David Chapman, MGi Securities, 07.03.2013

Letzte Woche hatten wir uns ja bereits mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass die US-Geldbasis aus ihrem rund 20-monatigen Seitwärtsmuster nach oben hin ausgebrochen ist. Im Juni 2011 erreichte die US-Geldbasis erstmals die Marke von USD 2,7 Billionen und schwankte daraufhin zwischen USD 2,7 Billionen und USD 2,6 Billionen. Januar 2012 kletterte die Geldbasis dann auf knapp USD 2,71 Billionen. Der starke Anstieg der US-Geldbasis seit 2008 ist auf die quantitativen Lockerungsprogramme, zunächst QE1 und dann QE2, zurückzuführen.

QE2 endete im Juni 2011. QE3 wurde im September 2012 bekanntgegeben. Unter QE3 kauft die US-Notenbank nun monatlich USD 85 Milliarden an hypothekarisch besicherten Wertpapieren (MBSs) und US-Staatsanleihen auf, bis die US-Arbeitslosenrate auf 6,5% gefallen ist und solange die Inflation unter 2% bleibt. Eine Rate von USD 85 Milliarden pro Monat bedeutet USD 1 Billion pro Jahr.

Die QE-Maßnahmen sind ein unkonventionelles geldpolitisches Werkzeug, das von den Zentralbanken genutzt wird, um die Wirtschaft anzukurbeln. Aber es wird nicht nur von den USA eingesetzt, sondern auch von Japan, das zurzeit recht aggressive quantitative Lockerungen durchführt.

Japan gab vor kurzem bekannt, dass es sein QE-Programm von JPY 10 Billionen pro Monat auf JPY 80 Billionen pro Monat ausweiten wird. Die Eurozone nutzt ebenfalls QE-Maßnahmen, um die darniederliegende europäische Wirtschaft anzukurbeln. Der Chef der EZB, Mario Draghi, verkündete, dass er unbegrenzte Mengen an Staatsanleihen aufkaufen würde. Und auch China und Großbritannien führen zurzeit Lockerungsmaßnahmen durch.

usmonetarybasepercapita-vs.-gold

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich mit der US-Geldbasis auseinanderzusetzen. Der oben stehende Chart zeigt das Verhältnis der US-Geldbasis zur US-Bevölkerung. Obwohl die US-Bevölkerung wächst, steigt die US-Geldbasis pro Kopf mit immer schnellerer Rate.

Seit Oktober 2008 ist die US-Geldbasis von rund USD 949 Milliarden auf USD 2.796 Milliarden oder um rund 194% gestiegen. Gold ist während desselben Zeitraums aber lediglich von USD 828 auf USD 1.672 pro Unze oder um 102% gestiegen. Dies legt nahe, dass man sich mit der US-Geldbasis heute mehr Goldunzen kaufen könnte als im Oktober 2008.

Man könnte auch sagen, dass es heute einen höheren Goldpreis bräuchte, um das Verhältnis von Oktober 2008 zu erreichen. Gold müsste heute bei USD 2.400 pro Unze liegen, um auf das Verhältnis von Oktober 2008 zu kommen.

Dass der Goldpreis gestiegen ist, während die Geldbasis ausgeweitet wurde, sollte niemanden überraschen. Eine Untersuchung von Casey Research kam zu dem Ergebnis, dass der Korrelationskoeffizient zwischen der US-Geldbasis und dem Goldpreis bei 0,94 liegt. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht diese Korrelation:

Copy of 121012 Chart - Monetary Base vs  Gold Price AD.xlsx

Darüber hinaus weisen auch die US-Staatsverschuldung und der Goldpreis eine hohe Korrelation auf. Im Oktober 2008 lag die US-Staatsverschuldung bei USD 10,7 Billionen. Heute liegt sie bei USD 16,3 Billionen, das ist ein Anstieg von 65%. Wie eingangs erwähnt, ist Gold jedoch stärker gestiegen. Und da die US-Schuldenobergrenze jetzt abermals angehoben wurde, dürfte auch der Goldpreis entsprechend steigen. Die US-Regierung türmt zurzeit Haushaltsdefizite in Höhe von rund USD 1 Billion pro Jahr auf.

Und das sind nur die Zahlen, über die berichtet wird. Nach GAAP-Buchhaltungsstandards wies die US-Regierung in 2012 ein Haushaltsdefizit von USD 6,6 Billionen aus. Der 5-Jahresschnitt des Haushaltsdefizits liegt nach GAAP-Standards bei USD 5,2 Billionen pro Jahr. Diese Zahl ist weit höher als die USD 1,1 Billionen, mit denen das offizielle Haushaltsdefizit angegeben wird.

Die GAAP-Buchhaltungsstandards werden in der Regel von börsennotierten US-Unternehmen eingesetzt. Zu den Defiziten, die zur direkten Verschuldung hinzugerechnet werden, gehören nichtfinanzierte Verbindlichkeiten aus Sozialprogrammen wie der Rentenkasse und der Krankenkasse. Diese nichtfinanzierten Verbindlichkeiten fließen nach der Kapitalwertmethode in die Bilanz ein. All das legt nahe, dass die Schuldensituation der US-Regierung weit schlimmer ist, als berichtet wird.

Angeblich verfügen die USA über Goldreserven in Höhe von 8.133,5 Tonnen (lt. den Angaben des World Gold Council). Würden die USA ihr Gold nutzen, um die US-Geldbasis zu decken, müssten der Goldpreis bei USD 9.745 pro Unze liegen. Selbst wenn die US-Geldbasis nur zu 40% mit Gold gedeckt würde, müsste der Goldpreis bei USD 3.898 pro Unze liegen.

Das setzt aber voraus, dass die US-Goldreserven immer noch da sind. Einige haben ja nahelegt, dass dem nicht so ist. Die USA haben bisher keine unabhängige Überprüfung ihrer Goldreserven zugelassen. Viele haben eine Überprüfung der US-Goldreserven gefordert, aber diese Forderungen sind immer zurückgewiesen worden.

Es gibt Kreise, die behaupten, dass die USA, wollten sie ihre geldpolitischen Angelegenheiten wieder unter Kontrolle bekommen, ihr Geld mit einer Golddeckung versehen müssten. Das würde aber bedeuten, dass der Goldpreis zu niedrig notiert. Und das legt wiederum nahe, dass die seit 15 Monaten anhaltende Seitwärtsbewegung von Gold schon bald zu Ende sein könnte, da der Goldpreis gemeinsam mit der US-Geldbasis und der US-Verschuldung zulegen dürfte.

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