Der wahre Grund, warum Gold steigen wird

Gold ist der ultimative Schutz vor Regierungen. Mit exponentiellen Anstiegen ist erst zu rechnen, wenn das gesamte Finanzsystem crasht. Die meisten Geschichten, mit denen der Goldbullenmarkt begründet wird, sind jedoch Unsinn. Erst ab USD 2.300 pro Unze wird es richtig interessant. Zuvor kann Gold ohne Weiteres noch einmal auf USD 1.150 pro Unze korrigieren, das wäre keine große Sache

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 02.05.2013

Gibt es in Fort Knox überhaupt Gold? Diese Frage ist völlig unerheblich! Warum? Ja was würde es denn für einen Unterschied machen? Die Geschichten darüber, dass kein Gold in den Tresoren liegt – aufgebauscht von Leuten, die händeringend versuchen, den Bullenmarkt zu stützen –, sind einfach nur verrückt. Vor Jahren durfte ich die New Yorker Fed besichtigen, und das Gold war da.

Die USA hatten damit begonnen, gegen die Schweiz vorzugehen. Sie drohten damit, Schweizerische Vermögen in den USA zu beschlagnahmen, sollten sie Vermögenswerte von Amerikanern verstecken. Daraufhin zog die Schweiz in aller Stille ihr gesamtes Gold aus den USA ab. Und all die Geschichten rund das deutsche Gold sind auch Unsinn.

Man muss versuchen, sich das Ganze leidenschaftslos anzuschauen. Das sind nicht die Gründe, die zu einem Goldpreisanstieg führen werden. Wir brauchen diese Art von Verschwörungsunsinn nicht, um einen Bullenmarkt zu schaffen, und dieser Unsinn richtet auch weit mehr Schaden an, als sich die Goldbugs vorstellen können.

Die Leute, die kein Gold kaufen, halten sich aufgrund solcher Geschichten zurück. Sie nehmen all diese Behauptungen nicht sonderlich ernst und sind dank der Geschichten, die nicht bewiesen werden können, der Meinung, dass der Goldkauf einer verrückten Randgruppe vorbehalten ist.

Gold wird steigen, weil es Absicherung und Schutz vor der Regierung ist. Gold ist das eine Investment, das es einem ermöglicht, sein Vermögen von einem Tauschmedium (Währung) in ein anderes zu transferieren, wenn aufgrund von finanzpolitischem Missmanagement eine neue Währung auftaucht.

Und sie sprechen ständig von der Hyperinflation – aber weder Deutschland noch Zimbabwe waren in der Lage, ihre Schulden zu verkaufen, also druckten sie das Geld einfach. Heute hingegen verkaufen die fortgeschrittenen Gesellschaften ihre Schulden einfach, und noch schlimmer: Sie drucken dann das Geld, um damit die Zinsen zu zahlen.

Immobilien und Unternehmensaktien werden dieselben Funktionen haben wie Gold. Fakt ist, dass die neue deutsche Währung, die nach der Hyperinflation kam, mit Immobilien gedeckt wurde. Doch damit Aktien und Immobilien überleben, muss auch die Gesellschaft überleben – mit anderen Worten: Es muss noch vor dem Mad-Max-Szenario zu einer Trendwende kommen.goldpush-1971

Die Goldrally von 1970 bis 1980 war interessant. All die Geschichten, die heute hervorgezaubert werden, sind 1971 erfunden worden. Die Leute hatten Angst, dass der Himmel über ihnen einstürzen würde. Als der Dollar noch goldgedeckt war, tauschten die Franzosen und Schweizer ihre Dollars gegen Gold ein, um ihre Goldreserven auszubauen – gerade die Franzosen sahen darin eine Möglichkeit, sich das zurückzuholen, was ihnen bei Waterloo gestohlen wurde.

Der Goldstandard scheiterte, da man aufgrund der Wirtschaftszyklen nichts mit einem fixen Wert versehen kann … Es liegt in Ihrer eigenen Verantwortung, weise zu investieren. Warum soll man denn davon ausgehen, dass das bei handfestem Geld auf einmal von der Regierung übernommen würde? Trauen Sie wirklich deren Management-Fähigkeiten? Man kann von der Regierung nicht erwarten, dass sie die Geldmenge nicht ausweitet, damit man sich keine Sorgen machen muss und bloß Geld zu halten braucht, während man zur selben Zeit damit rechnet, dass die Immobilienpreise, Gehälter und Aktienpreise eine fortwährende Rally hinlegen.

Die Goldrally von 1971 bis 1980 war ein Anpassungsprozess. Der Goldpreis war über 37 Jahre – von 1934 bis 1971 – bei USD 35 pro Unze festgezurrt. Das konnte nicht mehr länger aufrecht erhalten werden. Gold musste proportional zu allen anderen Dingen wie Öl steigen, da es aufgrund des Goldstandards künstlich unten gehalten wurde.

Bis Dezember 1974 legte Gold seinen ersten großen Preissprung hin und kletterte bis auf USD 197,50 pro Unze, in der Erwartung, dass es für Amerikaner 1975 erstmals seit dem Goldverbot von 1934 wieder legal werden würde, Gold zu kaufen. Die Europäer trieben Gold in die Höhe und es hieß, dass der Goldpreis auf USD 500 pro Unze steigen würde, wenn die Amerikaner damit begännen, Gold zu kaufen.

Ich war zu jener Zeit im Goldgeschäft tätig. Ich hatte nie mehr als zwei Personen gleichzeitig in der Schlange gesehen. Alle Amerikaner, die Gold kaufen wollten, konnten dies die ganze Zeit über tun, indem sie Nachbildungen alter Münzen kauften, um die US-Gesetze zu umgehen. Die Münzen mussten lediglich vor 1948 datiert sein. Die Amerikaner konnten also schon in den 60er Jahren Gold kaufen und taten das auch. Es war ein riesiger Teil des damaligen „Münzhandels“.

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Ich persönlich verkaufte auf dem Hoch im Dezember 1974 – aber nur, weil ich nicht glauben konnte, dass die Europäer mit ihrer Einschätzung richtig lagen, da ich keine Nachfrageveränderungen im US-Markt feststellen konnte. Gold brach dann bis August 1975 auf USD 103 pro Unze ein.

Und da merkte ich, dass sich an den Fundamentaldaten überhaupt nichts geändert hatte. Die Fundamentaldaten waren beim Anstieg und Rückgang von Gold exakt dieselben. Es sind dieselben Fundamentaldaten, die auch heute noch in Fernsehspots genutzt werden, um Gold an den Mann zu bringen. Sie reichen von Argumenten über Fiatgeld bis hin zu der Behauptung, dass kein Gold in den Lägern ist.

Aber Gold ging damals um 50% zurück, und rein gar nichts hatte sich verändert. Da begann ich zu begreifen, dass es sinnlos ist, Gold aufgrund dieser Fundamentaldaten zu kaufen, da es eine andere treibende Kraft geben musste. Es musste etwas Konkreteres sein.

Ich hatte das Economic Confidence Model mit Interesse verfolgt. Es bildete Anfang 1977 ein Tief aus und leitete eine Trendwende ein, was auf einen neuen wilden Boom hinwies. Ich kam zu dem Schluss, dass dieses Modell immer richtig liegt, also investierte ich auch dementsprechend. Ich unterschrieb sogar einen Mietvertrag über zehn Jahre, nur um die VPI-Indexierungsklausel vom Hals zu bekommen, da damals alle von einer neuen Großen Depression sprachen. Ich konnte also eine fixe Miete vereinbaren – bis 1980 verdreifachte sich dann der Mietpreis und die Eigentümer zogen mich drei Mal vor Gericht, um zu versuchen, aufgrund formaler Vertragsfehler aus dem Vertrag zu kommen.

Ich wusste auch von den Gebrüdern Hunt. Sie kauften Silber, als das Metall bei USD 1,29 pro Unze notierte. Sie waren überzeugt davon, dass es nach dem Zusammenbruch des Goldstandards steigen würde. Ich ging 1972 zu meinem Banker und erzählte ihm von den Hunts und beantragte einen Kredit über mehrere Millionen für ein Silberinvestment. Ich sagte, dass sie es auch als Sicherheit einlagern könnten.

Die Kreditanfrage wurde abgelehnt und mein Banker sagte mir danach, ich hätte einfach behaupten müssen, es sei für Lagerbestände gewesen. Den Banken war es zu jener Zeit nicht erlaubt, Kredite für „Spekulation“ auszugeben. Als Silber 1980 auf USD 50 pro Unze kletterte, kannte die Gebrüder Hunt auf einmal jeder, und mein Banker erzählte allen, was ich versucht hatte und dass, hätte er nur dasselbe getan, er als Multimillionär in Rente gegangen wäre.

Die ersonnenen Geschichten rund um die Fundamentaldaten hören sich toll an. Die Leute hassen mich dafür, dass ich auf ihren Unsinn aufmerksam mache. Doch wenn man will, dass Metalle in die Primetime gehen, dann muss man mit diesem Verschwörungsquatsch aufhören und Gold wie alle anderen ernsthaften Investments behandeln.

Wenn interessiert es schon, ob in Fort Knox Gold liegt oder nicht. Diese Frage ist völlig irrelevant! Sie werden nie zugeben, dass kein Gold da ist – was soll´s! Gold wird nur dann exponentiell steigen, wenn es an der Zeit dafür ist, und der Grund dafür wird sein, dass das Finanzsystem zusammenbricht, ganz egal, ob sich in Fort Knox nun Gold befindet oder nicht.

Gold muss erst einmal die Marke von USD 2.300 pro Unze durchbrechen – bevor es überhaupt anfängt, wirklich interessant zu werden. Und wenn Gold noch auf USD 1.150 pro Unze sinkt? Na und! Das ist keine große Sache – Gold befindet sich in einem Markt wie alles andere auch. Den Leuten, die immer nur erklären „Kaufen, Kaufen, Kaufen“, brauchen Sie nicht zuzuhören, da sie Ihr finanzielles Wohlergehen nicht respektieren. Hier geht es ums Überleben! Es geht nicht darum, Ihnen den ganzen Weg nach unten Verluste aufzuladen, bis Sie daran zerbrechen. Man kauft das Tief und nicht das Hoch! Die Frage ist, ob diese Leute unabhängig sind oder ob sie jemand dafür bezahlt, dass sie diesen Unsinn von sich geben.

Als ich erstmals in Europa expandierte, traf ich mich mit einem Chef einer der großen Schweizer Banken zum Essen. Ich gab ihm eine Liste mit renommierten europäischen Namen, die die Firma in Europa leiten könnten, da es dort zu jener Zeit viel Antiamerikanismus gab. Daraufhin bat er mich, einen einzigen europäischen Analysten zu nennen. Ich war nicht in der Lage dazu und sehr beschämt darüber. Er lachte und sagte, dass genau das der Grund sei, warum sie meine Firma, Princeton Economics, nutzen würden.

Er sagte, dass jeder in Europa bezüglich seiner eigenen Währung immer bullisch sein würde, selbst wenn die Währung fällt – genauso wie es heute bei den Goldpromotern der Fall ist. Er erklärte, dass wir das größte Beratungshaus seien, weil es uns überhaupt nicht interessieren würde, ob der Dollar steigt oder fällt. Wir beschrieben die Dinge so, wie sie sich entwickelten. Das Ziel bestand im Überleben – nicht darin, den Leuten das zu erzählen, was sie hören wollten, oder das zu erzählen, was die Regierung gerne von uns hören wollte oder irgendwelche anderen Leute, die von irgendwelchen falschen Ratschlägen profitierten wie die Investmentbanken im Jahr 2000 bei der Dot.com-Blase.

Solange bei Gold nicht dasselbe passiert – anstatt dass die Anleger mit permanenten Kaufempfehlungen verbraten werden, in der Annahme, es seien Idioten ohne Überlebenstrieb –, wird es bedauerlicherweise immer jede Menge Leute geben, die verkaufen und aufgrund ihrer Verluste nicht mehr in den Markt zurückkehren werden, so wie wir es auch über 23 Jahre hinweg in Japan sahen. Es geht hier ausschließlich ums Überleben. Während der Großen Depression hat auch keiner der Broker jemals „Verkaufen“ gesagt. Also, was ist der Sinn dahinter, wenn man immer nur die eine Seite des Trades bewirbt?

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