dem viele Durschnitts-Europäer Tag für Tag zu kämpfen haben, wird durch diese Zahlen aber nicht vermittelt. Wer sich einen kleinen Einblick verschaffen möchte, wie das Leben in Griechenland heutzutage aussieht, braucht sich nur den folgenden kurzen Auszug aus einem jüngst veröffentlichten Bloomberg-Artikel durchzulesen:

„Anastasia Karagaitanaki, 57, war Modell und Cafe-Besitzerin in Thessaloniki. Seit sie ihr Geschäft aufgrund der Finanzkrise verloren hat, schläft sie in der Wohnung ihrer Mutter auf einer Liege neben dem Gefrierschrank und ist auf Nahrungsmittel- und Insulinspenden für ihre Diabetes angewiesen.

´Es fühlt sich an, als wäre mir mein Leben entglitten`, so Karagaitanaki, deren Bruder ebenfalls in der 1-Zimmerwohnung lebt. ´Ich fühle mich, als wäre ich tot.`

Für tausende Griechen wie Karagaitanaki bricht die gesellschaftliche Struktur der Mittelschicht gerade zusammen. Lehrer, denen das Gehalt um ein Drittel gekürzt wurde, stehlen sich Strom. Familien, die einst in stabilen Nachbarschaften lebten, trauen sich aufgrund der Zunahme des Verbrechens nicht mehr auf die Straße.“

Überall in Europa haben die Menschen die Hoffnung verloren, und einige zünden sich sogar an – ein letzter verzweifelter Versuch, um auf sich aufmerksam zu machen. Millionen Europäer, die einst der Mittelschicht angehörten, haben alles verloren und werden zunehmend hoffnungsloser. In allen südeuropäischen Ländern explodiert die Selbstmord- und Verbrechensrate und es kommt regelmäßig zu massiven Straßenaufständen.

Bedauerlicherweise ist das aber gerade erst der Anfang. Die Lage in Europa wird noch bedeutend schlimmer werden.

Unterdessen schauen die Amerikaner immer noch selbstgefällig auf Europa herab – aber nur weil die USA immer noch in einer Blase schulden-angeheizter Prosperität leben. Doch am Ende werden auch die Amerikaner den Stachel der Austerität zu spüren bekommen. Die jüngste Vereinbarung zur Fiskalklippe war ein Hinweis darauf. Die Steuern werden steigen und Staatsausgaben werden ihr Wachstum zumindest verlangsamen. Dann dürfte es nicht allzu lange dauern, bis die Auswirkungen dieser Entwicklung in der Wirtschaft angekommen sind.

Und die Wahrheit ist natürlich, dass es der US-Wirtschaft in 2012 auch nicht sonderlich gut ging, wenn man sich die Zahlen anschaut. Die traurige Wahrheit ist, dass die US-Wirtschaft bereits seit sehr langer Zeit zurückgeht, und es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum man besser davon ausgehen sollte, dass sich dieser Niedergang in 2013 noch weiter beschleunigen wird.

Wenn Sie Amerikaner sind, sollten Sie über die aktuellen Geschehnisse in Europa also besser nicht lachen. Die USA haben exakt denselben Weg eingeschlagen, den Europa bereits gegangen ist, und die Amerikaner werden genau dieselben Leiden durchmachen müssen, die die Europäer gerade durchleben.

Nutzen Sie die letzten paar „Blasen-Monate“ noch, um sich auf die bevorstehenden Ereignisse vorzubereiten. Die „Blase der Hoffnung“ wird eines Tages verschwunden sein, und dann ist auch die Zeit für Vorbereitungsmaßnahmen abgelaufen.

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