Zypern-Krise unterstreicht nur, warum Goldinvestments so wichtig sind

Frank Holmes, U.S. Global Investors, 22.03.2013

Die weltweiten Anleger mussten sich letzte Woche zusammenreißen und Ruhe bewahren, während die Meldung über den Diebstahl eines Teils der Einlagen zypriotischer Bankkunden Wall Street völlig überraschend traf, die Banken des Landes geschlossen blieben und der Goldpreis stieg.

Diese unbedachte Maßnahme zielte darauf ab, sich an den Bankvermögenswerten in Höhe von USD 31 Milliarden zu bedienen, die zu einem bedeutenden Teil von Russen gehalten werden. Laut der Financial Times hat sich Zypern eine „durchaus verdiente Reputation aufgebaut, ein Hafen für Schwarzgeld aus Russland zu sein.“

Und obwohl die zypriotische Regierung wieder zu Sinnen kam und die Beschlagnahmung stoppte, ist der Schaden bereits angerichtet worden. Für viele Menschen auf der Welt ist die Anhebung der Einkommenssteuer das Eine – aber einfach die Regeln zu ändern, um den Bürgern ihre hart erarbeiteten Ersparnisse zu stehlen, hat das Vertrauen der Menschen erschüttert. Adrian Ash von Bullion Vault schrieb, dass das Erstaunliche an der Situation sei, dass „die Kleinsparer nicht mehr länger als sakrosankt gelten“.

Und auch die Reaktion der Zyprioten ist bemerkenswert. Sie gingen auf die Straße, schrieben sich das Wort „Nein“ auf die Handflächen und forderten von der Regierung, dass sie die Hände von ihrem Geld nehmen soll.

Aber wie kam diese kleine Insel überhaupt in die Europäische Union? Die Financial Times schrieb dazu vor wenigen Tagen:

„Viele EU-Führer waren 2004 extrem zurückhaltend und wollten Zypern ohne eine Wiedervereinigung der Insel nicht in die Union aufnehmen. Aber Griechenland drohte, bei der EU-Erweiterung sein Veto einzulegen – und so die Mitgliedschaft Polens, Tschechiens und anderer Länder zu blockieren –, sollte Zypern nicht in die EU aufgenommen werden. Am Ende ergaben sich die EU-Führer dieser Erpressung.“

Fünf Jahre später geriet Zypern aufgrund der finanziellen Verwerfungen Griechenlands in die Krise. Viele werfen den Griechen vor, dass sie ihre Bücher frisiert haben, um in die Eurozone zu gelangen, und dann erpresste Griechenland die EU auch noch mit Zypern auf Kosten anderer europäischer Länder.

Gauner werden bestraft – aber was mit denen, die auf unfaire Art die Regeln ändern oder diese einfach brechen? Ja denken wir nur an den Ärger zurück, den Bernie Madoff mit seinem Schneeballsystem angerichtet hatte. Dabei wurden USD 20 Milliarden an Bargeld und USD 65 Milliarden an Papiervermögenswerten verbrannt. Jetzt sitzt er für 150 Jahre im Gefängnis, sein Sohn hat Selbstmord begangen und man wird sich seiner immer als Dieb und Ratte erinnern.

Wir vertrauen auf Gold

Seit dem Beginn der weltweiten Finanzkrise hat es seitens sozialistischer Politiker eine wahre Flut an schlechten wirtschaftspolitischen Entscheidungen gegeben. Sie haben versucht, immer mehr Einnahmen zu generieren, um ihre defizitären Haushalte zu finanzieren. Anstatt Verordnungen und Regulierungen abzubauen, um den Handel und die Geldflüsse zu beleben, oder die Sozialausgaben zu reduzieren, haben sie sich dafür entschieden, den Status Quo aufrecht zu erhalten und die Steuern zu erhöhen.

In Griechenland wurden einschneidende Austeritätsmaßnahmen einfach niedergeschmettert, nachdem Gewerkschaftler auf den Straßen wüteten. Frankreichs sozialistischer Präsident, François Hollande, versuchte erfolglos, den Spitzensteuersatz auf 75% anzuheben, um „die Geldsäcke auszupressen und die Megareichen zu treffen, damit sie die Hauptlast der ´Opfer` tragen würden, die zur Wiederherstellung der Staatsfinanzen notwendig sind“, so die britische Zeitung Guardian letzten Sommer.

In Ungarn und Italien konnten wir ja die unbeabsichtigten Folgen der Neidpolitik mitverfolgen, nachdem dort eine Finanztransaktionssteuer eingeführt wurde.

Diese Art von „Neidpolitik“, die von Moses auf dem Berg Sinai umgehend verworfen worden wäre, finden aber nicht nur in Europa, sondern auch auf der anderen Seite des Atlantiks statt. Gene Epstein von Barron’s verglich die Schuldensituation der USA jüngst mit der von Griechenland. Er schreibt, dass die Schulden „bis 2035 ohne Weiteres auf 153% der Wirtschaftsleistung steigen können“ und die Arbeitslosigkeit auf bis zu 20% klettern könnte – aber die Lösung, so Epstein, läge nicht darin, die „Reichen zu bitten, ein klein wenig mehr zu zahlen“:

„Barron’s hat errechnet, dass eine sofortige Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 50% für die obersten 1% der Einkommensbezieher in den nächsten zehn Jahren zu Mehreinnahmen von USD 500 Milliarden führen würde. Bezüglich der Schuldenlast des Landes, die dann bei USD 20 Billionen läge, wäre das noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, und es würde zur Verhinderung einer Finanzkrise praktisch nichts beitragen.“

Ich glaube, dass die unbedachten Regierungsentscheidungen der Kapitalbildung schaden und das Vertrauen der Menschen in das Papiergeld vernichten. Die politischen Entscheidungsträger mögen es vielleicht gut meinen, aber einige ihrer Handlungen zeigen ganz klar einen Mangel an Respekt für Privateigentum und Individualismus.

Und das unterstreicht nur, wie wichtig Gold als Vermögenswert ist.

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Vielleicht ist für Anleger aktuell ein günstiger Augenblick, sich wieder mit Gold anzufreunden, da unser Oszillator-Chart zeigt, dass das gelbe Metall gegenwärtig überverkauft zu sein scheint. Im Jahresvergleich ist Gold um über 2 Standardabweichungen gefallen – ein Ereignis, das in den letzten zehn Jahren nur sehr selten zu beobachten gewesen ist. Ich habe ja bereits in früheren Artikeln darauf hingewiesen, dass auf solch extreme Tiefs historisch gesehen Rallys folgen.

Es sind immer Ereignisse wie die aktuelle Zypern-Krise, die die Leute dazu veranlassen, sicherzustellen, dass sie wenigstens moderat mit 5% bis 10% in Gold und Goldminenaktien investiert sind.

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