Goldpreisschwankungen: Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

G. E. Christenson, Deviantinvestor.com, 14.03.2013

Kommt Ihnen das bekannt vor? „Gold tritt auf der Stelle. Denen einen Tag steigt es, den anderen Tag fällt es wieder! Ich habe Angst. Vielleicht sollte ich aussteigen.“

Im Gegensatz zum Aktienkauf, der von Wall Street und den Medien fortwährend beworben wird, ist das Kaufen und Halten von Gold bedeutend schwieriger. Der Beweis: Der S&P 500 Index tritt im Grunde seit 13 Jahren auf der Stelle, während der Goldpreis die letzten 13 Jahre im Schnitt um rund 15% pro Jahr gestiegen ist.

Dennoch besitzen die Wenigstens Gold. Viele Menschen hören immer noch auf die Sirenen von Wall Street: „Kauft Aktien und haltet sie auf immer und ewig!“ Es ist schwer, sich der Herde entgegenzustellen, und Gold ist im Grunde ein Investment für Querdenker. Sehr wenige Leute kaufen Gold, und noch weniger Menschen halten das gelbe Metall dann auch über die Bullen- und Bärenmärkte hinweg – und der überwiegende Teil glaubt den Unsinn, dass sich „Gold in einer Blase“ befindet.

Frage: Muss ich mir nun Sorgen machen, wenn Gold über mehrere Tage oder gar Wochen hinweg Preisrückgänge zu verzeichnen hat? Gute Frage! Schauen wir uns doch einmal die Daten an.

Das große Ganze

Betrachten wir einfach einmal den langfristigen Goldpreischart und versuchen herauszufinden, wann die Bullen- und Bärenphasen gewesen sind. In der nachfolgenden Grafik habe ich die Bullen- und Bärenphasen der letzten acht Jahre markiert. Es gab fünf Bullenphasen und vier Bärenphasen. Die Bullenphasen sind:

goldbullperiods

Die Bärenphasen folgen immer auf die Bullenphasen:

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Kurze Zusammenfassung

Im Verlauf der letzten acht Jahre hat es fünf Bullenmärkte und vier Bärenmärkte gegeben. Jeder Bullenmarkt hielt zwischen 12 und 18 Monaten an, wobei es während der Bullenphase zu einem Preisanstieg von rund 70% kam. Es gibt also nichts, was gegen einen 70%igen Zugewinn spricht!

Und was ist mit den täglichen und wöchentlichen Preisschwankungen? Wir neigen zu der Auffassung, dass Bullenmärkte fortwährende Preissteigerungen sind, denen dann Bärenmärkte folgen, wo der Preis erbarmungslos ins Bodenlose sinkt. Doch ist das richtig? Schauen Sie sich die Daten an!

Während der vier großen Bullenphasen von Mai 2005 bis August 2011 stieg Gold von USD 413 auf USD 1.923 pro Unze – das ist ein Preisanstieg von 365%. Doch in allen vier Bullenmärkten stieg der Goldpreis lediglich an 58% aller Handelstage, während er an 42% aller Handelstage sank. Die genauen Daten: Gold stieg an 57,6%, 55,1%, 56,6% und 62% aller Handelstage. Selbst wöchentliche Zugewinne waren nur in 70% aller Fälle zu beobachten.

Also noch einmal: Während der vier großen Bullenmärkte seit Mai 2005 stieg Gold an weniger als 60% aller Handelstage, während es in über 40% aller Fälle sank. Die Bullenphasen waren also keine unerbittlichen Aufwärtsschübe, sondern eher eine chaotische Kursentwicklung mit vielen Aufs und Abs.

Im Schnitt lagen die Gewinntage während dieser Phasen leicht über den Verlusttagen – und trotzdem verteuerte sich Gold in jeder Bullenphase um über 70%. Und wenn wir Wochenschlusskurse verwenden, dann gingen diese Bullenmärkte immer noch in 30% aller Wochen zurück.

Schlussfolgerung

Bullenmärkte kennzeichnen sich durch zahlreiche Gewinn- wie auch Verlusttage. Wenn uns bei den Goldpreisrückgängen jedes Mal der Mut verlassen hätte, wären wir dank dieser Abwärtsbewegungen in 40% der Zeit niedergeschlagen gewesen. Bullenmärkte steigen nur marginal öfter, als sie fallen – und bei Bärenmärkten ist es genau andersherum. Zwei Schritte vor, einen zurück. Das ist das Wesen der Märkte.

Wenn Sie also aufgrund der täglichen Goldpreisschwankungen (oder der Volatilität in anderen Märkten) wieder einmal der Mut verlässt, sollten Sie am besten zur Ihrer Fundamentalanalyse zurückkehren und sich daran erinnern:

Man sollte also an seiner Perspektive festhalten und sich immer daran erinnern, dass das Investieren in Gold selbst in Bullenmärkten schwierig ist, wenn man auf Wall Street oder die Medien hört oder sich an 40% aller Tage von den Preisrückgängen entmutigen lässt.

Machen Sie es nicht zu kompliziert: Wenn die Kaufkraft des US-Dollars fällt, steigt Gold. Die Kaufkraft des US-Dollars ist die letzten 100 Jahre praktisch jedes einzelne Jahrzehnt zurückgegangen. Die aktuellen Maßnahmen der US-Notenbank – die zurzeit jeden Monat USD 85.000.000.000 an frischen Dollars „aus dem Nichts“ druckt – werden zu einem weiteren Kaufkraftrückgang des Dollars führen. Daher kauft man auch Gold. Ist das idiotensicher? Nein! Aber es ist mit Sicherheit besser, als die meisten anderen Alternativen, die einem zur Verfügung stehen …

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