Instabil: Weltwirtschaft kann jetzt jederzeit in einem gigantischen Finanzkrater versinken

Robert Fitzwilson, King World News, 03.03.2013

Vergangene Woche kam es zu einem tragischen Ereignis. Ein Mann aus Florida schlief in seinem Bett, und ein riesiger Krater unter seinem Haus sorgte dafür, dass der Beton unter seinem Schlafzimmer einbrach und es den Mann sowie das gesamte Schlafzimmer in die Tiefe riss. Bedauerlicherweise haben die Behörden die Suche nach dem Mann aufgegeben und reißen das Haus gerade ab.

Erdlöcher sind in Florida nichts Ungewöhnliches. Weite Teile von Florida liegen über Kalk- und Dolomitgestein. Diese Materialien lösen sich ziemlich leicht auf, wenn sie mit saurem Wasser in Kontakt kommen. Regenwasser ist sauer und es wird noch saurer, wenn es mit sich zersetzenden Pflanzenresten in Kontakt kommt. Denken Sie beispielsweise an Sümpfe.

Der Prozess kann sich buchstäblich über Ewigkeiten hinziehen. Der Krater, in dem der Mann ums Leben kam, könnte vor Millionen von Jahren begonnen haben. In vielen Fällen werden durch diesen geologischen Prozess unterirdische Flüsse und Strukturen von großer Schönheit geschaffen. Nicht so bei der jüngsten Tragödie.

Diese Tragödie ließ mich an das Bild eines Finanzkraters denken. Die Wirtschaften und Märkte befinden sich zurzeit auf einem Weg, der für jeden denkenden Menschen, der auch nur über rudimentäre geschichtliche und mathematische Kenntnisse verfügt, ganz offenkundig nicht tragfähig ist.

Die Mehrheit konzentriert sich auf die Politik, und nur die Wenigsten erfassen oder sorgen sich über die verheerenden Konsequenzen, die vor uns liegen, wenn wir weiter auf dem jetzigen, vernichtenden Weg wandeln. All jene, die davor warnen, werden als extrem abgestempelt. Unser kollektiver Plan scheint darin zu bestehen, das Mantra, es sei alles „in Ordnung“, ständig zu wiederholen, und allein dadurch würde alles irgendwie wieder gut werden …

Wer die Kongressanhörung von Fed-Chef Ben Bernanke von letzter Woche mitverfolgt hat, weiß, dass er dort klargestellt hat, dass den Zentralbanken nur noch eine Option bleibt … von einem Währungsneustart mal abgesehen. Sie sind mit einer Herkulesaufgabe konfrontiert.

Auf der Aufgabenliste der US-Notenbank steht unter anderem, das Bankensystem solvent zu halten, die Kluft zwischen Staatsausgaben und Staateinnahmen durch Staatsanleiheaufkäufe zu schließen, die Zinssätze im Bereich der jetzigen Niveaus zu halten, den Glauben aufrecht zu erhalten, dass die Inflation unter Kontrolle sei, und jedwede Situation, bei der die Rolle des US-Dollars in Frage gestellt werden könnte, zu unterdrücken. Da muss man sich wirklich fragen, was auf dieser Liste sonst noch so steht.

Seit 2008 haben die Zentralbanken und Regierungen Billionen ins weltweite Finanzsystem gepumpt. Die Zinssätze wurden nahe null gedrückt und die Budgets verworfen. Die positiven Effekte, die diese Geldpolitik hatte, schwinden nun allmählich. Die wirtschaftliche Gravitation bremst die bisherigen Errungenschaften nun wieder ab. Die Sparquote bricht ein und die Wirtschaftsaktivität geht zurück. Die Haushaltsdefizite verharren aktuell zwar auf einem konstanten Niveau, können aber nicht mehr durch die traditionellen Methoden finanziert werden.

Der Fed-Vorsitzende Bernanke machte unmissverständlich klar, dass man an der bisherigen Strategie festhalten wird. Nur um den Status Quo aufrecht zu erhalten, müssen Billionen weiterer Fiat-Währungseinheiten geschaffen werden.

Er weiß, dass es letztlich nur zwei mögliche Ausgänge gibt. Der eine Ausgang ist, dass das Spiel solange weitergetrieben wird, bis alle Währungen gemeinsam zusammenbrechen und ein neues globales Finanzsystem entsteht. Das Problem mit dieser Theorie ist nur, dass das neue Finanzsystem auch das Ende des Dollars als Weltreservewährung markieren würde.

Speziell China und vielleicht auch Russland würden diese Aufgabe dann übernehmen. Wenn man bedenkt, dass diese beiden Länder zurzeit daran arbeiten, mehr Gold zu besitzen als der Fiatgeld-Block, dann ist diese Idee noch nicht einmal so weit hergeholt. Es könnte sogar sehr wahrscheinlich sein.

Und nein, das würde nicht das Ende des Fiatgeldes bedeuten. Die Masche ist viel zu gut, um sie einfach solidem Geld zu opfern. Es bedeutet schlicht, dass die Kontrolle und die damit einhergehenden Vorteile in Richtung eines neuen Länderblocks abwandern.

Also, wie kümmert man sich um die enormen Aufgaben, die heute bereits auf der Aufgabenliste stehen, ohne dabei den Status des US-Dollars als Weltreservewährung zu opfern? Man muss dafür sorgen, dass alle Zentralbanken und politischen Führer im Gleichschritt Geld drucken. Die einzig gangbare Option, die jetzt noch bleibt, ist, dass man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) anheizt. Und das ist keineswegs neu. Die Anfänge davon sahen wir bereits 1971, und das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum wir dem Kondratjew-Winter Mitte der 70er Jahre entkommen sind.

Die G20-Länder verkündeten jüngst, dass das Gelddrucken die entsprechende Vorgehensweise sei. Und der Fed-Vorsitzende erklärte vergangene Woche während der Kongressanhörung, dass die Werkzeuge zur Stabilisierung des Systems, die 2008 Anwendung fanden, heute nicht mehr eingesetzt werden können. Aktien und Anleihen wurden in die Höhe manipuliert, was auch in Zukunft aller Vorausschau nach weiter anhalten dürfte.

Es gibt auch noch einen weiteren Weg, nämlich die Menschen und die Märkte einfach in die Freiheit zu entlassen. Das sahen wir in den USA zu Beginn der 20er, Anfang der 60er und zu Beginn der 80er Jahre unter Republikanern wie auch Demokraten. Und obwohl genau diese Strategie unstreitig erfolgreich ist, glauben die heutigen Machthaber, dass wirtschaftliches Wohlergehen durch das Drucken von Geld geschaffen werden kann. Es ist in ihrem Erbgut verankert, und sie planen anscheinend, mit Vollgas weiterzumachen. Normalerweise würde man so etwas als Himmelfahrtskommando bezeichnen, und wir können nur hoffen, dass die Zentralbanker tatsächlich Erfolg damit haben werden.

Aktien und Anleihen notieren unterdessen auf Allzeithochs, und das obwohl Arbeitslosigkeit und finanzielle Härten allgegenwärtig sind. Das menschliche Leid nimmt in alarmierender Rate zu. Es ist ziemlich verwirrend, wenn man sieht, dass der Dow Jones Transport Index, der Dow Jones Utility Index und andere populäre Indizes zur selben Zeit nach oben hin ausbrechen. Ist das nun real oder ist es bloß Teil einer Geschichte, die wir hören und sehen sollen? Wahrscheinlich ist ein Teil davon real. Das Meiste dürfte aber das Ergebnis der weltweiten Liquiditäts-Flutung sein.

Und genauso wie der Regen für Erdlöcher sorgt, ist auch der geldpolitische Regen sauer. Er höhlt genau die wirtschaftlichen Grundfesten aus, auf denen wir stehen. Das Leben muss weitergehen. Wir haben keine andere Wahl, als uns auf die Finanziers und ihren Kampf um die Vorherrschaft einzustellen. Und es ist ziemlich nervenaufreibend, zu wissen, dass die wirtschaftlichen Grundfesten unter unseren Füßen jederzeit in einem globalen Krater versinken könnten.

Das Halten von Bargeld und festverzinslichen Wertpapieren ist in diesem Zusammenhang ungefähr so, als hätte man eine 9-geschössige Fluchttreppe für ein 20-geschössiges Gebäude. Das fühlt sich nur einen gewissen Teil der Strecke angenehm an. Anleger sollten sich darauf konzentrieren, Realwerte anzuhäufen, da dies ihre einzige Hoffnung ist, soliden Boden unter die Füße zu bekommen. Hierzu gehören speziell Energiewerte, Gold, Silber und damit in Zusammenhang stehende Investments.

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